ELAN - Das Lokale Rechnernetz Berlin-Adlershof
Stand 1988
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Zusammenfassung eines Beitrages von Eberhardt Gering und Maria Bähr, veröffentlicht unter dem Titel "Nutzung eines lokalen Rechnernetzes für den wissenschaftlich-technischen Informationsprozeß" in der Zeitschrift Informatik, Berlin 36(1989)1, S. 7-9.
  • Standort und Nutzungsbeginn des lokalen Netzes ELAN
Im Frühjahr 1988 begann im Zentrum für wissenschaftlichen Gerätebau (ZWG) der Akademie der Wissenschaften der DDR der Routinebetrieb des lokalen Rechnernetzes ELAN (Experimentelles Lokales Anwendernetz). Standort des Netzes ist das Nordgelände des Adlershofer Bereiches der Akademie der Wissenschaften. Verfügbar sind ein Dateiserverdienst (Zugriff zu den Datenbeständen anderer Netzteilnehmer) und ein Textkommunikationssystem (Elektronische Post oder Mailboxdienst).
  • Technische Ausstattung und Arbeitsweise des ELAN
ELAN umfaßt derzeit 18 Personalcomputer (Typ PC 1715, Robotron), Weitere 7 Stationen sind in Vorbereitung. Das Netz beruht auf einer Busstruktur. Mit einem ca. 1000 Meter langen Koaxial-Übertragungskabel wurden sechs relativ weit auseinander liegende Gebäude untereinander verbunden. Die an den Einsatzorten befindlichen Serien-PC wurden durch Einbau von Netzcontrollern (Typ LNC1) für den Netzanschluß nachgerüstet und über Medienanschlußeinheiten (Transceiver) sowie bis zu 50 Meter lange Stichkabel an den Bus angeschlossen. 

Der Dateiserverdienst verwendet das nach dem Prinzip eines virtuellen Diskettensystems arbeitende Programmpaket ROLANET1 des Dresdnner Kombinats Robotron. Auf die diskettengespeicherten Datenbestände anderer Netz-PC kann unter Verwendung von Standard-Software (REDABAS, Textprozessor) direkt zugegriffen werden. 

Der Mailboxdienst arbeitet mit einem an der Akademie der Wissenschaften erarbeiteten speziellen Programm. Als Mailboxserver fungiert ein 16-Bit-Mikrorechner vom Typ P8000.

  • Anwendungsbereiche von ELAN
Über das lokale Netz sind große Teile des Leitungsbereiches, der Betriebsorganisation und -wirtschaft, des Forschungs- und Entwicklungsbereiches einschließlich Informationseinrichtung und wesentliche Abschnitte der Fertigungsvorbereitung miteinander verbunden.
  • Nutzung des ELAN für den wissenschaftlich-technischen Informationsprozeß
Der wissenschaftlich-technische Informationsprozeß wird im ZWG durch enge Zusammenarbeit von Forschung und Entwicklung mit der gerätetechnischen Fertigung geprägt. Informationsgegenstände sind in diesem Prozeß wissenschaftliche Informationen, Neuerer- und Patentinformationen sowie technische Informationen (speziell zu elektronischen Bauelementen). 

Das lokale Netz gewährleistet für die Informationseinrichtung einen deutlichen Leistungszuwachs. Das betrifft insbesondere die Bestandsnachweise an Zeitschriften und Bibliotheks-Neuerwerbungen, die Recherchetätigkeit in den Nachweisefonds, den Nachweis von F/E-Berichten und das Bereitstellen von Fakteninformationen. 

Alle Arbeiten zur Intensivierung der Informationstätigkeit erfolgen auf der Basis des Organisationsprojektes "Wissenschaftlich-technische Information und F/E-Planung". Dieses Projekt ist Bestandteil einer komplexen EDV-Leitungskonzeption für das gesamte ZWG mit seinen fünf Betriebsteilen und etwa 2000 Mitarbeitern. 

Im oben genannten Zeitschriftenartikel werden erste Ergebnisse der Nutzung des lokalen Netzes für die Fachinformationsprozesse und weiterführende Aufgabenstellungen detailliert beschrieben.
 



 
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