Die unzulängliche Berücksichtigung der Köhlerei in der Geschichtsschreibung der Technik


Basismaterial zum Vortrag auf dem wissenschaftlichen Symposium zum 5. Europäischen Köhlertreffen im August 2005 im österreichischem Rohr im Gebirge
Autor:  Dr. phil. Eberhardt Gering, Wildau



 
Inhalt
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1. Themenbegründung
2. Quellenbasis
2.1. Printliteratur
2.2. Digitalisierte Literatur
3. Nähere Betrachtung des Themas
3.1. Um welche Art von Köhlerei geht es?
3.2. Was bedeutet Geschichtsschreibung der Technik?
3.3. Was heißt Unzulängliche Berücksichtigung in der Geschichtsschreibung der Technik?
4. Methoden und Ergebnisse des Auswertens der Quellenbasis
4.1. Quellenbewertung nach dem Grad der Wertschätzung der Köhlerei als Glied einer Produktionskette
4.2. Quellenbewertung nach Aussagenhäufigkeiten (Bewertung aus quantitativer Sicht)
4.3. Quellenbewertung nach Inhaltskomponenten (Bewertung aus qualitativer Sicht)
4.4. Methode des Vergleichs mit anderen Sachgebieten
4.5. Ergebnisse der Auswertung digitalisierter Quellen
5. Zusammenfassung und Schlußfolgerungen
Anlage 1 Verzeichnis der analysierten Printquellen
Anlage 2 Verzeichnis der analysierten digitalen Quellen
Anlage 3 Bewertung der analysierten Printquellen
  Fazits der Printquellen-Analyse

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1. Themenbegründung
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Wer sich aus historischer Sicht mit dem Gewerbe der Köhlerei oder Kohlenbrennerei näher beschäftigen möchte und deshalb beginnt, die verschiedensten literarischen Quellen auf entsprechende Informationen zu befragen, stößt schnell auf zwei Gruppen von Fachpublikationen.
Da sind zum einen Quellen, die sich ausschließlich und meist sehr professionell dem Thema Köhlerei widmen. Zum anderen begegnen dem Suchenden Quellen, die aus der Sicht der verschiedensten Bereiche von Wissenschaft, Technik, Kunst (speziell Höhlenmalerei) oder aus Praxisbereichen wie Hauswirtschaft über die Verwendung von Holzkohle und, in seltenen Fällen, auch über die Köhlerei selbst berichten.

Quellen der ersten Gruppe, deren Ursprung oft, jedoch keinesfalls ausschließlich in der Forstwirtschaft liegt, werden hier nicht weiter betrachtet, da sie ohnehin auf die Gegenstände Holzkohle und Köhlerei ausgerichtet sind und diese eingehend behandeln. Es sollen hier nur einige Publikationen, welche dieser Gruppe zuzurechnen sind, genannt werden:

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  Harzgeschichte oder Pechnutzung nebst Köhlerey nach thüringischer Waldart / C.C.Oettelts, Eisenach 1789
2
Sprengels Handwerke und Künste; Der Kohlenbrenner / Berlin 1795, 67 Seiten (kleinformatig)
3
Anleitung zum Verkohlen des Holzes / Carl Heinrich Edmund von Berg, Darmstadt 1830
4
Relikte der Holzkohlewirtschaft als Indikatoren für Waldnutzung und Waldentwicklung/Marie-L.Hillebrecht 1982, 157 S.
5
Köhlerei im Fichtelgebirge, Frankenwald und Bayerischen Wald / Ortwin Meyer, 1997, 168 S.
6
Vorgeschichtliche Holzkohle- und Erzindustrie / Peter Schamböck, Berikon, Schweiz 1998, 311 S.
7
Köhler und Kohlbauern im Schneeberggebiet / Hiltraud Ast. – In: Rohr im Gebirge Heimat der Köhler, 2000, S.297-382
8
Holzkohle und Köhlerei / Herbert Kilian. – In: Köhlerei in Europa und in der Karibik, Wien 1994, S. 15-34
9
Köhlerei: Technologisch-kulturanthropologischer Vergleich / Karl R. Wernhart.– In: Köhlerei in ..., a.a.O. S. 135-148

 
Quellen der zweiten Gruppe sind hinsichtlich der Berichte über HuK (Holzkohle und Köhlerei) von unterschiedlicher Aussagekraft. Die Skala ihrer Informationswerte reicht von „wertvoll“ über  „brauchbar“ bis „unzulänglich“ (siehe Abschnitt 4.).
Oft enthalten Publikationen,  von denen auf Grund ihres Hauptthemas  bzw. ihrer fachwissenschaftlichen Ausrichtung eine besondere Aufmerksamkeit gegenüber der Holzkohlenanwendung und der Köhlerei zu erwarten wäre, nur vereinzelte, als Nebengegenstand behandelte  Ausagen zu Holzkohlefunden oder zur Nutzung von Holzkohle. 
Die Köhlerei selbst, d.h. der eigentliche holzkohleerzeugende Prozeß, bleibt in diesen Quellen meist unbeachtet. Eine Würdigung der Köhlerei als eine Tätigkeit, welche der Erzgewinnung im Bergbau, der Metallgewinnung im Hüttenwesen und der Metallverarbeitung im Schmiedehandwerk gleichrangig und gleichwertig ist, findet man in Publikationen der zweiten Gruppe sehr selten. Der Brennstoff Holzkohle wird häufig als etwas Gegebenes angesehen, über dessen Herstellung zu sprechen und zu schreiben sich nicht lohnt.  In manchen Fällen scheint sogar die Existenz von Holzkohle gar nicht bemerkt, ihre Rolle in den verschiedensten Produktionsprozessen der Menschheitsgeschichte nicht erkannt oder für weniger wichtig angesehen zu werden.
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Der Arzt und Archäologe Peter Schamböck aus der Schweiz bemerkt hierzu drastisch: „Bei meiner Arbeit erhielt ich den Eindruck, dass man sich mit der banalen Frage nach dem Energieträger in der Archäologie keine Lorbeeren holen könne.“ (Schamböck, S.310)
Noch deutlicher formuliert derselbe Autor: „Bei vielen späteren Arbeiten wird nicht klar, ob die Autoren der heimlichen Ansicht waren, das Holz sei direkt verbrannt worden, d.h. die Kenntnis einer H.k.-Industrie bleibt fraglich.“ (H.k.–Holzkohle. E.G.) (a.a.O.,S.38. Zu P. Schamböck siehe obige Literaturliste, Eintrag 6)
 
Vor allem in der Metallurgie war bis zum 19. Jahrhundert der Neuzeit die Holzkohle unverzichtbar, da nur mit ihr in den Verhüttungs-, Schmelz- und Schmiedeprozessen die erforderlichen hohen Temperaturen erreichbar waren. Das gilt nicht nur für Eisen und Stahl, denn schon in  der Bronzezeit und in den vorangehenden Epochen der  Kupferzeit  bzw. Kupfersteinzeit war Holzkohle derjenige Energieträger, welcher in den Schmelzgruben und Rennöfen das Erschmelzen der Metalle aus dem Erz erst möglich machte. Noch viel früher, lange vor der ersten Metallzeit, dürfte vermutlich das Brennen von Keramik zunehmend mit Holzkohle erfolgt sein. Dazu kam, beginnend in der Urgeschichte der Menschheit, ein ständig wachsender Bedarf an Holzkohle für die nicht direkt zur Produktionssphäre gehörenden Verwendungen, bei denen es z.B. auf das Erzeugen von Wärme und Hitze unter rauchfreiem Feuer ankam.

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Um eine erste, objektive Einschätzung zu ermöglichen, wie die HuK-Thematik in technikhistorischen und thematisch verwandten Publikationen berücksichtigt wurde, ist vom Autor eine Vielzahl von Veröffentlichungen der Fachliteratur gezielt ausgewählt und als Quellenbasis für Analysen zusammengestellt worden. Die ausgewählten Quellen entstammen hauptsächlich dem deutschsprachigen Raum (vgl. Tabelle 1).
Die vorgenommene Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, kann jedoch als hinreichend repräsentativ angesehen werden. Eine Übersicht über die Quellenbasis enthält der folgende Abschnitt 2.  Ergebnisse des Auswertens der Quellenbasis werden im Abschnitt 4 und in Anlage 3 vorgestellt.

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Die Suche nach den Ursachen für die vielfach festzustellende unbefriedigende Berücksichtigung der Köhlerei in einschlägiger Fachliteratur und damit in der Technikgeschichtsschreibung ist nicht Gegenstand der vorliegenden Analyse. Hierzu sind noch weiterführende Untersuchungen erforderlich.

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2. Quellenbasis
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Die Quellenbasis für die vorliegende Untersuchung umfaßt  42 gedruckte Quellen (Printliteratur), die insgesamt 55 Einzelpublikationen enthalten  Die Differenz entsteht durch Quellen mit Sammelbandcharakter, die jeweils eine Reihe voneinander getrennter Einzelpublikationen (zumeist Vorträge) einschließen. Anlage 1 enthält ein Verzeichnis der analysierten Printliteratur
Ein zweiter Teil der Quellenbasis enthält ca. 50.000 Seiten digitalisierter Publikationen (digitalisierte Literatur).

 
2.1 Printliteratur  (gedruckte Publikationen)
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Die analysierte Printliteratur ist zum überwiegenden Teil deutschsprachig, dazu kommen einige englischsprachige Quellen. Bei drei deutsch vorliegenden Printquellen ist die Originalsprache russisch.

 
Tabelle 1   Herkunftsländer der Autoren
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Herkunftsland
Autoren / Publikationen
Herkunftsland
Autoren / Publikationen
Deutschland
16 / 19
Armenien
2 / 2
Schweiz
1 / 1
Pakistan
1 / 1
Großbritannien
6 / 6
Türkei
1 / 1
Schweden
2 / 2
Rußland
1 / 1
Italien
1 / 1
Bulgarien
1 / 1
CSR
1 / 3
Summe
33 / 38
Erläuterung Spalten 2 und 4: Die erste Zahl nennt die Anzahl der Autoren, die zweite Zahl die Menge der in die Quellenbasis aufgenommenen Publikationen. Von 33 Autoren wurden 38 Publikationen erfaßt. Nicht berücksichtigt wurden in dieser Übersicht vier als Sammelbände erschienene Quellen, die jeweils eine größere Zahl von Vorträgen mit zum Teil meheren Autoren enthalten. Vgl. Tabelle 2.


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Tabelle 2   Aus Sammelbänden Internationaler Tagungen stammende Vorträge
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Tagungsort / Tagungsform
Tagungsjahr
Erscheinungsjahr
 Analysierte Vorträge
Nr. im Quellenverzeichnis
 / Kölner Kolloquien
 
1974
3 / 0
C6
Heidelberg/Symposium
1987
1989
7 / 7
C23.1 - C23.7
Freiburg / Kolloquium
1990
1993
5 / 0
C5
Bochum / Symposium
1995
1999
7 / 7
C24.1 - C24.7
Summe
   
22 / 14
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Erläuterung Spalte 4: Die erste Zahl betrifft die HuK-relevanten und analysierten Vorträge aus dem Sammelband. Die zweite Zahl betrifft die analysierten Vorträge, die in Anlage 3 (Quellenbewertung) getrennt ausgewiesen wurden.
Veröffentlichungszeiträume
Die analysierten Quellen (Publikationen) sind im Zeitraum von 1737 bis 2004 erschienen. Das 18. und 19. Jahrhundert ist mit je einer Quelle (A2 und E1) in der Quellenbasis vertreten. Das Erscheinungsjahr der meisten Quellen  (insgesamt 28) liegt im 20. Jahrhundert. Dem 21. Jahrhundert entstammen 12 Quellen.
Dokumentenarten (Quellenarten)
Über die Hälfte der analysierten Quellen sind Monographien (wissenschaftliche Einzeldarstellungen, meist in Buchform). Zu den in der Quellenbasis vertretenen Dokumentenarten (Erscheinungsformen wissenschaftlicher und technischer Veröffentlichungen) sieheTabelle 3.

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Tabelle 3    Dokumentenarten der Quellenbasis
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Dokumentenart  (Art der Quelle)
Anzahl
Monographie
23
Sammelband (mit Tagungsvorträgen)
4
Zeitschriftenartikel
8
Atlas (Geschichte, Archäologie)
4
Lexikon
2
Katalog (Ausstellung)
1
Summe
42

 
 
2.2 Digitalisierte Literatur (Texte auf CD-ROM)
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Digitalisierte Formen deutschsprachiger Literatur zur Technikgeschichte besitzen gegenwärtig noch Seltenheitswert. Günstiger sieht es hingegen mit der Digitalisierung auf anderen Gebieten der Geschichtsliteratur aus.

Aus den auf CD-ROM gespeicherten Beständen der „Digitalen Bibliothek“ wurden für die vergleichenden Textanalysen Literatursammlungen zur Weltgeschichte, Geschichte des Altertums, Religionsgeschichte, Antiken Dichtung, Archäologie sowie zu Märchen und Sagen mit insgesamt 196.000 Textseiten (ca. 50.000 Druckseiten im A4-Format) ausgewählt. Einbezogen wurde außerdem die gleichfalls auf CD-ROM verfügbare Bibel (Altes und Neues Testament). Dazu kommen noch digitalisierte Wörterbücher und Lexika der Geschichte, der Archäologie und der Antike. Die Analysen konnten somit in elf inhaltlich voneinander völlig verschiedenen Literaturdatenbanken, die in sechs Datenbankgruppen geordnet wurden, durchgeführt werden. (Anlage 2)

Die Auswertung des digitalisierten Teiles der Quellenbasis wird im vorliegenden Text anhand einiger Beispiele erläutert
(s. Abschnitt 4).

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3. Nähere Betrachtung des Themas
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Die Formulierung des Themas „Die unzulängliche Berücksichtigung der Köhlerei in der Geschichtsschreibung der Technik“ wurde vom Autor wohl überlegt. Um dieses Thema richtig einzuordnen und die mit ihm zum Ausdruck gebrachte Problematik einer Lösung näher zu bringen, sollen die drei Thementeile „Köhlerei“, „Unzulänglichkeit“ und „Geschichtsschreibung der Technik" zunächst konkretisiert und präzisiert werden.

3.1 Um welche Art von Köhlerei geht es?
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Aus gegenständlicher Sicht ist hier nur der Kernprozeß der Köhlerei, das heißt die Produktion von Holzkohle gemeint. Prozesse der Teerschwelerei und des Gewinnens anderer Nebenprodukte der Holzverschwelung werden im Interesse einer Themeneingrenzung hier nicht betrachtet. Eine Ausnahme bildet der Abschnitt 4.3.
Aus zeitlicher Sicht geht es zunächst nur um die Köhlerei von ihren Anfängen in der Urgeschichte der Menschheit bis zum Ende der Antike bzw. des Altertums und dem Beginn des Mittelalters. Diese zeitliche Einschränkung bedeutet keine prinzipielle Vernachlässigung der Köhlerei des späteren Mittelalters und der beginnenden Neuzeit.
Aus räumlicher Sicht werden keine Grenzen gesetzt. Von Interesse ist die Erzeugung und Anwendung von Holzkohle auf der ganzen Erde.

3.2 Was bedeutet „Geschichtsschreibung der Technik“?
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Die Frühgeschichte der Menschheit beginnt mit dem erstmaligen Auftauchen schriftlicher Zeugnisse menschlicher Tätigkeit. Die auf dem Boden des heutigen Irak (Zweistromland oder Mesopotamien des Altertums), auf Kreta und anderswo gefundenen großen Mengen von Keilschrifttafeln sind solche frühen Zeugnisse. 
Die Geschichtsschreibung der Technik nimmt ihren Anfang mit den ersten schriftlichen Aufzeichnungen über technische Sachverhalte und Zusammenhänge.Wir wissen noch wenig darüber, in welchem Ausmaß schon in frühgeschichtlicher Zeit entsprechende Aussagen etwa auf Schrifttafeln mittels Keilschrift oder auf anderen Schriftträgern wie beispielsweise Papyrus festgehalten wurden. 
 
Kenntnis gibt es darüber, daß man an mesopotamischen Königshöfen bestimmte Vorgänge des Warenaustausches bzw. Handelsbeziehungen auf Schrifttafeln aufzeichnete. Sumerische Schrifttafeln berichteten schon ca. 2350 v.0 vom Kupferhandel mit dem Indus-Tal im heutigen Pakistan. [siehe J. Haywood: Weltgeschichtsatlas, 1999, S.57]  Zu dieser Zeit dürfte Holzkohle längst eine Ware gewesen sein. Es ist nicht auszuschließen, daß auf den Schrifttafeln von Fall zu Fall auch Handel mit Holzkohle fixiert wurde. 

Wie auch immer: Wenn in heutigen Publikationen die verschiedensten, in der Frühgeschichte der Menschheit in technischen Prozessen erzeugten Produkte in die Technikgeschichtsschreibung einbezogen werden, muß das in gleicher Weise für die von Menschen in wirklich gewaltigen Mengen erzeugte Holzkohle gelten.

Aber auch das, was über die Urgeschichte der Menschheit, aus der keine schriftlichen Zeugnisse existieren, auf Grund von archäologischen und anderen Untersuchungen in Schriftform berichtet wird, gehört, wenn es sich um technische Sachverhalte bzw. Abläufe handelt, zur Geschichtsschreibung der Technik.

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Ein Beispiel hierfür sind Berichte über Funde von Holzkohlen in der alpinen Schweiz. Durch wiederholt vorgenommene Radiokarbonmessungen wurde nachgewiesen, daß die in der Drachenloch-Höhle der Schweizer Alpen entdeckten Holzkohlen über 53.000 Jahre alt und damit der Mittleren Steinzeit zuzuordnen sind.  Sie wurden vermutlich von damaligen Jägern in der Höhle gelagert und dort als Brennmaterial genutzt. 
[vgl. C.Leuzinger-Piccand u.a.: Die C14-Daten der Feuerstellen im Drachenloch, Pfäfers SG. – In: Schweizerische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte 82, 1999, 227-229]
Ein weiteres Beispiel: Für Holzkohlereste in einer Herdstelle in Pedra Furada (Nordosten Brasiliens) wurde mit Hilfe der Radiokarbondatierung ein Alter von 32.000 Jahren ermittelt. „Aktuelle Korrekturen dehnen das Meßergebnis sogar auf 50.000 Jahre aus. Die frühmenschlichen Siedler in Nordostbrasilien wären somit die ersten Südamerikaner.“
[Das Jahrmillionenbuch; Vom Homo sapiens bis Christi Geburt. – München 2003, S.17]

 
Wie diese Holzkohlen damals erzeugt wurde, läßt sich gegenwärtig nur vermuten. Hier gilt: Auch die wissenschaftlich begründete Vermutung muß ihren Platz in der Geschichtsschreibung finden. (s.u.)
Sehr wahrscheinlich hat die Erzeugung von Holzkohle und ihre bewußte, gezielte Nutzung schon in der Altsteinzeit (Paläolithikum) begonnen. Mit der Beherrschung des Feuers lernten die Menschen vermutlich sehr bald die Kunst des Verschwelens von Holz zu Holzkohle. Die Natur mit ihren immer wiederkehrenden Waldbränden unter Zurücklassung großer Mengen von holzkohleartigen Überresten (Relikten) wird dabei Pate gestanden haben.
 
Derartige holzkohleartige Relikte von verbrannten Wäldern, in denen es zu Schwelprozessen gekommen ist, entstehen  schon seit erdgeschichtlich weit zurückreichenden Zeiten. Diese Relikte werden als Fusite bezeichnet. Ihr erstes Auftreten dürfte zeitlich mit dem Entstehen der Wälder vor ungefähr 360 Millionen Jahren zusammenfallen.
[Zum Zeitpunkt des Entstehens der Wälder siehe James F.Luhr: Die Erde. – Starnberg 2004, S.32]

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Zusammenfassung
Hauptgegenstände der Geschichtsschreibung der Technik (synonym Technikgeschichtsschreibung) sind die in der Vergangenheit bis in die Gegenwart entwickelten und genutzten technischen Mittel und Verfahren sowie deren Produkte, die arbeitsteilige Organisation der technischen Prozesse und die in diesen Prozessen tätigen Menschen. Im Kontext zu diesen Hauptgegenständen sind die gesellschaftlichen bzw. politischen Ziele, für welche die Technik entwickelt und eingesetzt wurde, die sozialen Verhältnisse der Menschen, die mit der Technik gearbeitet haben sowie die wirtschaftlichen und ökologischen Verhältnisse, unter denen die Technik zum Einsatz kam, Teil der Geschichtsschreibung der Technik.

Köhlerei und Holzkohleanwendung haben in der Technikgeschichte ihren festen Platz, auf dem sie, insbesondere im Zusammenwirken mit der Metallurgie,  maßgeblich zur Vorwärtsentwicklung der menschlichen Zivilisationen, aber auch zu deren destruktiven Entwicklungen beigetragen haben.


 
„Nur mit Holzkohle konnte man die hohen Temperaturen erreichen, die notwendig waren, um das im Erz enthaltene Metall auszuschmelzen.“ Diese Aussage der auf Elba lebenden Autorin Uta Karl-Mazzei gipfelt in ihrem kühnen und treffenden Schluß: 
Senza carbone niente ferro. Senza ferro niente guerra, ma anche nessun progresso. In principio c’e sempre il CARBONE !„Ohne Holzkohle kein Eisen. Ohne Eisen kein Krieg, aber auch kein Fortschritt. Am Anfang steht immer die Holzkohle !“
[Uta Karl-Mazzei: La carbonaia di Roberto. Erzählung und photographische Dokumentation von der Holzkohlenerzeugung auf der Insel Elba. – Cavalese 1991, 64 Seiten]

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Wiedergabe von vermuteten und fiktiven Sachverhalten in der Technikgeschichtsschreibung
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Die Technikgeschichtsschreibung  beruht prinzipiell auf wahren oder richtigen Aussagen über die Fakten, die in der Realität existiert haben oder noch existieren. Quellen derartiger, wissenschaftlich gesicherter Faktenaussagen, sind insbesondere die überlieferte Geschichtsschreibung sowie die Ergebnisse der Archäologie, der Archäometallurgie und weiterer, die Geschichte der Menschheit untersuchender Disziplinen. Hierzu gehören auch die geprüften und bestätigten Ergebnisse aus Forschungsexperimenten mit nachvollzogener historischer Technik und die in bezug auf die Technik relevanten Resultate völkerkundlicher (ethnographischer bzw. ethnologischer) Forschungen.

Allerdings ist bei einzelnen überlieferten technischen Schriften des Altertums bzw. der Antike der Faktencharakter der Aussagen nicht immer hinreichend gesichert. Es wäre jedoch falsch, auf derartige Aussagen in der Geschichtsschreibung der Technik  zu verzichten. Richtig und notwendig ist es, in diesen und weiteren vergleichbaren Fällen von wissenschaftlich begründeten Vermutungen zu sprechen.

Selbst Aussagen über Vergangenes, die auf nicht wirklich existierenden Sachverhalten, das heißt auf Fiktionen beruhen, können Bestandteil der Geschichtsschreibung sein.

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Beispiel aus der Mythologie
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Der in der griechischen Mythologie auftretende Schmiedegott Hephaistos entspricht dem Objekt eines fiktiven Sachverhalts. Seine Einbeziehung in die Geschichtsschreibung der Technik ist bei entsprechender Kennzeichnung der Aussagen gerechtfertigt und notwendig, weil die zu diesem „olympischen Gott“ entstandenen Mythen wesentliche Hinweise auf die Metallurgie und das Schmiedehandwerk der griechischen Antike geben.
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Verallgemeinert gilt: Aussagen, die Vermutungen über Vergangenes ausdrücken und Aussagen, die auf fiktiven Sachverhalten beruhen, gehören mit zur Geschichtsschreibung der Technik, wenn sie einen wissenschaftlichen oder technischen Bezug zu entsprechenden Fakten (wirklich existierenden Sachverhalten) der Technik erkennen lassen. Deshalb können auch Märchen und Sagen für die Geschichte der Köhlerei relevant sein.
Zum Beispiel heißt es in der mecklenburgischen Sage vom „Juchhans“ : „Mal lag der Schmied St. aus Leussow im Holz in einer kleinen Hütte neben seinem Rauchenden Meiler – denn früher mußten die Schmiede sich ihre Kohlen noch selbst brennen – da hörte er nicht weit von sich ein lautes Rufen ...“

In einer anderen Sage aus dieser Gegend wird von einem weißen Weib berichtet, welches auf  einer Horst nahe der Suckower Feldmark wohnte. In der Sage heißt es: „Einst brannte der Suckower Schmied im Herbste Kohlen auf dieser Horst. Als er eines Morgens am Meiler stand und die Rauchlöcher verstopfte, hörte er ein seltsames Geräusch und sah beim Aufblicken ein weißes Weib in fliegenden Haaren, ungewaschen und schweißtriefend, vorübersausen. ...“ 
[Deutsche Märchen und Sagen / Digitale Bibliothek, Band 80, CD, Seiten 2573 und 2238] 


 
Eingebettet in einen mystischen Sagentextext gibt es in beiden zitierten Sagen Hinweise, daß sich „früher“ die Schmiede aus den Dörfern ihre Holzkohlen selbst brennen mußten. Der Zeitraum des Geschehens läßt sich nur vermuten, während die Gegend, in welcher die Schmiede als Kohlenbrenner wirkten, in beiden Sagen ziemlich genau beschrieben wird.

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3.3  Was heißt „unzulängliche Berücksichtigung in der Geschichtsschreibung der Technik“?
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Hier ist zu unterscheiden zwischen dem, was subjektiv als unzulänglich empfunden wird und dem, was aus objektiver Sicht bestimmte, möglichst genau fixierte Mindestanforderungen nicht erfüllt.

 
a) Unzulänglichkeit aus subjektiver Sicht
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Die menschliche Empfindung ist subjektiver Natur. Beim Beurteilen einer schriftlichen Quelle sich nur auf die eigene  Empfindung zu stützen, kann leicht in die Irre führen. Dennoch genügt in bestimmten Fällen schon der äußere Eindruck (die Empfindung), um eine Quelle in bezug auf die Darstellung bestimmter technischer Sachverhalte als unzulänglich zu erkennen.

 
Beispiel: Die Kohlenbrenner im attischen Acharnae
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Hugo Blümner schreibt in seinem 1869 erschienenen Buch „Die gewerbliche Thätigkeit der Völker des klassischen Altertums“ zum Thema Holzkohle nur einen einzigen, noch dazu halben Satz. (s.u., Quelle 1)
Janos Sarkady berichtet in seinem 1974 erschienenen Buch “Reise in das Alte Athen” zum gleichen Thema und stellt die attische Köhlerei in ihrem Ursprung, ihrer Bedeutung und ihren Zusammenhängen mit anderen Gewerben dar. (s.u., Quelle 2)
Quelle 1 Quelle 2
„Dass die Bewohner des Fleckens Acharnae bei Athen eifrig die Kohlenbrennerei betrieben, ist aus Aristophanes hinlänglich bekannt; in Marathon scheinen viel Seiler gewesen zu sein.“
[Blümner, S.65]
„Eine andere Form, unmittelbar die Naturschätze zu nutzen, war die Köhlerei, die ein eigenes Gewerbe darstellte und zugleich für andere Gewerbezweige das Brennmaterial lieferte. In Attika, hauptsächlich im nördlichen Grenzgebiet, erstreckten sich in früher und auch in klassischer Zeit noch beträchtliche Waldungen. Die bäuerliche Bevölkerung auf dem Lande fand neben dem Ackerbau und der Viehzucht recht bald einen dritten – und sich am meisten lohnenden – Erwerbszweig in der Verarbeitung des Holzbestandes, hauptsächlich der Eiche, zu Holzkohle. Es genügt, wenn an die Komödie ´Die Acharner´ des Aristophanes erinnert wird, in der als Sinnbild des kämpferischen Dorfes, entsprechend der Hauptbeschäftigung seiner Bewohner, der Kohlenkorb vorkommt. Die Bedeutung dieses Gewerbes erklärt sich daraus, daß die Eisenverarbeitung beziehungsweise die Metallurgie ganz allgemein ohne die Holzkohle, die als Heizmaterial für die Schmelzöfen diente, undenkbar gewesen wäre.“ [Sarkady, S.117]

 
Es reicht die eigene Empfindung, um festzustellen, welche der beiden Quellen die attische Kohlenbrennerei unzulänglich darstellt und welche das gleiche Thema hinreichend umfassend und in seiner Komplexität wiedergibt.

 
b) Unzulänglichkeit aus objektiver Sicht
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Die Beurteilung einer Quelle aus objektiver Sicht mit Hilfe von Mindestanforderungen stützt sich auf qualitative und quantitative Merkmale der Quelle. Dazu wird unter dem Titel „Aussagenhäufigkeit“ einiges im Abschnitt 4.2  gesagt. Weitergehendes soll zu späterer Zeit dargelegt werden.

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4. Methoden und Ergebnisse des Auswertens der Quellenbasis
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4.1 Quellenbewertung nach dem Grad der Wertschätzung der Köhlerei als Glied einer Produktionskette
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Bereits gegen Ende der Urgeschichte und im wachsenden Umfang während der Frühgeschichte des Mittelmeerraumes sowie des Nahen und Mittleren Ostens haben sich dort Zentren des Erzabbaus und der Metallgewinnung herausgebildet.
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Ein Beispiel dafür ist die im späten 5. bis frühen 4. Jahrtausend v.u.Z. beginnende Kupfergewinnung aus den in Feinan bzw. Fenan (jetziges Jordanien) abgebauten Kupfererzen.   Eine ungefähre Vorstellung vom Umfang und von der Zentralisation der dortigen Produktion seit der Frühbronzezeit vermitteln die auf nur drei Zentren verteilten mächtigen Halden mit 150-200.000 Tonnen Schlacke aus der Erzverhüttung zu damaliger Zeit. 
[Anlage 1, C18, S.189;  A.Hauptmann: Den alten Hüttenleuten auf die Finger geschaut. – In: Rubin 2/00, S.42-44]

 
Obwohl diese Produktion bereits industrielle Ausmaße angenommen hatte, gibt es selbst in den gegenwärtigen, über Feinan berichtenden Quellen C7 und C18 (s. Anlage 1) zur Nutzung von  Holzkohle nur wenige und zum Erzeugen von Holzkohle überhaupt keine Hinweise.

 
Bei der in Quelle C7  erfolgten Formulierung einer
Kausalkette der Tätigkeit alter Berg- und Hüttenleute:   Erz => Bergbau => Verhüttung => Rohmetall => Weiterverarbeitung (Legieren, Gießen etc.) => Fertigprodukt => Handel“ 
wird die für das Verhütten von Erzen und für das Verarbeiten der gewonnenen Metalle unentbehrliche Holzkohlenproduktion völlig außer acht gelassen.
[siehe Ausstellung „Gesichter des Orients. 10.000 Jahre Kunst und Kultur aus Jordanien“. – Berlin 10/2004 - 01/2005]
In Quelle C18 wird eine in Feinan vorgefundene, aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrtausends stammende 
Werkstatt mit allen Funden aus der Metallurgiekette“ genannt. Gemäß der Darlegung des Autors der Quelle sind die aufgeführten Komponenten dieser Metallurgiekette  die bergmännische Gewinnung der Erze und die Verhüttung in kleinen Schmelztiegeln. Die Holzkohleproduktion, welche aus objektiver Sicht zusammen mit dem Erzbergbau an die Spitze der Metallurgiekette gehört, bleibt hier gleichfalls unerwähnt.

 
Auch in den Quellen C5 und C6 (s. Anlage 1) wird der Köhlerei kein eigenständiger Platz in der Kette der metallgewinnenden und -verarbeitenden Produktionsgrundprozesse zugebilligt. Die Holzkohlenproduktion wird statt dessen, wie die nachfolgenden Zitate belegen, unter den zuarbeitenden Bereichen geführt. 
 
Auf einem Internationalen Kolloquium zur Montanarchäologie in Europa (Freiburg 1990) wird in einem Vortrag über den Bergbau im Südschwarzwald des 13./14. Jahrhunderts ausgeführt: 
„Das Spektrum der Prospektionsbefunde umfaßt die gesamte metallurgische Produktionskette vom Erz (Abbau, Förderung), über die mechanische und thermische Aufbereitung (Klauben, Pochen, Waschen, Sieben, Trocknung, Röstung) bis hin zur Gewinnung des Rohmetalls (Verhüttung, Raffinierung). Hinzu kommen Befunde, die infrastrukturelle Einrichtungen (Zufahrtswege, Bergschmieden, Köhlerplätze) und ehemalige Wohnplätze anzeigen.[C5, S.206]
Auf den Kölner Kolloquien 1974 über "Eisengewinnung und Eisenverarbeitung in Europa 1500-1650" wird im Schlußvortrag von einer 
Aufgliederung des gesamten Eisenprozesses  in die bergmännische Eisengewinnung, Verhüttung und weitere Verarbeitung“ gesprochen. 
Die Köhlerei wird zusammen mit Holzfällern, Fuhrleuten u.a. anderen Gewerken in „weitere Kreise von Arbeitskräften“, die „Außenarbeiten verrichten“, eingeordnet. 
[C6, S.413]

In einer 1976 erschienenen Monographie über die Kelten wird in bezug auf die keltische Wirtschaft ein arbeitsteiliges Zusammenwirken von landwirtschaftlicher und eisenmetallurgischer Produktion beschrieben. Es heißt in diesem Text: 

„Die keltische Wirtschaft ruhte vor allem auf zwei Säulen, der landwirtschaftlichen und der eisenmetallurgischen Produktion. Ohne den pflügenden Bauern, den viehhütenden Hirten, den erzsuchenden Bergmann und den eisenverarbeitenden Hüttenmann und Schmied ist die weltpolitische Bedeutung der keltischen Stämme und die Blüte der keltischen Kultur nicht denkbar.“ [C19, S.58]
Der Köhler und sein Handwerk bleiben leider auch in dieser „Idylle“ unerwähnt. Interessanterweise präzisiert derselbe Autor einige Seiten weiter: „Ähnlich wie im ... Voralpengebiet, so scheinen auch anderswo Verhüttung, Meilerei und Schmiede gemeinsam durch das gleiche Kollektiv betrieben worden zu sein.“ [C19, S.64]
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In einer Reihe von Quellen wird hingegen bezüglich der Produktionsketten bzw. der  Verbundsysteme in metallgewinnenden und –verarbeitenden Zentren des Altertums und des frühen Mittelalters der Köhlerei eine gleichwertige und gleichrangige Stellung zuerkannt, wie die nachfolgenden Zitierungen zeigen.
So schreibt die Autorin Linduff in ihrer Monographie „The Beginnings of Metallurgy in China“:  “The development of metallurgy depends on the development and coordination of several different technological processes – mining, the making of charcoal, preparation of molds, furnace building and so forth.”  (Die Entwicklung der Metallurgie hängt von der Entwicklung und Koordinierung mehrerer verschiedener technologischer Prozesse ab - Bergbau, Herstellung von Holzkohle, Vorbereitung von Gußformen, Bau von Schmelzöfen usw.) [C11, S.55]
Zu einem frühmittelalterlichen Eisenproduktionszentrum im Neumünsteraner Sander wird von einem geschlossenen Fund von „Rennöfen, Ausheizherden und Meilergruben“ berichtet, „daß dort vor Ort ,,Eisenverhüttung, Aufbereitung der Luppen und Gewinnung der Holzkohle im Verbund stattfanden.“ [C25, S.426]
Eine 1995 erschienene Museumspublikation über die Kelten in Mitteleuropa enthält eine komplexe Darstellung der Köhlerei, eingebunden in eine technologische Kette mit den Hauptkomponenten Köhlerei, Bergbau, Verhüttung, Schmieden, Handel. [D1, S.8-10]
In einem Beitrag zu den Kölner Kolloquien 1974 werden zur Eisengewinnung und Eisenverarbeitung im südwestdeutschen Raum von 1500-1650 für das Werk Hammereisenbach 4 Abteilungen genannt: 
1. Holzaufbereitung; 2. Köhlerei; 3. Bergwerk mit Erzknappen und Erzwäschern; 4. Schmelzhütte mit Schmelzern, Aufsetzern, Ofenknechten und Schlackenpochern.[C6, S.226].

Dieselbe Quelle enthält einen Beitrag über die Geschichte der Eisenerzeugung in Böhmen im 16. und 17. Jahrhundert. Es heißt dort: „Einen untrennbaren Bestandteil der Eisenwerke bildete außer den Erzgruben, Hochöfen und Schmiedehämmern auch die Holzkohlenerzeugung in Meilern.[C6, S.283]
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Resüme zum Abschnitt 4.1

1. Von zehn in der Quellenbasis geführten Publikationen, in denen Produktionsketten (Kausalketten der Produktion) oder vergleichbare Formen arbeitsteiligen Zusammenwirkens genannt werden, lassen fünf die Köhlerei außer acht oder weisen ihr einen Platz im Dienstleistungsbereich zu. Die anderen fünf Publikationen beziehen die Köhlerei gleichberechtigt in die Gesamtabläufe der Produktion ein. (die drei Beiträge in C6 werden hier als getrennte Publikationen  geführt).
2. Die restlichen 45 analysierten Quellen bzw. Publikationen enthalten keine Aussagen zur Holzkohlenerzeugung im Rahmen einer Produktionskette bzw. eines industriellen Verbundes (vgl. Anlage 3).

4.2 Quellenbewertung nach Aussagenhäufigkeiten (Bewertung aus quantitativer Sicht)
.
Der Informationswert einer Quelle bezüglich des Fachgebietes HuK läßt sich anhand der Häufigkeit, mit der Aussagen zur Anwendung von Holzkohle sowie zur Köhlerei im Publikationstext auftreten, näherungsweise einschätzen.
In seltenen Fällen können auch schon wenige Aussagen zu HuK eine Quelle als brauchbar oder sogar wertvoll erscheinen lassen. Ein Beispiel dafür ist die Quelle C11. Generell gilt jedoch die selbstverständliche Wechselbeziehung: Je niedriger die Häufigkeit von Aussagen zu HuK, desto geringer ist auch bezüglich HuK der Informationswert der Quelle.

 
Ergebnis der quantitativen Quellenbewertung
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Im allgemeinen finden sich in den analysierten Quellen mehr Aussagen zur Anwendung von Holzkohle als Aussagen zur Köhlerei. Wie die Analyse ergibt, enthalten 42 von 55 analysierten Quellen (das sind ca. 76 %) nichts über Köhlerei, während nur 20 Quellen (ca. 36 %) nichts über Anwendung von Holzkohle bringen.
Wo keine Aussagen zur Anwendung von Holzkohlen vorkommen, existieren bei den analysierten Quellen auch keine Aussagen zur Köhlerei, Das bedeutet: Dieselben 20 Quellen wie oben (d.h. 36 % ) enthalten überhaupt keine Informationen zu HuK und sind somit für die Geschichtsschreibung der Köhlerei nicht aussagefähig.
Mangelhafte Aussagefähigkeit gilt auch für weitere 15 Quellen, die nur eine bis vier Einzelaussagen zur Holzkohlen-Anwendung enthalten.
.
Auf der Basis der Aussagenhäufigkeiten zu Holzkohle und Köhlerei sowie des Vorhandenseins von  Aussagen zur Einbindung der Köhlerei in eine Produktionskette bzw. einen industriellen Verbund  erfolgte eine Einschätzung des Informationswertes der analysierten Quellen. Je nach dem Resultat der Einschätzung wurde das Prädikat „wertvoll“, „brauchbar“ oder „unzulänglich“  vergeben. Das zusammengefaßte Ergebnis liegt in Tabelle 4 und in Bild 1, die Bewertung der einzelnen Quellen in Anlage 3 vor.

 
Tabelle 4   Zusammenfassung der Quellenbewertung  nach Aussagenhäufigkeiten
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Prädikat
Quellenanzahl
Prozent
wertvoll
10
18
brauchbar
10
18
unzulänglich
35
64
davon unzulänglich+
3
6
.
Zum Prädikat „unzulänglich +“ siehe Erläuterungen zu Anlage 3.
 

Bild 1



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

4.3     Quellenbewertung nach Inhaltskomponenten
  (Bewertung aus qualitativer Sicht)
.
In diesem Abschnitt wird eine Möglichkeit beschrieben, Quellen nach dem Vorkommen oder Fehlen wesentlicher HuK-Inhaltskomponenten zu bewerten. Die Inhaltskomponenten werden durch entsprechende, im Text auftretende  Aussagenblöcke und Einzelaussagen verkörpert. Es werden drei Inhaltskomponenten  unterschieden:
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Inhalts-
komponente
Aussagenblöcke und Einzelaussagen
HE Erzeugungs-, Verarbeitungs- und Analyseprozesse von Holzkohle und anderen Holzverschwelungsprodukten  (inklusive Voraussetzungen, Auswirkungen, Produktionsorganisation)
HA Anwendungen  von Holzkohle und anderen Holzverschwelungsprodukten (alle Anwendungs- gebiete, inklusive Bedarf und Verbrauch)
HP Produzenten der Holzkohle und der anderen Produkte (einschließlich der Arbeitsbedingungen, des gesellschaftlichen Status und des erweiterten sozialen Umfelds der Köhler und Teerschweler). 

 
Das Thema HuK wird hier weitergefaßt und schließt alle anderen Verfahren und Produkte der Holzverschwelung (Gewinnung von Holzteer, Essigsäure u.a.) ein, da diese häufig im Zusammenhang mit dem Meilerbetrieb dargestellt werden und für die Technikgeschichtsschreibung, ebenso wie die Holzkohle selbst, bedeutsam sind.
.
Eine Quelle kann aus qualitativer Sicht danach beurteilt werden, welche und wieviele der genannten Komponenten in der Publikation behandelt werden und ob die Darstellung der Komponenten in einem Umfang erfolgt, welcher dem Thema der Publikation angemessen ist. Aussagen mit nebensächlichen oder beiläufigen Erwähnungen von HuK- Sachverhalten werden nicht gewertet.  Andere Qualitätsanforderungen, insbesondere die Forderungen nach wissenschaftlicher Zuverlässigkeit und optimaler zahlenmäßiger Vollständigkeit der Textaussagen, können nur im eingeschränkten Maß bei dieser Form der Quellenbewertung Berücksichtigung finden.

 
Je nach dem Resultat der qualitativen Quellenbewertung wird eine der folgenden Rangstufen vergeben: 
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R1 Den höchsten Rang R1 hat eine Quelle,  in der alle drei Komponenten (HE, HA und HP) in ihren wechselseitigen Zusammenhängen dargestellt sind.
R2 Von mittlerem Rang R2 sind diejenigen Quellen ein, die eine bis zwei der o.g. Komponenten behandeln, jedoch ohne auf die komplexen Zusammenhänge aller drei Komponenten hinzuweisen.
R3 Eine Quelle hat den niedrigsten Rang R3, wenn sie sich nur mit einer der Komponenten beschäftigt und diese im Vergleich zu anderen in der Publikation behandelten Fachgebieten sehr kurz oder sehr allgemein darstellt.
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Quellen vom Rang 3 sind hinsichtlich der Berücksichtigung des Fachgebietes HuK als unzulänglich einzuschätzen. Gleiches gilt auch für Quellen, die von ihrer Thematik her eine Behandlung des Gegenstandes HuK  erwarten lassen, jedoch keine Aussagen dazu enthalten.
Eine qualitative Quellenbewertung  und entsprechende Vergabe von Rängen wurde in der vorliegenden Untersuchung nicht vorgenommen.

 
4.4   Die Methode des Vergleichs mit anderen Sachgebieten
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Zum Feststellen der Bedeutung, die einem bestimmten Gegenstandsbereich oder Sachgebiet in der einschlägigen Literatur beigemessen wird, bedient man sich zweckmäßigerweise der Methode des Vergleiches mit der Darstellung anderer, artverwandter Gebiete. In bezug auf die Köhlerei und ihre Rolle in Technik und Technologie vom Altertum bis zur Neuzeit kommen hierbei vor allem die großen und vielfältig verzweigten Sachgebiete des Bergbaus, des Hüttenwesens und der Metallverarbeitung (Metallschmelzen, Schmiedehandwerk) in Betracht.

Neben den genannten, verfahrensorientierten Sachgebieten wird für Vergleiche der große Bereich herangezogen, in welchem Metalle als Gegenstände jeglicher Art betrachtet werden. Dabei werden für den betrachteten geschichtlichen Zeitraum die Metalle Kupfer, Zinn, Bronze und Eisen als jeweils eigene Sachgebiete behandelt. Gold, Silber und weitere Metalle werden nicht berücksichtigt. Wegen des häufig undifferenzierten Gebrauch des Wortes Metall in den Quellen (z.B. ist in der Literaturdatenbank „Geschichte des Altertums“ 260mal von Metall die Rede), wird zusätzlich noch ein eigenes Sachgebiet Metall formuliert. Objekt der Vergleiche ist in erster Linie das Sachgebiet HuK.

Um die Methode des Vergleiches anwenden zu können, bedarf es einer fachlich relevanten und statistisch repräsentativen Menge von Literatur. Basis der Vergleiche sind nicht die einzelnen literarischen Quellen, sondern die genannten großen Literaturmengen. Diese müssen schnell und mit großer Effizienz durchsuchbar sein, wenn nicht ein unverhältnismäßig hoher Zeit- und Arbeitsaufwand für die vorzunehmenden Vergleiche in Kauf genommen werden soll. Nur digitalisierte Literaturbestände werden diesen Anforderungen hinreichend gerecht (siehe die Abschnitte 2.2. und 4.5 sowie Anlage 2).

Die Bestände werden sachgebietsweise nach einem Cluster von Fachwörtern durchsucht, die für das jeweilige Sachgebiet besonders typisch sind. Die für jedes Cluster ermittelten Fachwort-Gesamthäufigkeiten werden in Form tabellarischer und grafischer Darstellungen  mit der für das Sachgebiet HuK ermittelten Häufigkeitsmenge in Beziehung gesetzt. Das ermöglicht das Erkennen statistisch signifikanter Unterschiede zwischen den verschiedenen Sachgebieten und zum Sachgebiet HuK, verbunden mit Ableitungen von Rangfolgen der Sachgebiete im untersuchten Literaturbestand und Ermittlung des Platzes, den das Sachgebiet HuK in dieser Rangfolge einnimmt.

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Ein Beispiel für die Anwendung dieser Methode zeigt Bild 2 im Abschnitt 4.5.


4.5   Ergebnisse der Auswertung digitalisierter Quellen
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Bei den als Teil 2 der Quellenbasis auf CD vorliegenden digitalisierten Quellen (siehe Anlage 2) handelt es sich um Literaturzusammenstellungen (Literaturdatenbanken) zu großen thematischen und zeitlichen Bereichen der Menschheitskultur. Entsprechend den Speichermöglichkeiten des Mediums CD-ROM ist die Menge der gespeicherten und per Computerprogramm abrufbaren oder befragbaren Literatur sehr umfangreich. Verteilt auf zehn Literaturdatenbanken sind nahezu 200.000 Bildschirmseiten Text verfügbar (bei der Bibel als elfte Datenbank ist die Zahl der Bildschirmseiten nicht angegeben.). Das sind, bezogen auf gedruckte Literatur,  mehr als 50.000 Textseiten durchschnittlicher Größe.  Textvolumina dieser Größenordnung sind die Bedingung für statistisch repräsentative  Häufigkeitsbestimmungen von Textwörtern mit Fachwortcharakter (zum Beispiel „Holzkohle“, „Eisenerz“ oder „Schmelzofen“) und von logischen Verknüpfungen solcher Textwörter.
.
Die durchsuchten literarischen Quellen enthalten in zahlreichen Fällen Textstellen zum Thema HuK. Gleichzeitig finden sich in den verschiedensten Quellen, darunter solchen ohne direkten Technikbezug, zu Gebieten wie Bergbau oder Schmiedehandwerk noch viel umfangreichere Mengen von Aussagen .  Das gespeicherte Literaturvolumen und die programmgesteuerte Recherche ermöglichen großflächige Vergleiche der Aussagenmengen zu HuK mit den jeweiligen Mengen an Aussagen zu anderen technischen Fachgebieten, vor allem zu den Gebieten, mit denen HuK in  einem produktionstechnischen Zusammenhang steht. Aus diesen Vergleichen ergeben sich Erkenntnisse über den Platz der Köhlerei in der Literatur und darüber hinaus über die Beachtung des Köhlers und seines Handwerks in der jeweiligen Gesellschaft.

 
In der vorliegenden Analyse wurde das zusammengefaßte Literaturvolumen aller elf Literaturdatenbanken nach charakteristischen Fachwörtern der Sachgebiete Köhlerei, Bergbau, Erzverhüttung, Metallschmelzen, Metalle (Kupfer, Zinn, Bronze, Eisen) und Schmiedehandwerk durchsucht. 
Die Recherchen ergaben zu den einbezogenen Sachgebieten rund 12.000 Fundstellen, von denen knapp 800  (6,7 %) auf die Köhlerei entfallen. Damit nimmt die Köhlerei hinter den Sachgebieten Eisen, Schmieden, Bergbau, Metall, Bronze und Kupfer den 7. Platz ein, gefolgt von Zinn, Erzverhüttung und Metallschmelzen. 
(siehe auch Bild 2 mit dem Säulendiagramm „Fachworthäufigkeiten“)

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Zur Präzisierung der Analyse-Ergebnisse ist es zweckmäßig, eine Differenzierung der elf Datenbanken nach Literaturgruppen vorzunehmen (siehe Anlage 2 B.). Auf Literaturgruppen bezogene Resultate werden nachfolgend anhand einiger Beispiele beschrieben.

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Beispielsweise liegt das Sachgebiet Köhlerei in der Literaturgruppe "Antike Dichtung" mit 69 Fundstellen auf Platz 3 der Fundstellenrangfolge, nur übertroffen von den Sachgebieten Eisen (499) und Schmieden (117 Fundstellen).
In der Literaturgruppe "Märchen und Sagen" befindet sich das Sachgebiet Köhlerei auf Platz 4 (581 Fundstellen) hinter den Sachgebieten Schmieden (2364), Eisen (1810) und Bergbau (729 Fundstellen). In dieser Gruppe liegt mit ca. 31.000 Titeln auf knapp 90.000 Bildschirmseiten auch die größte Menge an Einzeltexten vor.
Bemerkenswert, allerdings in umgekehrter Richtung, ist die Literaturgruppe Archäologie. Hier liegt das Sachgebiet Köhlerei mit 49 Fundstellen hinter den Sachgebieten Metall (397), Bronze (352), Eisen (226), Bergbau (189), Kupfer (159) und Schmieden (128) erst auf Platz 7, gefolgt von Zinn (43), Metallschmelzen (29) und Erzverhüttung (19 Fundstellen). Das entspricht den Fundstellenverhältnissen in der Gesamtwertung aller elf Literaturdatenbanken. (s.a. Bild 2)

 
Diese Ergebnisse können aus fachsprachlichen und anderen Gründen nur als annähernd genau angesehen werden. Durch die Möglichkeit des Auswertens sehr großer Textmengen unterschiedlichster Art läßt sich jedoch mit den beschriebenen Verfahren ein Abbild zeichnen, das mit der Realität weitgehend übereinstimmt. Speziell im Fall der Literaturgruppe Archäologie wird damit der deutlich untergeordnete Rang, den die Köhlerei in der Literatur einnimmt, sichtbar gemacht.

 

Zum Verhältnis der Soll- und Istwerte der Fundstellenzahlen
.

Wie Tabelle 5 zeigt, stimmen bei den einzelnen Literaturgruppen die Ist-Werte an ermittelten HuK-Fundstellen nicht mit den Soll-Werten überein, die anhand der für jede Literaturgruppe angegebenen Zahl der Bildschirmseiten errechnet wurden.

In den Literaturgruppen „Weltgeschichte“ und „Geschichte des Altertums“ betragen die Ist-Werte nur rund 20 bzw. 15 Prozent vom Soll. Die Fundstellenzahlen liegen damit deutlich unter den statistisch zu erwartenden Mengen.  Das zeigt, daß in den Literaturdatenbanken „Fischer Weltgeschichte“, „Wörterbuch Geschichte“ und „Geschichte des Altertums“ die Literatur mit Aussagen zu HuK unterrepräsentiert (zu wenig vertreten) ist.

Deutliche Unterrepräsentation der HuK-Fundstellen ist auch bei der Literaturgruppe Archäologie erkennbar. Hier beträgt der Ist-Wert nur rund 67 Prozent vom Sollwert.
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Im Gegensatz dazu liegt in der Literaturgruppe „Märchen und Sagen“ der Fundstellen-Ist-Wert mit rund 160 Prozent über dem  Soll-Wert. Die analysierte Märchen- und Sagenliteratur, welche Aussagen zu HuK enthält, ist also in dieser Literaturgruppe statistisch überrepräsentiert. Die Einzelanalyse der beiden Literaturdatenbanken „Deutsche Märchen und Sagen“ und „Europäische Märchen und Sagen“ (in Tabelle 5 nicht ausgewiesen) zeigt, daß besonders bei deutschen Märchen und Sagen ein statistisch übergroßer Anteil an Aussagen zu HuK vorhanden ist.
.
.
Relativ ausgeglichen ist das Verhältnis von Ist- und Soll-Werten an HuK-Fundstellen nur bei der Literaturgruppe "Antike Dichtung". Der Ist-Wert liegt hier lediglich rund 6 Prozent unter dem Soll-Wert.

 
Tabelle 5   IST- und SOLL-Verteilung der HuK-Fundstellen nach Literaturgruppen
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Literaturgruppe
Bildschirm-
seiten
Fundstellen
IST
Fundstellen
SOLL
Prozent
IST / SOLL
Weltgeschichte
34.430
27
140 (139,90)
19 (19,30)
Altertum
22.480
14
91 (91,34)
15 (15,33)
Religionsgeschichte
 
 47
   
Antike Dichtung
18.084
69
73 (73,48)
94 (93,90)
Archäologie
17.977
49
73 (73,05)
67 (67,08)
Märchen und Sagen
89.143
581
362 (362,22)
160 (160,40)
Summe
182.114
740
739 (739,99)
 ---

 
Erläuterungen zu Tabelle 5
.
HuK Holzkohle und Köhlerei
Textvolumen Die Gesamtmenge aller Texte innerhalb einer Literaturgruppe
Fundstelle Das Auftreten eines der im Textvolumen gesuchten Fachwörter zu HuK
Fundstellen IST Durch Recherche ermittelte Häufigkeit der Fundstellen im Textvolumen der Literaturgruppe
Fundstellen SOLL Durch Berechnung erwartete Häufigkeit der Fundstellen im Textvolumen der Literaturgruppe
Berechnungsmodus SOLL Die Berechnung der Sollwerte fußt auf der Annahme, daß sich der Fundstellen- Sollwert der jeweiligen Literaturgruppe zur Gesamtmenge der Fundstellen-Istwerte ebenso verhält wie die Anzahl der  Bildschirmseiten derselben Literaturgruppe zur Gesamtmenge aller Bildschirmseiten. Daraus folgt: Der für jede Literaturgruppe zu erwartende Anteil an Fundstellen (Fundstellen-Sollwert) ergibt sich aus der Summe aller Fundstellen-Istwerte, multipliziert mit dem Quotienten der Bildschirmseiten (Seitenanzahl  dieser Literaturgruppe dividiert durch die Summe der Seitenmengen aller Literaturgruppen). Im konkreten Fall lautet die Berechnungsformel: Sollwert = 740 * <Seitenmenge der Literaturgruppe> / 182114.
Prozent IST/SOLL Prozentsatz des IST-Wertes gegenüber dem SOLL-Wert  (SOLL = 100%)
Religionsgeschichte Diese Literaturgruppe konnte in die Berechnung der Sollwerte nicht einbezogen werden, weil in der zu dieser Gruppe gehörenden Literaturdatenbank "Die Bibel" die Anzahl der Bildschirmseiten nicht bekannt ist. Die dadurch bedingte zahlenmäßige Beeinflussung der Sollwerte ist geringfügig und kann aus statistischer Sicht vernachlässigt werden.

 
Das Diagramm in Bild 2 verdeutlicht den Platz, den das Sachgebiet HuK (im Diagramm als "Köhlerei" bezeichnet) im Vergleich mit allen anderen Sachgebieten einnimmt. Die Fachworthäufigkeiten in Bild 2 gelten für die Gesamtheit der in die Analyse einbezogenen elf Literaturdatenbanken (Datenbankgruppen), inklusive der beiden Datenbanken der Literaturgruppe "Religionsgeschichte" mit 47 HuK-Fundstellen.

 

Bild 2

Die im obigen Säulendiagramm angezeigten Fachworthäufigkeiten wurden mit speziellen Suchwörtern durch Recherche ermittelt. Diese Recherchen erfolgten in allen elf verfügbaren Literaturdatenbanken. Die Einzelergebnisse wurden pro Sachgebiet zusammengefaßt.
Als Suchwörter wurden Fachwörter ausgewählt, welche das jeweilige Sachgebiet im besonderen Maße repräsentieren und die in sachgebietsbezogenen Texten in der Regel besonders oft Verwendung finden
.
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5. Zusammenfassung und Schlußfolgerungen
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Sowohl die Analysen  der per Zufallsauswahl zusammengestellte Menge gedruckter Publikationen (Printliteratur) als auch die komplexen Recherchen in den Literaturdatenbanken (digitalisierte Literatur) bestätigen die mit dem Vortragsthema aufgestellte und im Abschnitt 1 begründete These von der unzulänglichen Berücksichtigung der Köhlerei in der Geschichtsschreibung der Technik.

Diese These  mag, unter Berufung auf die in verschiedenen Quellen vorzufindenden Aussagen über frühgeschichtliche Anwendungen von Holzkohle, insbesondere in den Prozessen der Metallurgie, nicht immer auf Zustimmung stoßen. Mancher wird fragen, warum denn die Rolle der Holzkohle so betont würde, da es sich doch „nur“ um einen Betriebs- oder Hilfsstoff handele, die Kohlenbrennerei ein dienstleistendes Gewerbe sei und nicht zu den Produktionsgrundprozessen gehöre.

Hier muß die Gegenfrage gestellt werden, was mit den abgebauten Erzen in den Jahrtausenden v.u.Z. und in den fast zweitausend Jahren nach der Zeitenwende hätte geschehen sollen, wenn zum Gewinnen der in den Erzen enthaltenen Metalle nicht Holzkohle in gewaltigen Mengen und mit großer Kontinuität verfügbar gewesen wäre? Was sollte der Hüttenmann ohne die hochwertige Holzkohle, ohne das Fachwissen und die praktischen Erfahrungen des Kohlenbrenners mit dem Erz beginnen?  Holzkohle wird bekanntlich nicht so wie die Stein- oder Braunkohle, im Bergbau gewonnen, sondern muß von Menschenhand in einem Holzveredlungsprozeß nach einer Technologie erzeugt werden, die große Sachkenntnisse und Fertigkeiten erfordert.

Demgemäß muß mit aller Deutlichkeit gesagt werden:  Die Holzkohlenerzeugung war bis ins 19. Jahrhundert u.Z. neben dem Bergbau die Voraussetzung dafür, daß Metalle aus Erzen gewonnen und die weiteren Verarbeitungsschritte durch das Schmiedehandwerk und alle nachfolgenden metallverarbeitenden Gewerbe erfolgen konnten. In der Kausal- oder Produktionskette der Metallgewinnung und –verarbeitung bildeten Erzbergbau und Holzkohlenerzeugung das gemeinsame Anfangsglied. In Arbeitsteilung lieferten im ersten Schritt dieser  Produktionskette der Bergmann den Arbeitsgegenstand, das Erz, und der Köhler das Arbeitsmittel, die Holzkohle, mit denen ein neues Produkt, das Metall, erzeugt werden konnte. Darüber hinaus begleitete der Köhler mit seinem Erzeugnis auch die nachfolgenden Schritte der Metallbearbeitung bis zum Fertigprodukt.
.

Bergmann und Köhler, Hüttenmann, Schmied – so sah die Gemeinschaft der Produktionsgrundarbeiter in der metallerzeugenden und metallverarbeitenden Industrie des Altertums und des Mittelalters bis in die Neuzeit hinein aus. So muß diese Gemeinschaft auch von der Geschichtsschreibung der Technik ohne Abstriche wahrgenommen und vertreten werden.
.
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Der vorliegende Text wurde auszugsweise auf der Internationalen Fachtagung "Köhlerei - gestern, heute, morgen", die im Rahmen des Europäischen Köhlertreffens stattfand, im August 2005 in Rohr im Gebirge, Österreich, vorgetragen.
Alle zur Analyse der Technikgeschichtsschreibung herangezogenen Quellen sind in den Anlagen 1, 2 und 3 aufgeführt.

 
Autorendaten
Dr. phil. Eberhardt Gering,
Tel. (0049) 03375 504 894
E-Mail:  Eberhardt.Gering@web.de 
Wildau bei Berlin, September 2005
 
 

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Anlage 1    Verzeichnis der analysierten Printquellen  Teil A
.
A Weltgeschichte
A1 Der Neue Bildatlas der Hochkulturen / Paul G.Bahn u.a., 2003
A2 Die gewerbliche Thätigkeit der Völker des klassischen Alterthums / Hugo Blümner, Leipzig, 1869
A3 Wirtschaft und Gesellschaft im Seleukidenreich / Heinz Kreissig, Berlin 1978
A4 Weltgeschichtsatlas / John Haywood, Köln 1999
A5 Die Menschen der Steinzeit / Göran Burenhult (Hrsg.), Bechtermünz 2000
A6 Wirtschaftsgeschichte des Altertums / Fritz Heichelheim, Leiden 1969
B Archäologie und Archäobotanik
B1 Steinzeitsiedlungen im Teutoburger Wald: Beitrag zur Erforschung des Mesolithikums / H.Diekmann, 1931
B2 Harappa: The Cradle of our Civilization / Nazir Ahmad Chaudry. – Lahore 2002, 112 S
B3 Auf den Spuren der Antike: Heinrich Schliemanns Berichte über seine Entdeckungen in der griechischen Welt. – 1974
B4 Atlas Archäologie / T.Taylor; M.Aston. – Köln 2004, 207 Seiten
B5 Forschungen zu Mensch und Umwelt im Odergebiet / Gringmuth-Dallmer ; Leciejewicz, Mainz 2002
B6 Umweltgeschichte und Agrarökonomie im Einzugsbereich hethitischer Städte / R.Neef u.a., Berlin 2000. (Z.-Artikel)
B7 Zu aktuellen Problemen d. ältesten Metallurgie / I.R.Selimchanow. - In: Moderne Probleme d. Archäologie, Berlin 1975
B8 Aussagen der Eisenmetallurgie für die archäolog.-histor. Forschung / R.Pleiner. - In: Moderne Probleme..., Berlin 1975 
C Technikgeschichte
C1 Bergleute und Hüttenmänner im Altertum bis zum Ausgang der Römischen Republik / Helmut Wilsdorf, Berlin 1952 
C2 Montanwesen - Eine Kulturgeschichte / Helmut Wilsdorf. - Leipzig 1987
C3 Bergbau, Steinbruchtätigkeit und Hüttenwesen / Robert James Forbes, Göttingen 1967
C4 Iron Working in Ancient Greece / Radomir Pleiner, Praha 1969, 63 Seiten
C5 Montanarchäologie in Europa; ... Internationales Kolloquium Freiburg 1990. - Sigmaringen 1993, 562 S.
C6 Eisengewinnung und Eisenverarbeitung in Europa 1500-1650; Kölner Kolloquien / Kellenbenz u.a., Köln 1974
C7 Vorgeschichtlicher Kupferbergbau in Feinan, Jordanien / Andreas Hauptmann u.a.
C8 Chronik der Technik (CD)
C9 Die Technik des Altertums / Albert Neuburger, Leipzig 1929, 570 Seiten
C10  Die Geburt des Hephaistos / Ulf-Dietrich Schoop, 1995
C11 The Beginnings of Metallurgy in China / Katherin M. Linduff u.a., , New York 2000
C12 Die ältesten Verfahren der Erzeugung technischen Eisens / Bernhard Neumann, Berlin 1954
C13 Iron in Archaeology:The European Bloomery Smelters / Radomir Pleiner, Praha 2000, ca. 380 Seiten
C14 Aus der Geschichte der ältesten Metallurgie des armenischen Hochlands / A.Z.Gevorkian, Jerewan 1980, 128 S.russ. 
C15 Frühe Bergvölker in Armenien und im Kaukasus / Kohlmeyer;Saherwala, Ausstellung, Berlin 1983, 84 Seiten
C16 A History of Armenia / Vahan M.Kurkjian, Armenian General Benevolent Union of America,New York 1959, 526 p. 
C17 Der Wald in Altpreussen als Wirtschaftsraum / Friedrich Mager, Köln Graz 1960
C18 Zur frühen Metallurgie d. Kupfers in Fenan/Jordanien/Andreas Hauptmann. - In:Der Anschnitt,Beiheft 11, Bochum 2000
C19 Kelten zwischen Alesia und Pergamon / Friedrich Schlette, Leipzig, Jena, Berlin 1976, 183 Seiten
C20 Zur Geschichte der Eisengewinnung mit Holzkohle und Steinkohlenkoks / Collin;Wetzel, Basel 2004
C21 Eisen und Eisenbereitung in ältester Zeit / Axel W.Persson, In: Arsberättelse 1933-1934, Lund 1934, S.111-127
C22 A History of Metallurgy / R.F.Tylecote, The Institute of Materials, 1992, ca. 200 Seiten
C23 Archäometallurgie der Alten Welt; Internat.Symposium Heidelberg 1987. – Bochum 1989, ca. 320 Seiten
C24 The Beginnings of Metallurgy; International Conference Bochum 1995 . - In: Der Anschnitt, Beiheft 9,Bochum 1999 
C25 Propyläen Technikgeschichte; Bd.1 Landbau und Handwerk / D.Hägermann, H.Schneider, Berlin 1991, 544 Seiten
D Populärwissenschaftliche Publikationen
D1 Die Eisenzeit beginnt – die Kelten in Mitteleuropa / Alix Hänsel, Berlin, 1995, 44 Seiten
D2 Elba. Seine Mineralien zur Zeit der Etrusker / Alessandro Canestrelli, 28 Seiten, o.Datum (spätestens 2003)
E Lexika
E1 Grosses vollständiges Universal Lexikon aller Wissenschaften und Künste. – Halle und Leipzig, 1737
Summe:  42 Quellen    vgl. Anlage 3, Erläuterungen

 
 
Anlage 1    Verzeichnis der analysierten Printquellen  Teil B
.
C23.1 Untersuchungen an Holzkohlen aus frühen Schmelzplätzen / M.-L. Hillebrecht . – In: C23, S. 203-212
C23.2 Die Brennstoffressourcen im Raum Fenan (Wadi Arabah, Jordanien) ... / Baierle u.a. – In: C23, S. 213-222
C23.3 Cayönü Tepesi and the Beginnings of Metallurgy in the Ancient World / James D. Muhly. – In: C23, S. 1-11
C23.4 The Earliest Periods of Copper Metallurgy in Feinan, Jordan / A. Hauptmann. – In: C23, S. 119-135
C23.5 Zur Herstellung von Kupfer ... im Bereich des östlichen Mittelmeers (3500-1000 v.0) / U.Zwicker. – In C23, S.191-201
C23.6 Antike Goldgewinnung in der Ostwüste Ägyptens / D. Klemm; R. Klemm. – In: C23, S.227-234
C23.7 Geleitwort zum Symposium Bochum 1987 / R. Slotta. – In: C23 
C24.1 Aspects of early metal use in neolithic Mesopotamia / U.-D. Schoop. – In: C24, S.31.36
C24.2 Early metalworking at Cayönü / R. Maddin u.a. – In: C24, S.37-44
C24.3 Frühneolithische Metallurgie von Asikli Höyük / Ü. Yalcin; E.Pernicka – In: C24, S.45-54
C24.4 Zum frühen Auftreten der Zinnbronze in Mittelasien / V. Ruzanov. – In: C24, S. 103-105
C24.5 The earliest steps to copper metallurgy in the western Arabah / J. Merkel u.a. – In: C24, S. 149-166
C24.6 Paradigms of metallurgical innovation in prehistoric Europe / P.T. Craddock. – In: C24, S. 175-192
C24.7 Die Anfänge der Metallurgie an der westlichen Schwarzmeerküste / H. Todorova. – In: C24, S. 237-246
Summe: 14 Quellen  (Teilquellen von C23 und C24) vgl. Anlage 3, Erläuterungen

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Anlage 3     Bewertung der analysierten Printquellen
.
Quelle
Aussagen zur Produktionskette
Aussagen zur HK-Anwendung
Aussagen zur Köhlerei
Prädikat
A   Weltgeschichte
A1  Bildatlas P.Bahn
keine
keine
keine
unzulänglich
A2  Blümner
keine
1
keine
unzulänglich
A3  Kreissig
keine
keine
keine
unzulänglich
A4  Atlas Haywood
keine
keine
keine
unzulänglich
A5  Burenhult
keine
keine
keine
unzulänglich
A6  Heichelheim
keine
keine
keine
unzulänglich
B Archäologie
B1  Diekmann
keine
mehrfach
keine
brauchbar
B2  Harappa
keine
1
keine
unzulänglich
B3  Schliemann
keine
1
keine
unzulänglich
B4  Atlas Taylor
keine
1
keine
unzulänglich
B5  Gringmuth-Dallmer
keine
3
keine
unzulänglich
B6  Dörfler
keine
keine
keine
unzulänglich
B7  Selimchanow
keine
keine
keine
unzulänglich
B8  Pleiner 1975
keine
1
keine
unzulänglich
C   Technikgeschichte
C1   Wilsdorf 1952
keine
3
keine
unzulänglich
C2   Wilsdorf 1987
keine
mehrfach
keine
brauchbar
C3   Forbes
keine
mehrfach 
keine 
brauchbar
C4   Pleiner 1969 
keine 
 
mehrfach 
brauchbar 
C5   Kolloquium Freiburg 1990
Köhlerei DL 
wenig 
brauchbar
C6   Kolloquium Köln 1974
Kö. gleichw. 2x, DL 1x 
 
mehrfach 
wertvoll
C7   Hauptmann 2004 
Kö. nicht einbezogen 
 
keine 
unzulänglich+ 
C8   Chronik (CD)
keine 
19 
keine 
brauchbar
C9   Neuburger 
keine 
mindestens 14 
spezieller Abschnitt
wertvoll 
C10  Schoop 1995
keine 
keine 
unzulänglich+ 
         
C11  Linduff
Kö. gleichwertig 
 
 siehe Prod. kette
 wertvoll
C12  Neumann / Wilsdorf
C12.1  Neumann 
keine
zahlreich 
keine 
brauchbar
C12.2  Wilsdorf
keine 
keine 
keine 
unzulänglich 
C13  Pleiner 2000 
keine 
 
spezielles Kapitel
wertvoll 
C14  Gevorkijan 
keine 
keine 
keine 
unzulänglich 
C15  Kohlmeyer 
keine 
keine 
keine 
unzulänglich 
C16  Kurkijan
keine 
keine 
keine 
unzulänglich 
C17  Mager
keine 
mehrfach 
spezielles Kapitel 
wertvoll 
C18  Hauptmann 2000 
Kö. nicht einbezogen 
wenig 
keine 
unzulänglich+ 
C19  Schlette
Kö. nicht einbezogen 
wenig 
brauchbar
C20  Collin 
keine 
 
keine 
brauchbar
C21  Persson
keine 
keine 
keine 
unzulänglich 
C22  Tylecote 
keine 
keine 
unzulänglich
         
C23 Symposium Heidelberg 1987        
C23.1  Hillebrecht 
keine 
spezieller Vortrag 
spezieller Vortrag 
wertvoll 
C23.2  Baierle
keine
 
spezieller Vortrag
wertvoll
C23.3  Muhly
keine
keine
keine
unzulänglich
C23.4  Hauptmann 89
keine 
keine
keine
unzulänglich
C23.5  Zwicker
keine
mehrfach
keine
brauchbar
C23.6  Klemm
keine
keine
keine
unzulänglich
C23.7  Slotta
keine
1
keine
unzulänglich+
C24  Konferenz Bochum 1995
C24.1  Schoop 1999
keine
keine
keine
unzulänglich
C24.2  Maddin
keine
keine
keine
unzulänglich
C24.3  Pernicka
keine
keine
keine
unzulänglich
C24.4  Ruzanow
keine
keine
keine
unzulänglich
C24.5  Merkel
keine
3
keine
unzulänglich
C24.6  Craddock
keine
keine
keine
unzulänglich
C24.7  Todorova
keine
1
keine
unzulänglich
C25   Hägermann, ...
Köhlerei einbezogen
mehrfach
Prod.kette, sonst wenig
wertvoll
D  Populärwiss.Publik.
D1  Hänsel 
Kö. an erster Stelle
mehrfach
s.Produktionskette
wertvoll
D2  Canestrelli
keine
wenig
keine
unzulänglich
E  Lexika
E1  Univ.lexikon 1737
keine
 
spezieller Artikel
wertvoll
Summe:  55 Quellen (inklusive Teilquellen  zu C23 und C24)

.

Erläuterungen zu Anlage 3
.
Zu Spalte 1 (Quelle): Die vollständigen Quellenangaben sind in Anlage 1 (Teil A und B) enthalten. 
2 Bei der Quelle C12 handelt sich um eine Monographie mit getrennt erfaßtem Nachwort eines zweiten Autors. 
Die Quellen C23 und C24 sind Sammelbände mit Tagungsvorträgen, von denen je sieben erfaßt wurden. Dadurch umfaßt die obige Tabelle insgesamt 55 Quellen, davon 39 Einzelquellen und 16 Teilquellen. 
In Anlage 1 Teil A sind die Quellen C12, C23 und C24 als Ganzes und nicht als Mengen ihrer Teilquellen ausgewiesen. Dieses Teilverzeichnis umfaßt daher nur 42 Quellen (39 Quellen wie in Anlage 3 plus die drei o.g. Sammelquellen). 
Ein bibliographisches Verzeichnis der 14 Vorträge aus den Quellen C23 und C24 befindet sich in Anlage 1 Teil B
Die zwei Teilquellen der Quelle C12 wurden in Anlage 1 nicht getrennt aufgeführt.
3 Das Prädikat  "unzulänglich +" besagt: Die Quelle ist in der Gesamtaussage unzulänglich, vereinzelte HuK-Aussagen in dieser Quelle haben jedoch einen speziellen Informationswert. 
4 Produktionskette: hier der technisch-technologische Verbund von Bergbau, Köhlerei, Verhüttung, Metallverarbeitng (Schmiedehandwerk) und Handel.
Abkürzungen
Kö     Köhlerei
DL     Dienstleistung

                                                                                                                                                      Zurück zum Inhaltsverzeichnis



 
 

Anlage 2
.

A. Verzeichnis der analysierten Literaturdatenbanken
.
Kürzel Name der Literaturdatenbank (CD-Titel) Bildschirmseiten Einzeltitel
FWG Fischer Weltgeschichte 27.983 ---
WBG Wörterbuch Geschichte 6.447 6.324
GA Geschichte des Altertums 22.480 ---
GJ Geschichte der Juden 13.716 ---
BI Die Bibel --- ---
DA Dichtung der Antike 18.084 ---
WBA Wörterbuch Archäologie 1.621 1.035
BHH Biblisch-Historisches Handwörterbuch 9.973 4.751
LA Lexikon Antike 6.383 6.039
DMS Deutsche Märchen und Sagen 55.347 24.051
EMS Europäische Märchen und Sagen 33.796 7.016
Summe >195.830 >49.216

 
Erläuterungen  
Bildschirmseite In normaler Schriftgröße bildschirmfüllende Textmenge. 
4 Bildschirmseiten entsprechen etwa einer in normaler     Größe gedruckten Textseite. 
Von der Literaturdatenbank BI ist die Zahl der Bildschirmseiten nicht bekannt.
Einzeltitel Geschlossene Texteinheit mit eindeutig bezeichnetem Anfang und Ende (z.B. Märchen, Sagen, Wörterbuchartikel). Von fünf Literaturdatenbanken ist die Zahl der Einzeltitel nicht bekannt.

 
 
B.   Thematische Gruppierung der Literaturdatenbanken
.
Literaturgruppe Zugehörige Literaturdatenbanken Kürzel
Weltgeschichte Fischer Weltgeschichte
Wörterbuch Geschichte
FWG
WBG
Geschichte des Altertums Geschichte des Altertums GA
Religionsgeschichte Geschichte der Juden
Die Bibel
GJ
BI
Antike Dichtung Dichtung der Antike DA
Archäologie Wörterbuch Archäologie
Biblisch-historisches Handwörterbuch
Lexikon der Antike
WBA
BHH
LA
Märchen und Sagen Deutsche Märchen und Sagen
Europäische Märchen und Sagen
DMS
EMS

..
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