Über die Bronzezeit im Vorderen Orient unter den Aspekten der Metallgewinnung, der Waffentechnik und der Energiebasis Holzkohle. Eine Studie

Zur Übersicht der Hauptteile und Kapitel der Studie
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 Kapitel 5
Bearbeiten und Weiterverarbeiten von Metallen


Themen und Verzeichnisse von Kapitel 5
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(1)
Zur Entstehung der Metallurgie in der Kupfersteinzeit
(2)
Ausbreitung des Kupfers vom 7. bis 1. Jahrtausend v.u.Z.
(3)
Beginn der Erzeugung von Bronze
(4)
Kupferproduktion und -verarbeitung im alten Ägypten
(5)
Metallverarbeitungszentrum Qantir / Pi-Ramesse
(6)
Arten der Metallbe- und verarbeitung
(7)
Löten und Schweissen
(8)
Schmieden
(9)
Giessen von Metall
(10)
Tauschierung
(11)
Metallgewinnung und -verarbeitung im frühen Israel
(12)
Schmiede und Schmiedewerkstätten in der antiken Dichtung
(13)
Gesellschaften der Menschheit im Spiegel der Metalle
(14)
Bronzezeitliche Arbeitsprozesse mit großem Energiebedarf
(15)
Produktionsdaten
(16)
Quellenverzeichnis zu Kapitel 5
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Kapitelverzeichnis Teil I

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 ( 1 )  Zur Entstehung der Metallurgie in der Kupfersteinzeit
Die Metallurgie - hier zu verstehen als Gesamtheit der Verfahren zum Gewinnen von Metallen aus Erzen, zum Bearbeiten der Rohmetalle und zum weiteren Verarbeiten der Metalle - hat ihre Anfänge im ausgehenden Mesolithikum (Mittelsteinzeit) und im beginnenden Neolithikum (Jungsteinzeit). Der langsame Übergang ins Neolithikum begann um 8000 v.u.Z. (nach anderen Angaben um 5500 v.u.Z.). Kennzeichen des Neolithikums waren sesshafte Besiedelung, beginnende Landwirtschaft, Viehzucht sowie anhand von aufgefundenem Metallschmuck nachweisbare Erkenntnisse in Metallgewinnung und -bearbeitung. 

Die ersten von Menschen bearbeiteten Metalle waren die in gediegener Form vorkommenden Elemente Kupfer, Gold und Silber.
Älteste bekannte Zeugnisse der Metallbearbeitung sind Schmuckplättchen aus gediegenem Kupfer, datierend aus dem achten Jahrtausend v.u.Z. und gefunden in Anatolien,  zum Beispiel auf dem dortigen Grabungsort Cayönü. siehe 501.

Vom Beginn einer "frühen Kupferzeit" wird in der Geschichtsscheibung jedoch erst für die Zeit um 5500, nach anderen Angaben um 4000 v.u.Z. gesprochen. Aus dieser Zeit stammen die ersten Belege für kupferne "Schwergeräte" (Äxte, Beile und Dolche), häufig gefunden als Grabbeigaben zusammen mit Goldschmuck. Auch Metallspiegel wie die vom Fundort Knossos auf Kreta gehören zu den Kennzeichen der einsetzenden Kupferzeit als dem ersten Hauptabschnitt der historischen Metallzeiten.
(Bei den in der Fachliteratur als "Metallspiegel" bezeichneten Fundgegenständen handelt es sich um Spiegel aus poliertem gediegenem Kupfer oder aus polierter Bronze).

Die "frühe Kupferzeit" wird wegen ihrer zeitlichen Einbettung in das Ende der Jungsteinzeit und den Anfang der frühen Bronzezeit als Kupfersteinzeit bezeichnet. Von gleicher Bedeutung sind der in Vorderasien gebräuchliche Terminus "Chalkolithikum" (griech. Chalkos für Kupfer) und der insbesondere in Südosteuropa verwendete Terminus "Äneolithikum" (lateinisch Aes für Kupfer). Inhaltlich wird mit diesen synonym genutzten Fachwörtern die Zeit bezeichnet, in welcher der Kupferbergbau begann und erste Grundtechniken der Metallurgie entwickelt wurden.  siehe 502 und 503

Die frühestens um 5500 v.u.Z. einsetzende Kupfersteinzeit dauerte bis ca. 2200 v.u.Z.   Die Bezeichnungen "Kupfersteinzeit" etc. finden in der Geschichtsschreibung nur für diejenigen Regionen Anwendung, in denen  Kupfer als Rohstoff in hinreichenden Mengen verfügbar war und in denen von der  Archäologie entsprechend umfangreiche Funde von Schwergeräten (siehe oben) gemacht wurden. Bezüglich aller anderen Regionen, auf welche die genannten Prämissen nicht zutrafen, wird nicht von einer historischen Periode der Kupferzeit oder Kupfersteinzeit gesprochen. 

Im Chalkolithikum trat gediegenes Kupfer gelegentlich in großen Mengen auf. Kupfer in dieser Form ist jedoch relativ weich, weshalb es nur sehr begrenzt für Werkzeuge und Waffen nutzbar war. Als im Neolithikum die ersten kupfernen Gegenstände hergestellt wurden, war die Stein- und Keramiktechnik schon so weit entwickelt, daß aus diesen Materialien gefertigte Werkzeuge weitaus brauchbarer waren als  Erzeugnisse aus weichem Kupfer. Deshalb wurde Kupfer weniger für Gebrauchsgüter sondern mehr für Schmuck und ornamentale Dinge verwendet, wobei der auffallende rote Farbton von Kupfer und bei poliertem Kupfer auch dessen spiegelnde Oberfläche besonders zur Geltung kamen. 



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( 2 )  Ausbreitung des Kupfers vom 7. bis 1. Jahrtausend v.u.Z.
Zeitabschnitt Verbreitung von Kupfer und Kupferlegierungen
7. Jahrtausend Zahlreiche Funde einfacher Objekte, offensichtlich aus gediegenem Kupfer (Perlen, Nadeln, Bleche) in Anatolien, Mesopotamien und im Iran. Es gibt keine gesicherten Spuren einer Verhüttung von Kupfererzen
6. Jahrtausend Weite Verbreitung von einfachen Objekten zwischen Iran und Osteuropa,. vorherrschend aus gediegenem Kupfer,   Erkennbar sind erste Anzeichen von Kupfermetallurgie
5. Jahrtausend Weitverbreitete Verarbeitung von Kupfer und Arsenkupfer zu größeren und aufwendigeren Objekten an zahlreichen Orten zwischen Iran und Osteuropa.
4. Jahrtausend Breite Verwendung von Kupfer und arsenhaltigem Kupfer in Europa und Asien. Vereinzeltes Auftreten von Kupfergegenständen mit Zinn- und Bleigehalt.
3. Jahrtausend Keine nennenswerte Veränderung gegenüber dem 4. Jahrtausend. Zinn- und bleihaltige Kupferobjekte bleiben Ausnahmen. Am Ende des 3. Jahrtausends kommt es zu verstärktem Auftreten von Zinnbronzen.
2. Jahrtausend Kupfer, Arsenkupfer und Zinnbronze werden nebeneinander angewendet. Relativ rasches Ausbreiten der Bronzetechnologie in Europa und Asien
1. Jahrtausend Am Anfang des 1. Jahrtausends erscheint Blei als üblicher Bestandteil von Bronzen. Nichtlegiertes Kupfer und Arsenkupfer gehen deutlich zurück. Normal sind Zinnbronzen und Blei-Zinnbronzen. Zum Ende des 1. Jahrtausends beginnt die Messingtechnologie mit Zink als drittem Legierungselement neben Zinn und Blei.
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Die Tabelle stammt aus einer Veröffentlichung von Josef Riederer (siehe 504 )
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  • Metallanalysen zur Erforschung der Kupfergeschichte (Hintergrundinformationen zur obigen Tabelle)
Eine im Veröffentlichungsjahr 1991 noch unvollständige Datenbank des Berliner Rathgen-Forschungslabors enthält aus dem Zeitraum bis zum 1.Jahrtausend v.u.Z. ca. 5300 Metallanalysen von Objekten aus Kupfer und Kupferlegierungen. Darunter befinden sich knapp eintausend Analysen von Objekten aus Mesopotamien und Syrien, über 350 Analysen aus Palästina, knapp 950 Analysen aus Ägypten und mehr als 1300 Analysen aus Anatolien. 
Eine weitere Sammlung zu Objekten aus dem 1. Jahrtausend v.u.Z. umfaßte zum gleichen Zeitpunkt ca. 6000 Analysen, unter anderem zu Ägypten (1100 Analysen) und Griechenland (1000 Analysen).
Die ältesten datierbaren Kupferfunde sind aus dem 8. Jahrtausend. v.u.Z. und stammen aus dem vorderasiatischen Raum von Anatolien bis zum Kaukasus. Aus dieser Zeit sind vom übrigen Europa keine Kupferfunde bekannt. 

Dank der Vielzahl vorliegender Metallanalysen von Objekten aus Kupfer und Kupferlegierungen des Vorderen Orients und seiner Nachbarländer ist eine Differenzierung der Kupferausbreitung nach unterschiedlichen Legierungstypen möglich.  An die Phase der Verwendung von Reinkupfer (7. Jahrtausend) schloß sich im 6. Jahrtausend und vermehrt im 5. Jahrtausend ein an Spurenelementen reicher Kupfertyp und ein Arsenkupfertyp mit Arsenanteilen bis über 10% an. 
Sehr früh erschienen Beimengungen von Zinn und Blei zum Kupfer (vereinzelt in Konzentrationen von über 10%). Erst im 3. Jahrtausend v.u.Z. verdrängte dann die Zinnbronze  das unlegierte Kupfer sowie das Arsenkupfer und wurde zur häufigsten Kupferlegierung. Es begann das Zeitalter der Bronzetechnologie. Um das siebente Jahrhundert v.u.Z. übernahm anstelle der Zinnbronze die Bleibronze den ersten Platz unter den Kupferlegierungen. 
Die Entwicklung der Kupfertechnologie verlief im Vorderen Orient und in den Nachbarregionen nahezu zeitgleich, was von einem schnellen, großräumigen und schon in frühester Zeit stattfindenden Austausch technischer Erfahrungen zeugt. 
siehe 504 Riederer


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( 3 )  Beginn der Erzeugung von Bronze
Älteste Wurzeln der Bronzeherstellung reichen bis ins Neolithikum (Jungsteinzeit) zurück, in deren jüngeren Phasen es bereits Kenntnisse über das Verarbeiten von Metall gab. Geographischer Ausgangspunkt für die weitere Verbreitung der Fähigkeit, aus Kupfer und Zinn Bronze zu erzeugen, ist Vorderasien. Von hier aus wurden sowohl der neue Werkstoff Bronze als auch das für seine Herstellung notwendige  technologische Wissen exportiert.
Im Vorderen Orient liegen die Anfänge der Bronzeherstellung spätestens im 4. Jahrtausend v.u.Z. In Palästina wurde Bronze bereits um 3300 v.u.Z. hergestellt.    vgl. 549
Um 2700 v.u.Z. ist die Bronzeherstellung im ägyptischen Alten Reich (ca. 2707 - 2216 v.u.Z) oder schon in der vorausgehenden Frühdynastischen Periode (ca. 3032 - 2707 v.u.Z.) bekannt. Mitteleuropa erreichte die Bronzetechnologie weitere 500 Jahre später (um 2200 v.u.Z.) und nochmals 400 Jahre später auch Nordeuropa (um 1800 v.u.Z.).    siehe 550 Bronzeverbreitung
Mit dem Beginn des ersten Jahrtausends v.u.Z. wurde die Bronzezeit von der Eisenzeit abgelöst.

In der Geschichtsschreibung wird zwischen früher, mittlerer und später (jüngerer) Bronzezeit unterschieden,  wobei diese Zeithorizonte regional stark voneinander abweichen.  vgl. 505 und 506
 

Bei Darstellungen der historischen Entwicklung der Bronzetechnologie wird der Schwerpunkt oft einseitig auf die Zinnbronze gelegt. In der Literatur finden sich diesbezüglich Aussagen wie: "Die ersten Bronzen entstanden womöglich zufällig beim gemeinsamen Erhitzen von Zinnerz und Kupfererz." Diese These läßt bei aller  Anerkennung des späteren Siegeszuges der Zinnbronze außer acht, daß vor dem Erzeugen von Kupfer-Zinnlegierung schon in großem Maßstab die Kupfer-Arsen-Legierung (Arsenbronze) zum Einsatz kam, daß auch Antimonerz als Legierungskomponente eine nicht unbedeutende Rolle spielte und daß Anstrengungen unternommen wurden, in Legierung mit weiteren schon damals verfügbaren Metallen die Anwendungsfähigkeiten des Kupfers spürbar zu verbessern.    EGe

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( 4 )  Kupferproduktion und -verarbeitung im alten Ägypten
Die Hauptregionen der Kupferproduktion. auf welche das alte Ägypten zugreifen konnte, waren die Ostwüste und der Sinai., einschließlich der Region Serabit el-Khadim im Südwesten  und Timna im Wadi Arabah, jetzt Teil von Israel. Die alten Inschriften beziehen sich in bezug auf  Serabit el Khadim zwar nur auf den dort gefundenen Türkis, aber die Berichte über Reste von Blasebalgdüsen, Formen, Schmelztiegel und Gußvorrichtungen weisen auch auf örtliche Erzverarbeitung hin. 

Kupferschlacken. Erze, Schmelztiegel, Barrenformen und andere Überbleibsel der Arbeit im Alten und Mittleren Königreich wurden ebenfalls im Wadi Magharah gefunden, etwa zwanzig Kilometer südwestlich von Serabit el-Khadim. Womöglich war dort aber eher ein Aufbereitungszentrum  für Erze aus der umliegenden Region als ein großes Bergbaugebiet.   siehe 507 Ogden

  • Bronzeverarbeitung im alten Ägypten
Seit Beginn der 18. Dynastie (18.Jahrhundert v.u.Z.) wurde in Ägypten allgemein Zinnbronze verwendet, während der Gebrauch von arsenischem Kupfer endete. In der griechischen Ägäis ist Zinnbronze seit der Schachtgräberzeit nachgewiesen. 

     Als Schachtgräberzeit bezeichnet man die nach der  Form der mykenischen Fürstengräber (Schachtgräber) benannte
     Frühmykenische Kunst, für deren Dauer die Zeit von 1560/50 bis 1500 v.u.Z. angegeben wird. 
     ( siehe "Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann" )

Verschiedene Gusstechniken wie Vollguss oder Wachsausschmelzverfahren kamen in Ägypten zur Anwendung. Das in den Lagerstätten gewonnene Rohmetall  (z.B. in Timna) wurde in den Metallgiessereien von Qantir bis zum Endprodukt weiterverarbeitet. 
Die Ausdehnung des Areals von Qantir läßt auf einen beträchtlichen Umfang der Metallverarbeitung schließen (Edgar Pusch, Grabungsleiter in Quantir,  bezeichnet die Anlage als “Grossgiesserei”). Ähnliche Anlagen (z.B. der Sethos-Tempel im ägyptischen Theben) belegen diese Art der Metallverarbeitung bis in die Spätzeit Ägyptens

  • Import von Technikwissen durch die Hyksos
Die Hyksos (korrekt Hykussos) waren eine Gruppe von Einwanderern aus den Gebieten in und um Retjenu, die im 18. und 17. Jahrhundert v.u.Z. in das altägyptische Nildelta eindrangen und in der Folge ihren Machtbereich auf weite Teile Unterägyptens bis in die Region Memphis/Tepihu ausdehnen konnten.    508 Hyksos
Retjenu war die altägyptische Bezeichnung der Region des heutigen Palästinas und Syriens.  509 Retjenu
Durch die allmähliche Einwanderung und durch intensive Kontakte mit den asiatischen Nachbarn wurden fremde Techniken in Ägypten verbreitet. Beispiele hierfür sind die Metallverarbeitung mit mechanischen Gebläsevorrichtungen sowie die schnelldrehende Töpferscheibe.Eine weitere wichtige Neuerung war die Einführung von Pferden und Streitwagen.     510 Wilde
( 5 )  Metallverarbeitungszentrum Qantir / Pi-Ramesse

Stätten der Kupferverarbeitung sind in verschiedenen Gegenden von Ägypten identifiziert worden. Hier wurden die Barren von den Kupferminen sowie  verschrottetes oder importiertes Metall in eine Unmenge von Geräten, Waffen und Ornamenten für Tempel, königliche und säkulare Kunden oder für verstorbene Personen verwandelt. Ein Beispiel hierfür liefert das im östlichen Nildelta gelegene Qantir, wo am Ort des alten Pi-Ramesse ein großes Zentrum für das Verarbeiten von Kupferlegierung  entdeckt wurde. [Grabungsleiter Edgar B.Pusch, 1990]

       Pi-Ramesse (arabisch Qantir; altägyptisch Per-Ra-mes(i) war die unter Ramses II. um 1278 v.u.Z.. erbaute Hauptstadt des 
       Alten Ägypten. 511 Pi-Ramesse

Die Ausgrabungen brachten Aufschluß über ein umfangreiches Revier der Metallverarbeitung in der späten 18. und frühen 19. Dynastie, das sich über mehr als 30.000 Quadratmeter erstreckte. Handfeste Beweise der Metallverarbeitung lieferten die Funde von Schmelztiegeln, Blasebalgdüsen, Gußformen, Abfall, Schlacke und anderen Zeugnissen von Metallverarbeitung. Es war ein Zentrum, wo im großen Maßstab Kupferlegierungen erzeugt wurden und wo es vielleicht auch eine parallele Handwerksindustrie gab.

Hinweise auf die Anwesenheit von Ausländern, einschließlich Hethitern, und das Auffinden von ausländischen Rüstungen, Waffen und Werkzeugen deuten auf  den Einsatz von ausländischen Handwerkern hin. ... Ägyptische Grabstätten jener Zeit zeigen ein breites Repertoire von Szenen der Metallverarbeitung.    512  Ogden


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( 6 )  Arten der Metallbe- und verarbeitung
  • Mechanische und chemische Metallbearbeitung
Metalle in dem Zustand, wie man sie in der Natur vorfand oder durch Verhüttung aus ihren Erzen gewann, konnten ohne Bearbeitung keine Verwendung finden. Die Bearbeitung war teils mechanischer, teils chemischer Art. Mittels mechanischer Bearbeitung wurde das Metall in eine zweckdienliche Form gebracht, durch chemische Bearbeitung wurde der Metalloberfläche ein anderes Aussehen verliehen oder es wurden getrennt vorliegende Metallstücke beispielsweise durch Löten miteinander vereinigt.

Auf beiden Gebieten besaßen die Metallbearbeiter bereits in frühesten Zeiten des Altertums große Fertigkeiten. Sie nutzten die Dehnbarkeit von Metallen, insbesondere Edelmetallen aus, um ihnen durch Hämmern und Treiben eine größere Oberfläche zu geben und das metallene Werkstück in bestimmte Formen zu bringen, wobei das Formen durch Guß  erst später aufkam. 
Die Verfahren des Nietens und vermutlich auch des Schweißens wurden angewendet, wenn aus Lehm oder Holz geformte Figuren mit dünnen Goldplatten belegt und mit dem zu vergoldendem Objekt vermittels zusätzlich an den Metallplatten angebrachten Ecken und Kanten fest verbunden werden sollten (eine Methode, die in früher Zeit bei fast allen Völkern des Altertums zur Anwendung kam).
513  Neuburger

  • ( 7 )  Löten und Schweissen
Löten ist das Vereinigen zweier Stücke gleichen oder verschiedenartigen Metalls unter Anwendung von Feuer bzw. großer Hitze und bei Verwendung eines dritten Metalls, des "Lotes". 
Zum Löten geeignet sind Kupfer und Kupferlegierungen, Nickel und Nickellegierungen, Eisen, Stähle, Edelmetalle und weitere Metalle. Mittels Verwendung spezieller Lote und Verfahren lassen sich auch Metalloxidkeramiken löten. Lote sind als Zusatzwerkstoffe zum Löten geeignete Legierungen oder reine Metalle in Form von Drähten, Stäben, Bändern und dergleichen. 
Das Vereinigen von Metallstücken zu einem größeren Ganzen erfolgte anfänglich durch Zusammennieten oder durch Verwenden von Klammern. 

Beim Schweissen wurden gleichfalls Metallstücke unter Feuer vereinigt, jedoch ohne Anwendung eines dritten Metalls. Geschweisste,  vom Ende des 15. Jahrhunderts  v.u.Z. stammende Metallteile wurden bei Ausgrabungen im ägyptischen Theben gefunden.    516 Neuburger

Geschichte des Lötens und Schweissens 
Die Löttechnik wurde frühzeitig (vermutlich um 4000 v.u.Z.) erfunden und gilt als das älteste Verfahren der thermischen Verbindungstechnik.Ihre Weiterentwicklung erfolgte über die nachfolgenden Jahrtausende nur langsam. 
vgl. 514 Apeltauer und  515 Oegussa

Das Anwenden der Löttechnik in der Zeit um 3000 v.u.Z. wird durch Funde von Schmuckgegenständen aus sumerischen Königsgräbern belegt. Da zunächst nur Gold, Silber und Kupfer verarbeitet wurden, handelt es sich nach heutigem Verständnis um Verbindungen durch Hartlötungen. 
Das Hartlot ist eine Kupferlegierung, meist in der Zusammensetzung von Bronze oder Messing. Das Weichlot besteht aus Zinn oder einer Zinnlegierung und wird leicht flüssig. Die damit mögliche örtlich begrenzte Wärmeeinbringung wurde nachweislich schon um 1500 v.u.Z. in Ägypten betrieben und ist wahrscheinlich noch wesentlich älter. 
Vermutlich  seit 2000 v.u.Z. war bei den Griechen das Weichlöten bekannt. Um 300 v.u.Z. wurde im gesamten Mittelmeerraum das Weichlöten mit dem Lötkolben angewandt.   517 Geschichte

Seit der Verfügbarkeit von schmiedbarem Eisen kam das Feuerschweissen (Zusammenpressen von Eisenteilen unter Einwirkung von Hitze) zur Anwendung, wie an vielen Funden von Waffen, Geräten und Kunstgegenständen über mehr als 3000 Jahre nachweisbar ist. 
In Kleinasien wurde das Schweissen von Eisen wahrscheinlich bereits um 1400 v.u.Z. ausgeübt. Die Werkstücke wurden an der Oberfläche im Schmiedefeuer zum "Schwitzen" gebracht und gingen dadurch eine Verbindung ein. 
Lange Zeit war das Feuerschweissen der einzige Schweissprozess, bis es moderne Technik ermöglichte, mit Brenngasen unter  Anwendung von Sauerstoff eine derart energiereiche Flamme zu erzeugen, daß die Anwendung von Druck beim Schmelzschweissen nicht mehr erforderlich war. 

Daten der Schweissgeschichte
 

Zeitpunkt / Zeitraum  Land / Ort Verfahren / Nachgewiesene Anwendungen
um 4000 v.u.Z. Sumer Verschweissen / Gold mit Gold
um 2700 v.u.Z. Ägypten, Mesopotamien  Hartlöten
um 2700 v.u.Z. Ägypten Feuerschweissen / kupferne Hauptwasserleitung, Schmuck, Goldverzierungen
um 700 v.u.Z. Indien / Delhi Gusseisen-Verschweissung / Kutub-Säule (Obelisk von 16 m Länge)..
79 v.u.Z. Pompeji Feuerschweissen / Rohrleitungen
    518 Tabelle
  • ( 8 )  Schmieden  (siehe auch  "Schmiede in der antiken Dichtung")
Unter den verschiedenen Arten der mechanischen Metallbearbeitung spielte das Schmieden eine herausragende Rolle. Der Schmied sorgte in erster Linie für die Deckung des Bedarfs an landwirtschaftlichen und anderen Geräten sowie an Waffen und Ausrüstungsgegenständen für die Kriegsführung. Speziell für die militärischen Bedürfnisse waren Schmiedekapazitäten zur Pflege und Reparatur von Kriegsgerät  in immer größerem Umfang notwendig, was wiederum einen großen Bedarf an Holzkohle für die Schmiedefeuer zur Folge hatte. EGe
Für das Bearbeiten von Metallen im erhitzten Zustand gehörte neben den einfachen Werkzeugen wie Hammer, Zange und Amboß, insbesondere der Blasebalg  zu den ältesten Geräten. 
 
 
Das Aussehen und Funktionieren des Blasebalgs zum Zuführen zusätzlicher Luft in einen Herd wird auf altägyptischen Tempelgemälden des 16. Jahrhunderts v.u.Z. dargestellt. Zwei Säcke aus Haut (vermutlich Ochsenhaut) sind fest in ein Gestell eingebunden. Am herdseitigen Ende jedes Sackes befindet sich eine wahrscheinlich aus Bambusrohr gefertigte Windleitung, die bis in die Nähe des Herdes geht. Um ein Anbrennen zu verhüten, ist am  Ende des Rohres eine feuerfeste Winddüse eingesetzt. Ein Arbeiter bedient  zwei Säcke (Bälge). Durch abwechselndes Heben und Senken jeweils eines Sacks wird zusätzliche Luft in den Herdfeuerraum geblasen, wodurch sich die Temperatur im Feuerraum jedesmal deutlich erhöht.

Das Schmieden wurde, was das Erhitzen und Bearbeiten des Werkstücks mit dem Hammer angeht, in der gleichen Weise wie gegenwärtig vorgenommen.    519 Schmieden

Schmieden von Hufeisen
Mit der Entwicklung der Eisenmetallurgie wurde  das Anfertigen und Anbringen von Hufeisen für die Pferde zu einem wesentlichen Bestandteil der Schmiedearbeit. Vor allem in der Kriegführung setzte sich für Zug- und Reitpferde ein metallener Hufschutz durch. 
Das Existieren von Hufeisen in der Antike ist hauptsächlich durch  massenhafte Funde eiserner Hufeisen an bestimmten Stellen altrömischer Siedlungen belegt (vgl. Neuburger S.55). Verschiedentlich gefundene eingeprägte Stempel auf den Hufeisen lassen fabrikmässiges Herstellen vermuten. 
Bereits lange vor der Eisenzeit suchte man nach einem Schutz für die Pferdehufe, die vor allem  von den harten, steinigen Böden des Geländes stark abgenutzt wurden. Besonders mit der militärischen Nutzung von Pferden wurde ein Hufschutz zur Notwendigkeit. 
Vorläufer des eisernen Hufeisens war der schon aus Eisen geschmiedete Pferdeschuh, die sogenannte Hipposandale.

Im antiken Ägypten kam nichteiserner Hufschutz zur Anwendung. Hierzu wurden geflochtene Sandalen aus Bast oder Lederschuhe verwendet, die man mit Stricken oder Riemen am Bein des Pferdes befetigte. Allerdings waren solche Konstruktionen wenig haltbar. 

Im antiken Rom wurde Hufbeschlag aus Bronze oder Eisen verwendet. Da auch hier der Hufschutz festgebunden und noch nicht genagelt wurde, kam es wie zuvor zu Scheuerwunden durch die verwendeten Riemen und Stricke. Bei schnellem Ritt flogen die gebundenen Eisen weg oder die Pferde gerieten ins Straucheln. 
Genagelte Hufeisen sind vermutlich erst im 2. oder 1. Jahrhundert v.u.Z. von den Kelten eingeführt und später von den Römern übernommen worden. Daneben benutzte man allgemein, aber auch zu besonderen Zwecken (z. B. in morastigem Gelände) weiterhin die Hipposandalen. Zahlreicher werden die Funde von aufgenagelten Hufeisen erst seit dem frühen Mittelalter (um 600 u.Z.).
vgl. 520 Hufeisen

  • ( 9 )  Giessen von Metall
Die ur- und frühgeschichtliche Metallbearbeitung erlangte im Metallguss ihre ihre höchste Ausbildung. Beim Metallguss wurde flüssiges Metall (Metallschmelze) in eine feuerfeste vorgegebene Form gegossen.  Bei einfachen Giessprozessen wurde nach dem Erkalten des Metalls die Form zerschlagen (verlorene Form). Spätere Giessverfahren arbeiteten bei serienweiser Produktion von Gussstücken mit wiederverwendbaren Formen, die nach dem Erkalten des Metalls zur Entnahme des Produkts geöffnet und anschließend für den nächsten Guss wieder geschlossen werden konnten.

Als Material für das Giessen kamen bereits in der frühen Geschichte der Metallurgie unterschiedliche Metalle in Frage. Blei,  Kupfer, Gold und Silber gehörten zu den ersten Metallen, aus denen durch Schmelzen und Giessen neue Produkte erzeugt wurden. Bereits in der Spätbronzezeit trat dann das Giessen von Eisen immer mehr in den Vordergrund.

Das  Verhütten von Kupfererz und das Schmelzen und Giessen des aus diesem Erz gewonnenen oder in natürlicher Form gefundenen reinen Kupfers waren nahezu gleichzeitige Schritte in der Geschichte der Metallurgie. 
Ein nächster bedeutsamer Schritt in der Entwicklung der Metallurgie war die von den Frühen Metallurgen auf empirischem Wege gewonnene Erkenntnis, daß man das reine Kupfer, welches für Werkzeuge, Waffen und andere Geräte zu weich war, durch Verbindung mit einem zweiten Metall härten konnte. Daher wurde die Kupferschmelze in immer neuen Versuchen und in getrennten Verfahren mit verschiedenen anderen Metallen zu einem neuen Werkstoff mit metallischem Charakter vereinigt (legiert). Der neue Werkstoff wurde, weitgehend unabhängig von der Art des verwendeten zweiten Metalls, in der  Geschichte als Bronze bekannt. Hauptbestandteil der Bronze war und blieb das Kupfer, dessen Anteil in der neuen, zwei Metallkomponenten umfassenden Legierung relativ gleichbleibend ca. 90 Prozent betrug.

Der Bronzeguss ist eine sehr alte Technik, deren Anfänge bis ins Neolithikum zurückreichen. Die Heimat des Bronzegusses wird in Indien vermutet, wo die Verarbeitung von Metallen schon in frühesten Zeiten  einen hohen Stand erreicht hatte. 
vgl. 521 Neuburger ; siehe auch 522 Bronzeguss

Für einen begrenzten Zeitraum trat die Arsenbronze in den Vordergrund, deren zweite Legierungskomponente das hochgradig giftige Halbmetall (Metalloid) Arsen war. Arsenbronze hatte hellere Farbe und besaß bessere Verwendungseigenschaften als das reine Kupfer. Sie war weniger korrosionsanfällig, hatte einen niedrigeren Schmelzpunkt und war vor allem von größerer Härte, wodurch der Gebrauchswert der aus dieser Bronzeart gefertigten Werkzeuge und Waffen spürbar verbessert wurde. Vermutlich stammte der Arsengehalt der Arsenbronze aus der Verhüttung arsenhaltiger Kupfererze. Der Anteil des Arsens an der Zusammensetzung der Arsenbronze läßt sich nur anhand der helleren Metallfarbe abschätzen. Der Gebrauch von Arsenbronze war von relativ kurzer Dauer. Sie wurde in vielen Gegenden schon um 2000 v.u.Z. weitgehend von der Zinnbronze abgelöst.    vgl. 523 Archäometallurgie
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In der Folgezeit erwies sich das Zinn als die zum Herstellen hochwertigerer Bronze  geeignetste zweite Legierungskomponente. Diese als Zinnbronze oder nur als "Bronze" bezeichnete Kupferlegierung ist schon ab Mitte des vierten Jahrtausends v.u.Z. für den Raum zwischen mittlerer Donau und Kaspischem Meer belegt.  siehe 524 Bronze

 
Im Teil I Kapitel 3 der vorliegenden Studie, das sich mit Verhüttungsprozessen beschäftigt, wird über einen  "Bronze-Regulus" berichtet, der im Bergbaurevier Mushistan des zentralasiatischen Tadshikistan vorkommt. "Regulus" bedeutet im Lateinischen "kleiner König". Im genannten Fall ist der Regulus ein Erzgemenge, welches zugleich Kupfer und Zinn in dem für Zinnbronze notwendigen Verhältnis enthält. In einem 1999 an der Freiberger Bergakademie durchgeführten Schmelzexperiment wurde aus dem Mushistan-Erz laut einem von Ian Cierny verfaßten Artikel auf direktem Wege flüssige Zinnbronze gewonnen. (siehe 548 )  Über eine industrielle Nutzung des Mushistan-Erzes für die Bronzeherstellung konnten vom Autor der hier vorliegenden Studie noch keine weitergehenden Informationen ausfindig gemacht werden.     EGe
Siehe auch Kapitel 3 Abschnitt 3

Das früheste Verfahren der Metallgiesserei war der Vollguss, bei dem das Produkt durchgehend aus Metall bestand. Heimat des Metallgusses ist wahrscheinlich Indien, wo die Metalltechnik schon sehr frühzeitig hochentwickelt war. Ein klassisches Beispiel für die Vollgusstechnologie liefert die aus den Jahren um 1600  v.u.Z. stammende Darstellung vom Guss einer Tempeltür im ägyptischen Karnak (später Theben).

Karnak ist ein Dorf in Oberägypten am östlichen Nilufer, etwa 2,5 km nordöstlich von Luxor. Berühmt ist Karnak durch die größte Tempelanlage Ägyptens, den Karnak-Tempel, auch Reichstempel genannt. Die drei Tempelkomplexe von Karnak nahmen den nördlichen Teil vom antiken Theben Ost ein.   525 Karnak
Auf den Vollguss folgte in späterer Zeit der Hohlguss. Die hierbei am meisten angewandte Gusstechnologie beruhte auf dem Wachsausschmelzverfahren, welches sich schon an sehr alten ägyptischen Bronzearbeiten nachweisen läßt. Vorgefundene Gussgegenstände sind äußerst dünnwandig, was auf Vorhandensein eines Kerns schließen läßt, welcher die Gussform nahezu ausfüllte.  In den sehr schmalen Raum zwischen diesem Kern und der Innenseite der Gussform wurde am Ende der Prozedur das Giessmetall eingefüllt. Der Kern wurde aus Lehm, Ziegelmehl und anderem feinem Material hergestellt und mit einer Wachsschicht umhüllt, welche als Modell diente. In das Wachs eingeschlagene dünne Metallstifte hatten die Funktion, die Gussform nach dem Ausschmelzen der Wachsschicht in richtiger Entfernung vom Kern zu halten. Das Wachsmodell wurde mit einer Packung von dickem Lehm überzogen. Nach dem Trocknen des Lehms schmolz man das Wachs aus, wodurch die zum Aufnehmen des flüssigen Metalls erforderliche Hohlform entstand.    vgl. 526 Neuburger
  • Weitere Verfahren der frühgeschichtlichen Metallverarbeitung
    das Verarbeiten von Blattmetall durch Treibarbeit,
    das Herstellen von Drähten und ihre Verarbeitung zu Schmucksachen,
    das Stanzen von Metallteilen, 
    das Prägen, Ziselieren und und Gravieren auf Metall. 527 Neuburger
  • Chemische Metallbearbeitung und Metallfärbung 
Ziel der chemischen Metallbearbeitung war es in der Hauptsache, den hergestellten Metallgegenständen eine besondere Farbe zu verleihen. Auf natürlichem Wege erreichte man eine bestimmte Farbtönung, indem man die Metalle einer Legierung in einer festgelegten Weise mischte. Beispiele hierfür waren das Elektrum bzw. Elektron (Mischung von Gold und Silber) und das  korinthische Erz (eine Bronzesorte in weißlicher oder goldgelber Farbe). 

Metallfärbung auf künstlichem Wege erfolgte beim Kupfer durch Oberflächenbehandlung mit Quecksilber, ferner durch Feuervergoldung mittels Goldamalgam (vgl. Plinius Buch 33,64) und durch Verzinnen (Eintauchen in geschmolzenes Zinn), worauf der zu färbende Gegestand eine von Silber nicht zu unterscheidende Farbe erhielt.    528 Neuburger

  • Besondere Techniken der Metallverarbeitung
Hierzu gehörten vor allem die Techniken, die in den Handwerksbereich des Goldschmiedes fielen und der in seinen verschiedenen Tätigkeiten alle weiter oben beschriebenen Arten der  Metallbearbeitung im zumeist verkleinerten Rahmen praktisch ausübte. 
Der Goldschmied verstand sich auf das Treiben dünner Metallplatten, das Legieren und das Färben von Metallen sowie auf das Gießen von kleineren Gegenständen aus Edelmetallen. Zu den besonderen Fertigkeiten gehörten unter anderem die Goldelfenbeintechnik, das Filigranieren (Auflöten von Goldfäden auf Edelmetallschmuck), das Emaillieren (Aufbringen von Glasschmelz auf Edelmetalle) und das Tauschieren  (Einlegen oder Aufbringen dünner Edelmetallschichten auf das zu verzierende Metall).     529 Neuburger


( 10 )  Tauschierung von Metallen
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Tauschierung ist die Bezeichnung für eine Technik der Metallverarbeitung, bei der Edelmetalle wie Gold oder Silber in nichtedle Metalle wie z.B. Bronze zur Verzierung eingehämmert bzw. eingelegt werden. Es handelt sich somit um eine in Metall ausgeführte Intarsienarbeit. vgl. 530 Duden
Die Technik des Tauschierens entwickelte sich bereits im 4. Jahrtausend v.u.Z. Ihr Ursprung liegt vermutlich im altvorderasiatischem Raum. Die sprachliche Wurzel von "Tauschieren ist anscheinend das arabische Wort "taušija", was  soviel wie "Buntmachen" oder "Verzierung" bedeutet. 

Unterschieden wird zwischen zwei Techniken des Tauschierens: dem Punzieren und dem Gravieren. Das Punzieren kommt bei der Folientauschierung oder Plattierung, welche die älteste bekannte Tauschiertechnik ist, zur Anwendung. Hierbei werden sehr dünne Bleche in vorgefertigte Ornamentvertiefungen eingebracht. Das zu tauschierende Muster wird erst mit Sticheln oder Meißeln vorgestochen, danach wird in die entstehenden Vertiefungen  mittels spezieller Punzen ein als Verzierung vorgesehener Draht eingeschlagen. Zuletzt wird der Gegenstand plangeschliffen, um entstandene Werkzeugspuren zu entfernen. 

Das Gravieren ist das Prinzip der Ornamenttauschierung, bei der Bleche mit eingravierten Ornamenten so auf dem Gegenstand angebracht werden, daß sich die Ornamente von der Oberfläche des Gegenstandes etwas abheben. 
Sonderformen des Tauschierens sind unter anderem die Schmelz- und die Eingusstauschierung. Bei ihnen kommen neben den mechanischen auch thermische Mittel und Methoden zur Anwendung. Eine spezielle Arbeitsweise ist das Niello-Verfahren. Bei ihm wird in vorgearbeitete Oberflächenvertiefungen (Zeichnungen usw.) des zu bearbeitenden Gegenstandes ein Gemisch aus geschmolzenem Silber, Kupfer, Blei und Schwefel gegeben. Die Schmelze wird nach dem Erkalten plangeschliffen. Die schwarze Farbe des Schmelzgutes kommt besonders bei silbernen Gegenständen zur Geltung. 
531 Tauschieren ;   532 Neuburger


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( 11 )  Metallgewinnung und -verarbeitung im frühen Israel
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In den israelischen Stämmen scheint die Kunst der Metallverarbeitung, welche die Israeliten vermutlich in Ägypten kennen gelernt hatten, dem Alten Testament zufolge zunächst nicht weiter gepflegt worden zu sein.
"Man hatte sich neue Götter erwählt. / Es gab kein Brot an den Toren. / Schild und Speer waren nicht mehr zu sehen / bei den Vierzigtausend in Israel". 533 Richter
Es fehlte an Werkzeugen und an schmiedbarem Eisen. Das Monopol in der Eisenverarbeitung hatten die Philister in Kanaan, das in der Ebene an der Westküste Palästinas lag und Handelsbeziehungen mit anderen Ländern des Mittelmeerraums unterhielt. 
"Damals war im ganzen Land kein Schmied zu finden. Denn die Philister hatten sich gesagt: Die Hebräer sollen sich keine Schwerter und Lanzen machen können. Alle Israeliten mussten zu den Philistern hinabgehen, wenn jemand sich eine Pflugschar, eine Hacke, eine Axt oder eine Sichel schmieden lassen wollte." "Als es nun zum Krieg kam, fand sich im ganzen Volk, das bei Saul und Jonatan war, weder ein Schwert noch ein Speer. Nur Saul und sein Sohn Jonatan hatten (solche Waffen)."   534 Samuel
Das Selbstanfertigen von bronzenen bzw. eisernen Waffen und Geräten dürfte den im benachbarten Bergland lebenden Israeliten durch die Philister  untersagt worden sein, um die militärische Sicherheit des von den Philistern bewohnten Territoriums zu gewährleisten.  Mit dem kriegerischen Vorgehen der Israeliten unter der Führung ihres Königs Saul (10. Jahrhundert v.u.Z.) wurde das Eisenverarbeitungsmonopol der Philister schließlich gebrochen. Auch in Israel entstanden eisenverarbeitende Werkstätten und damit Möglichkeiten der Fertigung eiserner Waffen. EGe

Eisenerz gab es im Wadi el Araba. Dieses zwölf Kilometer breite Wadi, welches sich vom Toten Meer bis zum Golf von Akaba.erstreckt, gehörte zunächst zum Gebiet Edom. Nach der unter König Salomo erfolgten Eroberung dieses Gebietes wurde mit dem am Roten Meer gelegenen Hafenort Ezjon Geber als Mittelpunkt das damals größte Industriezentrum des Nahen Ostens aufgebaut.

Das im Buch Ijob (Hiob) des Alten Testaments enthaltene "Lied über die Weisheit" liefert in den Versen 28, 1-11 Anhaltspunkte über den Erzbergbau, wie er in der Bronze- und in der beginnenden Eisenzeit in den Ländern und Gebieten des Vorderen Orients stattfand:

1 Das Lied über die Weisheit. Die Erhabenheit der Weisheit
   Wohl gibt es einen Fundort für das Silber, / eine Stätte für das Gold, wo man es läutert.
2 Eisen holt man aus der Erde, / Gestein wird zu Kupfer geschmolzen.
3 Es setzt der Mensch dem Finstern eine Grenze; / er forscht hinein bis in das Letzte, ins
   düstere, dunkle Gestein.
4 Stollen gräbt ein fremdes Volk; / vergessen, ohne Halt für den Fuß, / hängt es, schwebt es,
   den Menschen fern.
5 Die Erde, daraus das Brotkorn kommt, / wird in den Tiefen wie mit Feuer zerstört.
6 Fundort des Saphirs ist ihr Gestein / und Goldstaub findet sich darin.
7 Kein Raubvogel kennt den Weg dahin; / kein Falkenauge hat ihn erspäht.
8 Das stolze Wild betritt ihn nicht, / kein Löwe schreitet über ihn.
9 An harte Kiesel legt er die Hand, / von Grund auf wühlt er Berge um.
10 In Felsen haut er Stollen ein / und lauter Kostbarkeiten erblickt sein Auge.
11 Sickerbäche dämmt er ein, / Verborgenes bringt er ans Licht.                    535 Weisheit
Das geförderte Erz wurde in großen Schmelzöfen verhüttet. Brennmaterial war Holzkohle, erzeugt aus dem Holz der nahen Wälder (in den Revieren von Feinan und Timna vermutlich aus den damaligen Wäldern des Gebirges Seir, welches sich zu beiden Seiten des Wadi el-Araba erstreckt). Die Verhüttung wurde von dem ständig wehenden Nordwind unterstützt. Gewonnenes Eisen wurde wahrscheinlich an Ort und Stelle weiterverarbeitet, erschmolzenes Kupfer für den Weitertransport nachweislich in Barren gegossen.
Unter den metallverarbeitenden Tätigkeiten dominierte das Handwerk des Schmiedes, spezialisiert als Eisen-, Kupfer- bzw. Bronze-, Gold- und Silberschmied. 
Werkzeuge der Eisenschmiede waren Hammer, Amboß, Zange und Meißel sowie der Blasebalg. Das verhüttete Eisen wurde zu Waffen, Werkzeugen und zu Geräten für Haus- und Landwirtschaft verarbeitet. Das Material wurde gehämmert, geformt und auch geglättet.
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Kupfer- und Bronzeschmiede verarbeiteten das Material auf ähnliche Weise. Man verstand es, Kupfer zu giessen, zu Blech zu schlagen und zu polieren. Gold- und Silberschmiede vermochten es darüber hinaus, das Material zu löten und zu schweissen.Das Löten und Schweissen von Gold beim Herstellen von Schmuck und verzierten Brustplatten wurde schon um 2000 v.u.Z. durch ägyptische Goldschmiede angewendet, wobei das Löten offenbar bereits länger bekannt war. 
In Babylonien war die Kunst der Gold- und Silberschmiede bereits im vierten / dritten Jahrtausend v.u.Z. hoch entwickelt. 
vgl. 536 Lexikon ;   537 Saul ; 538 Chronik

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( 12 )   Schmiede und Schmiedewerkstätten in der antiken Dichtung
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  • Beschreibung des Metallgiessens im Gilgamesch-Epos
Wahrscheinlich zwischen 1800 und 1700 v.u.Z. entstand der älteste überlieferte Mythos der Geschichte, das "Gilgamesch Epos". Auf der zweiten Tafel der zwölf erhaltenen Schrifttafeln wird beschrieben, wie Gilgamesch (im 28.Jahrhundert v.u.Z. der König von Uruk in Mesopotamien) seine Handwerker mit dem Giessen von Beilen, Äxten und Dolchen beauftragte. Gemeinsam mit seinem Freund Engidu wollte Gilgamesch mit diesen Waffen gegen Chumbaba, den mächtigen Hüter des Zedernwaldes im Libanon, in den Kampf ziehen.
Gilgamesch spricht zu Engidu:
´Mein Freund,
Wir beide wollen gegen Chumbaba streiten!
...
Gilgamesch, wird man sagen,
ist gegen den gewaltigen Chumbaba gezogen.
Wahrlich, einen Namen will ich mir machen!
Mein Freund, laß uns die Handwerker rufen,
Vor uns sollen sie Beile giessen!´

Sie gingen und riefen die Handwerker.
Da sitzen die Meister, den Zeitpunkt bestimmend.
Sie gossen Beile,
Sie gossen schwere Äxte,
Sie gossen große Dolche …"

[Aus dem Gilgamesch-Epos, Zweite Tafel]

Über die Art des zum Giessen verwendeten Metalls sowie über den Prozess des Giessens wird in den erhaltenen Teilen des Epos nichts ausgesagt. Der Entstehungszeit des Epos gemäß müsste es sich bei dem Metall um Kupfer oder um eine Kupferlegierung wie Bronze gehandelt haben. Am Ende des Epos wird in einer Verszeile allerdings bereits von "Eisen" als tödliche Waffe gesprochen:
"Der den Tod des Eisens starb, sahst du einen solchen?"       [Aus dem Gilgamesch-Epos, Zwölfte Tafel]
Eine hierzu analoge, unerwartete Erwähnung von Eisen als Werkstoff erfolgte mehr als tausend Jahre später durch Homer, als er in der "Ilias" die "eisernen Achsen" eines Streitwagens beschrieb, obwohl der Handlungsrahmen seines Werkes noch in die Bronzezeit fällt. Dieses Vermengen unterschiedlicher Zeitebenen deutet auf ein Übersetzungsproblem. Moderne Übersetzungen des Gilgamesch-Epos greifen auf eine Standardversion zurück, die um 1200 v.u.Z. (also schon während des Übergangs von der Bronze zur Eisenzeit) verfaßt wurde.Da Bronze- und Eisenzeit sich zeitlich überlappten, ist nicht auszuschließen, dass analog zur Übersetzung der Ilias-Sentenz von den "eisernen Streitwagenachsen" auch beim Übersetzen des Gilgamesch-Epos aus einer bronzenen eine "eiserne" Waffe geworden ist.       EGe ;  vgl. 539 Gilgamesch

  • Darstellung von Schmiedearbeit  in der "Ilias" von Homer
Vermutlich im achten Jahrhundert v.u.Z. schildert Homer in der Ilias die metallurgischen Vorgänge zum Anfertigen eines Schildes für den griechischen Held Achilleus:
„Dieses gesagt, verließ er sie dort und ging in die Esse,
Wandt´in das Feuer die Bälg´ und hieß sie mit Macht arbeiten.
Zwanzig bliesen zugleich der Blasebälg´in die Öfen,
Allerlei Hauch aussendend des glutanfachenden Windes,
Bald des Eilenden Werk zu beschleunigen, bald sich erholend,
Je nachdem es Hephaistos befahl zur Vollendung der Arbeit.
Jener stellt´auf die Glut unbändiges Erz in den Tiegeln,
Auch gepriesenes Gold und Zinn und leuchtendes Silber,
Richtet dann auf dem Block den Amboß, nahm mit der Rechten
Drauf den gewaltigen Hammer und nahm mit der Linken die Zange.
Erst nun formt er den Schild, den ungeheuren und starken,
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande,
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöme Gehenk an,
Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun
Bildet´ er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande.                    540 Ilias
Diese Beschreibung gibt über die Technik des Schmiedens in alter Zeit wichtige Aufschlüsse. Sie zeigt, daß man damals hauptsächlich dieselben Geräte gebrauchte wie in der Neuzeit: Blasebalg, Amboß, Hammer und Zange.

  • Darstellung einer Schmiedewerkstatt  in der Dichtung "Äneis" von Virgil
Der römische Dichter Virgil (70-19 v.u.Z.) gibt in seiner Dichtung "Äneis" eine dramatische Schilderung  von der Arbeit und dem Arbeitsumfeld des Schmiedes:
"Über ihm donnert die Höhl´und ätnäische Kluft der Zyklopen,
Ganz durchbrannt von den Essen, und kräftige Schläg´ auf den Amboß
Führen dem Ohr das Getös zurück; im Gewinde der Gänge
Zischen die Massen des Stahls, wild atmet die Glut in den Öfen:
Dort nun stieg vom Himmel herab der Gebieter des Feuers.
Allda schmiedeten Eisen in räumiger Kluft die Zyklopen,
Brontes, Steropes auch und mit nackenden Gliedern Pyrakmon."                          541 Äneis
Die Aeneis (veraltet auch Äneide) ist das von Vergil (Virgil) auf der Grundlage früherer Überlieferungen gestaltete Epos von der Flucht des Aeneas aus dem brennenden Troja und seinen Irrfahrten, die ihn schließlich nach Latium führen, wo er zum Stammvater der Römer wird. Die Aeneis erzählt also einen der Gründungsmythen des Römischen Reiches.        vgl. 546 Vergil

In Virgils Aeneis schmieden die Kyklopen Brontes, Steropes und Pyracmon auf der Insel Volcania Blitze und Donnerkeile für Jupiter, einen Streitwagen für Mars und ein Schild für Athene. 
Kyklopen (synonym Zyklopen) waren der Sage nach Riesen die nur ein Auge hatten. Es befand sich in der Mitte ihrer Stirn. Die Kyklopen hatten weder vor den Göttern noch vor den Menschen Respekt. Die bekanntesten Kyklopen in der griechischen Göttersage waren Brontes, Steropes und Arges. Sie waren Schmiede und hatten gemeinsam mit Hepheistos, dem Gott der Schmiedekunst, eine Schmiede unter dem Vulkan Etna.   vgl. 542 Zyklopen  und 547 Kyklop


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( 13 )  Gesellschaften der Menschheit im Spiegel der Metalle

Eine allegorische Vorstellung von den aufeinander folgenden Haupttypen an Menschengesellschaften in ihrer Verbindung mit den Metallen Gold, Silber, Bronze und Eisen entwickelt der griechische Dichter Hesiod.in dem Lehrgedicht "Die Zeitalter der Menschheit", enthalten in in seiem Epos "Werke und Tage". Hesiod wurde vor 700 v.u.Z. geboren und lebte als Ackerbauer und Viehhalter in Böotien, einem Landesteil im Osten der griechischen Halbinsel. Neben Homers "Ilias" und "Odyssee" gelten Hesios Dichtungen als die Hauptquelle der griechischen Mythologie und Mythographie sowie der Beschreibungen des Alltagslebens seiner Zeit. Hesiods Darstellungen der aufeinander folgenden fünf Typen an menschlichen Geschlechtern sind von tiefem Humanismus geprägt. Hesiod wendet sich gegen die endlose Folge von Kriegen samt ihren Ursachen und Folgen, was vor allem in den Beschreibungen der Bronzenen (Ehernen) und der Eisernen Rasse zum Ausdruck kommt.     vgl. 543 Hesiod
Die Zeitalter der Menschheit
Um 700 v.u.Z. schuf der auf dem Berg Helikon lebende Dichter Hesiod die älteste uns bekannte Deu­tung der Entstehung der Welt und der Götter. Nach Hesiod gab es fünf menschliche Rassen (Geschlechter), die von den Göttern geschaffen wurden, eine jede nach der Vernichtung der vorherge­henden. Das waren:
die Goldene Rasse,
die Silberne Rasse,
die Bronzene Rasse,
die Rasse der Heroen,
die Eisenrasse.

Die Menschen der Goldenen Rasse lebten unter der Herrschaft des Kronos ohne Sorge und Leid glücklich dahin und nährten sich von den Früchten, die ihnen die Erde schenkte. Als diese Rasse von der Erde bedeckt wurde, verwandelte sie sich in gute Schutzgeister, die über die Menschen wachen.

Die nachfolgende Silberne Rasse war nicht so vollkommen. Die Menschen waren unwissend und ehrten die Götter nicht. Zeus, damals schon an der Macht, nahm dieses Geschlecht wieder von der Erde hinweg. Die Menschen dieser Rasse durften nach ihrer Entfernung aus dem Leben noch als sterbliche Dämonen auf der Erde umherwandeln.

Dann schuf Zeus die dritte, die Bronzene oder Eherne Rasse. Mit dieser kamen Kriege und Gewalt in das Leben der Menschen. Immer einer auf des anderen Beleidigung sinnend, verschmähten sie die Früchte des Feldes und nährten sich vom Tierfleische. Ihre Wehr war Erz, ihre Wohnung Erz, mit Erz bestellten sie das Feld, denn Eisen war damals noch nicht vorhanden. Sie kehrten ihre eigenen Hände gegeneinander. Aber so groß und entsetzlich sie waren, so vermochten sie doch nichts gegen den Tod und stiegen, vom hellen Sonnenlichte scheidend, in die schaurige Nacht der Unterwelt hernieder.

Die vierte Menschenrasse , die nun folgte, war die Rasse der Heroen. Es waren jene Halbgötter, die vor den Mauern Thebens und Trojas kämpften. Zuletzt vertilgte auch sie Zwietracht und Krieg. Diese Helden leben auf ewig in den Elysischen Gefielden, wo Tag und Nacht die Sonne scheint und die Erde drei Mal im Jahr ihre Früchte spendet.

 Die fünfte und letzte Rasse ist die Eisenrasse (das Eiserne Geschlecht). Sie ist von Sorgen und Bitterkeit geplagt. Es ist diejenige Rasse, von welcher der Dichter wünschte, sie nie gekannt zu haben, sondern vorher gestorben oder nach ihr geboren zu sein. Gänzlich verderbt, ruhen diese Menschen weder bei Tage noch bei Nacht von Kümmernis und Beschwerden; immer neue nagende Sorgen schicken ihnen die Götter. Sie selbst aber sind sich die größte Plage.  .... Überall gilt nur das Faustrecht; auf Städteverwüstung sinnen sie gegeneinander.  ... keine Rettung von diesem Unheil ist zu erwarten. 
siehe 544  Zeitalter,   545 Menschenalter


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( 14 )  Produktionsprozesse mit hohem Energiebedarf

Arbeitsgebiet: Bearbeiten und Verarbeiten von Metallen
Beginn: Zum Ende der Mittelsteinzeit (Mesolithikum)

Arbeitsprozess Hauptarbeitsmittel Arbeitstemperatur Hauptenergiebasis
Umschmelzen von Metall Schmelztiegel, Schmelzofen sehr hoch Holzkohle
Erzeugen von Bronzen Schmelzofen sehr hoch Holzkohle
Legieren anderer Metalle Schmelzofen   Holzkohle
Giessen von Metallgegenständen Giesspfanne, Gussform sehr hoch Holzkohle
Schmieden Schmiedefeuer, Werkzeuge sehr hoch Holzkohle
Löten und Schweissen   hoch Holz, Holzkohle
Färben von Metallen     Holz, Holzkohle
Tauschieren mit  Metallen     Holz, Holzkohle
 
 
Hauptsächlicher Energielieferant für die Prozesse der Metallgewinnung und Metallbearbeitung im Vorderen Orient war  vor und während der Bronzezeit sowie in der anschließenden Eisenzeit die Holzkohle. Zum Herstellen der Holzkohle wurden sehr große Mengen an Holz benötigt, als dessen Hauptquelle die dicht bewaldeten Gebiete genutzt wurden, wie sie häufig in den Bergländern und Gebirgen und zum Teil auch in Flachlandgebieten vorhanden waren 

Die Gewichtung des Holzkohlebedarfs für die Hauptprozesse beim Bearbeiten und Weiterverarbeiten von Metallen zeigt die oben stehende Tabelle. Weitere Angaben über den Energiebedarf in der Bronzezeit einschliesslich verschiedener quantitativer Aussagen über den Holzkohlebedarf und -verbrauch sowie Angaben über Baumbestände (Kohlholz) enthalten die Kapitel 1 bis 4 des Teiles I dieser Studie.

EGe


( 15 )  Produktionsdaten

Siehe Datei zu Produktionsdaten ==>



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( 16 )  Quellenverzeichnis zu Kapitel 5
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Quellennachweis-
Nummer
Quellennachweis Rücksprung
zum Text
501 Wikipedia, Kupfersteinzeit, Version vom 5.6.2011 TI501
502 Wikipedia, Kupfersteinzeit, Version vom 5.6.2011 TI502
503 www.praehistorische-archaeologie.de/wissen/die-steinzeit/neolithikum/jungneolithikum/ Stand vom 2.5.2011 TI503
504 Josef Riederer: Die frühen Kupferlegierungen im Vorderen Orient. - In: Handwerk und Technologie im Alten Orient / Ralf B.Wartke (Hrsg.), Berlin 1991, S. 85-86 und S.92 TI504
505 Wikipedia, Bronzezeit, Version vom 14.10.2010 TI505
506 Wikipedia, Metallurgie, Einzelnachweise 9, Version vom 11.06.2011 TI506
507 Jack Ogden: Metals - In: Paul T. Nicholson, Ian Shaw (Hrsg.): Ancient Egyptian Materials and Technology. - Cambridge University Press 2000, S. 149. Übersetzung aus dem Englischen: Eberhardt Gering TI507
508 Wikipedia, Hyksos, Version vom 3.5.2011 TI508
509 Wikipedia, Retjenu, Version vom 21.2.2011 TI509
510 Heike Wilde: Technologische Innovationen im zweiten Jahrtausend vor Christus: Zur Verwendung und Verbreitung neuer Werkstoffe im ostmediterranen Raum. - Wiesbaden, 2003, S. 136-137 TI510
511 Wikipedia, Pi-Ramesse, Version vom 17.8.2010 TI511
512 Jack Ogden: Metals. -  a.a.O., S.155. TI512
513 Albert Neuburger: Die Technik des Altertums: Die Bearbeitung der Metalle. - Leipzig 1929, S.33-70. (Reprint 1987)  TI513
514 Christian Apeltauer,: Wenn es ums Löten geht ... -  , Ögussa Löttechnik, 10 Seiten, Ohne Datum. PDF-Datei: TI514
515 http://www.oegussa.at/neu/lottechnik/fachartikel/Löten u Schweissen von Kupfer.pdf TI515
516 Albert Neuburger: a.a.O., S.48 TI516
517 Geschichte des Schweißens. - Artikel im WWW, Dezember 2010, ohne Angabe von Autor und Datum TI517
518 www.uko-dent.de/word-dokumente/schweissen.doc] o.Autor, o. Datum. Recherche vom 18.12.2010 TI518
519 Albert Neuburger: a.a.O., S.49-52 TI519
520  Wikipedia, Hufeisen, Version vom 26.10.2010 TI520
521  Albert Neuburger: a.a.O., S.56. TI521
522 Wikipedia, Bronzeguß, Version vom 6.12.2010 TI522
523 Wikipedia, Archäometallurgie, Version vom 17.12.2010 TI523
524 Wikipedia, Bronze, Version vom 11.12.2010 TI524
525 Wikipedia, Karnak - Tempel, Version vom 09.09.2010 TI525
526 Albert Neuburger:a.a.O., S.56-60 TI526
527 Albert Neuburger: a.a.O., Seiten 35, 41, 42 und 43 TI527
528 Albert Neuburger: a.a.O., Seiten 63-66 TI528
529 Albert Neuburger: a.a.O., Seiten 66-69 TI529
530 Duden Fremdwörterbuch, 5.Auflage, Mannheim u.a.O., 1990, S.768 TI530
531 http://civis.tempus-vivit.net/sindri/Seiten/tauschierent.html  (Stand vom 14.7.2010)]  TI531
532 Albert Neuburger: a.a.O., Seiten 68-69 TI532
533 Bibel Das Buch der Richter 5,8. - In: Die Bibel. Einheitsübersetzung, Katholisches Bibelwerk Stuttgart 2003 TI533
534 Bibel Das erste Buch Samuel 13,19-20 und 22. - a.a.O. TI534
535 Bibel  Buch Ijob 28, 1-11.Lied über die Weisheit - a.a.O. TI535
536 Fritz Rienecker; Gerhard Maier (Hrsg.): Lexikon zur Bibel. - Brockhaus, 1994, Sp. 644-645  TI536
537 Wikipedia, Saul, Version vom 20.11.2010  TI537
538 Chronik der Technik, Bertelsmann Lexikon Verlag München, 1995. CD TI538
539 Das Gilgamesch-Epos. - Marix Verlag, Wiesbaden 2006, S. 22 und 109. Übersetzer: Hermann Ranke TI539
540 Ilias Achtzehnter Gesang, 468-483. - In: Homer Ilias Odyssee, Augsburg 2000, S.325 TI540
541 Virgil, Äneis VIII 416 TI541
542 http://www.fantasy-love.de/html/zyklop.html. Stand vom 11.12.2010 TI542
543 Wikipedia, Hesiod, Version vom 11.12.2010 TI543
544 Die Zeitalter der Menschheit. – In: Griechische Mythologie, Athen 2002, S.20-21 TI544
545 Die Menschenalter. – In: Die schönsten Sagen des klassischen Altertums / Gustav Schwab. – Kiepenheuer Verlag 1987, S.15-20 TI545
546 Wikipedia, Vergil, Version vom 27.01.2011 TI546
547 Wikipedia, Kyklop, Version vom 9.10.2010 TI547
548 Ian Cierny: Prähistorischer Bergbau auf Zinn und "Bronze" in Mittelasien; Teil 4: Bronze-Erz-Bergbau in Muschiston, Tadschikistan - In: Archäologie Online, 1.3.2001. Siehe auch Kapitel 3 dieser Studie, Abschnitt "Bronze-Erz" aus dem tadschikischen Muschiston. TI548
549 http://www.bretagne-tip.de/geschichte/bronzezeit.htm, Version vom 19.8.2011
550 Wikipedia, Bronzezeit, Version vom 1.7.2011

Erläuterungen zu den Quellennachweisnummern und zum Quellenverzeichnis ===>



(17)

Ende von Kapitel 5 (Metallverarbeitung)

Ende vonTeil  I der Studie

Wiederholung eines Kapitels durch Aufruf über das nachstehende Kapitelverzeichnis Teil I, Spalte 1



 
Kapitelverzeichnis Teil I
~~~
Kapitel Thema Kurzbezeichnung
0
Prolog Prolog
1
Anlegen und Beherrschen von ortsfesten Feuern Feuerbeherrschung
2
Holzkohle als Energiebasis der historischen Montanindustrie Holzkohle
3
Suchen, Finden und Abbauen von Erzen Erzabbau
4
Verhütten von Erzen zur Metallgewinnung Verhüttung
5
Bearbeiten und Weiterverarbeiten von Metallen Metallverarbeitung


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