Über die Bronzezeit im Vorderen Orient unter den Aspekten der Metallgewinnung, der Waffentechnik und der Energiebasis Holzkohle. Eine Studie

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Kapitel 2
Holzkohle als Energiebasis der historischen Montanindustrie


 
Themen und Verzeichnisse von Kapitel 2
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(0)
Historische Montanindustrie und Rolle der Holzkohle
(1)
Bedeutung der Holzkohle als Produktionsfaktor
(2)
Technisches Prinzip intentioneller Holzkohlenerzeugung
(3)
Holzkohlenerzeugung und Köhler in der Geschichtsschreibung
(4)
Widerspiegelung des Köhlerstandes und der Holzkohhle im Alten Testament
(5)
Notwendige Voraussetzungen für das Produzieren von Holzkohle
(6)
Holzkohle im Alten Ägypten (Kohlholz; Holzkohlenanwendung bei der Glasproduktion; 
 
Geschichte des Glases in Ägypten; Technologie ägyptischer Glasherstellung)
(7)
Holzkohle in Jordanien und Mesopotamien
(8)
Kupfergewinnung und Holzkohle im Oman (Arabische Halbinsel)
(9)
Sekundärprodukte Teer und Pech bei der Holzkohlengewinnung in Ägypten
(10)
Harz und Bernstein im antiken Ägypten
(11)
Temperatur- und Verbrauchsangaben zu Holzkohle (Produktionsdaten)
(12)
Produktionsprozesse mit hohem Energiebedarf
(13)
Quellenverzeichnis Kapitel 2
(14)
Kapitelverzeichnis Teil I



( 0 )  Historische Montanindustrie und Rolle der Holzkohle
Der Begriff der "Montanindustrie" in der Literatur

Definition von 1896
"Montan (lat. mons - Berg) - das Bergbau- und Hüttenwesen betreffend (besonders in Österreich gebräuchlich); ... Montanindustrie, Bergbau und Hüttenwesen; Montanwaldungen, die dem Betrieb von Berg- und Hüttenwerken gewidmeten Waldungen, welche mit diesen ein Wirtschaftsganzes bilden; montanistisch, berg-, hüttenmännisch."
[Meyers Konversations-Lexikon. - Fünfte Auflage, Zwölfter Band. - Leipzig und Wien Bibliographisches Institut 1896, Seite 478]

Definition von 1986
"Montanindustrie - Die Unternehmen des Bergbaus und des Hüttenwesens sowie (im weiteren Sinne) die auf dem Bergbau aufbauende weiterverarbeitende Industrie (Kohle-, Eisen- und Stahlindustrie); Teil der Grundstoffindustrie."
[Universal-Lexikon Band 3. - Erste Auflage, Bibliographisches Institut Leipzig 1986, S.471]

Definition von 2011
"Montanindustrie (von lat. mons Berg) ist ein Sammelbegriff für die Industriezweige, die sich mit der Gewinnung, Aufbereitung und direkten Weiterverarbeitung von Bodenschätzen befassen, also den Bergbau (insbesondere den Kohlebergbau) und die rohstoffverarbeitende Schwerindustrie (insbesondere die Eisen- und Stahlindustrie). Verbreitet wurde der Begriff durch die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl ("Montanunion")"
[aus Wikipedia - Montanindustrie, Version vom 7.6.2011]

Definition von "Industrie", 1896
"(franz., von lat. industria, ´Fleiß, Betriebsamkeit´), im weiteren Sinne soviel wie Gewerbe der Stoffveredelung (Gewerbfleiß), im engeren Sinne der gewerbliche Großbetrieb (Fabrik-, Hausindustrie) im Gegensatz zum Handwerk."
[Meyers Konversations-Lexikon. - Fünfte Auflage, Neunter Band. - Leipzig und Wien Bibliographisches Institut 1895, Seite 227]
siehe auch 214 Industrie

Zum Begriff "Historische Montanindustrie"

Der Begriff "Historische Montanindustrie" bezeichnet die Gesamtheit der montanwirtschaftlichen Prozesse von ihren urgeschichtlichen Anfängen bis zum Beginn der neuzeitlichen Technischen Revolution im 18. / 19. Jahrhundert u.Z. 

Das dieser Begriffsbestimmung zugrunde liegende Konzept stützt sich auf ein weitgefasstes Verständnis von "Industrie" als ein vom Handwerk zu unterscheidendes Gewerbe der Stoffveredelung. Vergleiche hierzu die oben angeführte Definition von "Industrie" aus dem Jahr 1896 ).
Inhaltlich umfaßt der Begriff der Historischen Montanindustrie die Gebiete
    Erzsuche und Erzabbau,
    Holzkohlenerzeugung,
    Verhüttung von Erzen,
    Bearbeitung erschmolzener Metalle,
    Weiterverarbeitung der Metalle.
Unter dem Aspekt des Historischen werden die genannten Gebiete näher bestimmt. Das gilt vor allem für 
- das bis in ferne Zeiten zurückreichende Suchen und Erschliessen von Erzlagerstätten;
- die ur- und frühgeschichtlichen Anfänge der Holzkohlenerzeugung; 
- die Anfänge der Metallgewinnung und der Metallverarbeitung in der Mittel- und Jungsteinzeit;
- die Fortführung und Weiterentwicklung der genannten Prozesse in der Kupfersteinzeit, Bronzezeit und klassischen Eisenzeit;
- die montanwirtschaftlichen Prozesse in der anschließenden langen Übergangsperiode bis zum Einsetzen der Technischen
  Revolution im 18. und 19. Jahrhundert u.Z. 

Die Historische Montanindustrie umschließt somit alle industriell oder quasi-industriell geführten Prozesse des Findens und des Abbaus von metallhaltigen Erzen, des Erzeugens von Holzkohle für die Hütten- und Schmiedeprozesse,  des Verhüttens aller Arten von Erzen und des  Herstellens von metallischen Zwischen- und Endprodukten. 

Mit dem Beginn der Technischen Revolution der Neuzeit endete die Epoche der Historischen Montanindustrie. Die Montanindustrie wurde um den Abbau von Steinkohle, das Erzeugen von Steinkohlenkoks als neuem Energieträger und das im großen Maßstab erfolgende Produzieren von Stahl wesentlich erweitert. Durch die rasch zunehmende Verwendung von Steinkohlenkoks in den Hütten- und Schmiedeprozessen  verlor die Holzkohle im Verlauf des 19. Jahrhunderts u.Z. ihre viele Jahrtausende währende Rolle als Hauptenergieträger für die Montanindustrie. 
 

EGe 2011

( 1 )   Bedeutung der Holzkohle als Produktionsfaktor
Lange vor dem Beginn von Metallerzeugung und -bearbeitung, schon seit den Anfängen des Brennens von Gegenständen der Töpferei bzw. der Keramik und dem Herstellen erster Formen von Glas, wurde die Holzkohle neben dem Holz einer der wichtigsten Brennstoffe zum Erzeugen von Gebrauchsgegenständen.

Auf die lange Entwicklungsgeschichte der intentionell erzeugten Holzkohle und ihre große historische Bedeutung für die gesellschaftlichen Produktionsprozesse wurde in vergangenen Jahrzehnten mehrmals in Fachpublikationen hingewiesen. So kamen die Münchener Holzforscher Dietrich Fengel und Gert Wegener in ihrem 1984 im Verlag de Gruyter unter dem Titel "Wood: Chemistry Ultrastructure Reactions" erschienenen Werk bezüglich der Holzkohle zu dem Schluß: 

"The conversion of wood to charcoals is one of the oldest processes used by mankind."
==> "Die Umwandlung des Holzes in Holzkohlen ist eines der ältesten von der Menschheit angewendeten Verfahren."
234

Aus wissenschaftshistorischer  Sicht hatte der Altertumsforscher Albert Neuburger bereits in seinem 1929 erschienen Buch "Die Technik des Altertums"  formuliert: 
"Die Herstellung der Holzkohle bildete ein wichtiges technisches Gewerbe, der Stand der Köhler war ein zahlreicher und weitverbreiteter."                                         235
Alfred Lucas schrieb in seiner 1962 in London herausgegebenen umfassenden Studie  "Ancient Egyptian Materials and Industries" hinsichtlich des historischen Gewichts, welches die Holzkohle als universaler Brennstoff besaß: 
"The value of charcoal in the progress of civilization must have been enormous, for without charcoal  any advance in metallurgy  beyond the most primitive methods would have been difficult, if not impossible."
==> "Der Wert der Holzkohle für den Fortschritt der Zivilisation muss enorm gewesen sein, bei den meist primitiven Methoden in der Metallurgie wäre ohne Holzkohle jeder Schritt vorwärts schwierig, wenn nicht unmöglich gewesen."
236
Mit den Anfängen des Verhüttens von Kupfererzen und etwas später mit dem Herstellen von Bronze kam es zu einer weiteren und besonders gravierenden Erhöhung der Bedeutung von Holzkohle. Sie wurde zum wichtigsten Energieträger auf dem Gebiet  der Produktion metallischer Erzeugnisse und erhielt damit unter den Brennstoffen den dominierenden technischen Status, den sie bis ins 19. Jahrhundert u.Z. behielt. 

Von Beginn der Bronzezeit an wurde die Köhlerei in die Produktionsketten der historischen Montanindustrie, die von der Erzsuche über den Erzbergbau und die Erzverhüttung  bis zur Metallerzeugung und Metallverarbeitung reichten, integriert. Die Köhlerei war ein eigenes Gewerk, welches die Aufgabe hatte,  den für das Funktionieren  von Erzverhüttung, Metallgewinnung und Metallverarbeitung unverzichtbaren Brennstoff Holzkohle in industriemäßigen Mengen zu liefern. 
Im Rahmen dieser Produktionsketten war die Holzkohleproduktion kein Hilfsprozess, der von Hilfskräf­ten ausgeführt werden konnte. Köhlerei war und blieb eine Tätigkeit, von welcher fachmännisches Auswählen  und meilergerechtes Aufbereiten des Kohlholzes ebenso verlangt wurde wie anwendungsbereite Fachkenntnis von den Abläufen der Holzverschwelung im Kohlenmeiler und Befähigung zum exakten Steuern dieser Abläufe. 
Wichtigste Aufgabe der Spezialisten des Köhlerhandwerks war es, mit großem technischem Feingefühl für den Stand und  die Abläufe der im  Kohlenmeiler stattfindenden Verschwelungsprozesse eine  hohe Qualität der produzierten Holzkohle zu gewährleisten.  Nur die Spezialisten des Köhlerhandwerks vermochten es in ur- und frühgeschichtlicher Zeit, die für Erzverhüttung, Metallschmelzen und Schmieden in grossen Mengen benötigte Holzkohle in hoher Qualität zu produzieren und bereitzustellen.

Sowohl die von Naturprozessen verursachte Holzkohlenentstehung als auch die von Menschen vorgenommene intentionelle (zweckbestimmte) Holzkohlenerzeugung beruhen auf einer unter möglichst großem Luftabschluß stattfindenden Verschwelung von Holz. Diese Holzverschwelung hat mit dem Verbrennen von Holz nichts gemein. Auch das unter Zugang von Luft im offenen Feuer stattfindende Verkohlen oder partielle Ankohlen von Holz darf nicht mit Holzverschwelung verwechselt werden. Die im Ergebnis der Holzverschwelung entstehende Holzkohle ist kein Produkt von Holzverbrennung, sondern selbst ein Brennstoff. Ihr hoher Kohlenstoffgehalt von 80 bis 90 Prozent und ihr damit im Zusammenhang stehender hoher Heizwert von 29 bis 33 KJ/g zeichnen die Holzkohle gegenüber dem Holz als einen Brennstoff neuer und bedeutend höherer Qualität aus.

Es ist diese neue Qualität des Brennmaterials, welche in der Geschichte der Menschheit das Verhütten von Erzen, das Schmelzen von Metallen und das Schmieden metallischer Werkstoffe erst möglich gemacht hat.  EGe

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( 2 )   Technisches Prinzip intentioneller Holzkohlenerzeugung

Die von Menschen vorgenommene, intentionelle Holzkohlenerzeugung erfolgte seit den in der Steinzeit entstandenen  Anfängen der Köhlerei nach den von der Natur übernommenen beiden Grundformen der Holzverschwelung in Meilern: erstens den oberirdischen, stehenden oder liegenden Erdmeilern und zweitens den in die Erde eingelassenenen Grubenmeilern 201 EGe
Fachgerechtes, das heißt vollständiges Verschwelen des im Meiler befindlichen Kohlholzes (als Kohlholz wird das zur Verschwelung vorgesehene Holz bezeichnet) erforderte ständiges Einhalten der Balance  zwischen zwei Extremsituationen: dem Aufflammen (Durchgehen) des Meilers bei zuviel Zufuhr von Luft und dem Erlöschen (Ersticken) des Meilers, wenn die Luftzufuhr völlig unterdrückt wurde.
Die zur Balance erforderliche Steuerung der Luftzufuhr erfolgte über einzelne Öffnungen in der Meilerdecke. Die Öffnungen wurden vom Köhler (synonym Kohlenbrenner) verengt bzw. vollständig geschlossen, wenn durch zuviel Zufuhr von Luft im Meiler ein Sauerstoffüberschuss entstand, der das Kohlholz verbrennen ließ anstatt es zu verschwelen. Die Öffnungen in der Meilerdecke wurden erweitert,  wenn der im Inneren des Meilers ablaufende Verschwelungsprozeß aus Luftmangel zu ersticken drohte,. 
Die Farbe des Rauches, der über die Öffnungen nach außen drang, signalisierte dem Köhler, ob die Luftzufuhr gedrosselt oder erhöht werden mußte. Weißer Rauch war das Zeichen, dass das Kohlholz vollständig verschwelt war, der Meiler geöffnet und die fertige Holzkohle entnommen werden konnte. EGe 2005
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( 3 )   Holzkohlenerzeugung und Köhler in der Geschichtsschreibung

Die Bedeutung, welche die Holzkohle in der Menschheitsgeschichte bis ins 19. Jahrhundert unserer Zeit besaß, wurde und wird in der Geschichtsschreibung über die Jahrtausende hinweg kaum beachtet. In historischen Darstellungen der Metallgewinnung und -verarbeitung, wie sie aus der Bronzezeit überliefert sind, wurde die Holzkohle als Energielieferant zwar gelegentlich erwähnt, auf die eigentliche Holzkohlenproduktion und ihre Produzenten, die Kohlenbrenner bzw. Köhler, wurde aber schon damals nicht eingegangen.. 
Gründe für das weitgehende Verschweigen der großen Rolle, welche die Holzkohle bereits ausgangs der Jungsteinzeit und über die gesamte Bronzezeit hinweg für die grundlegenden Produktionsprozesse des Verhüttens metallischer Erze,  des Schmelzens der metallischen Werkstoffe und des Schmiedens der Werkstücke sowie des Weiterverarbeitens metallischer Zwischenprodukte spielte, sind, mit ganz wenigen Ausnahmen, weder aus frühgeschichtlichen Quellen noch aus montanhistorischen Darstellungen späterer Zeitabschnitte erkennbar. Im Unterschied zu den Bergleuten, Hüttenwerkern und Schmieden blieben die Köhler im Dunst der frühen Geschichtsschreibung weitestgehend unsichtbar und unbeachtet. Holzkohle wurde und wird häufig auch noch heute selbst von manchen Fachwissenschaftlern als etwas Banales, Vernachlässigbares aufgefasst, was auf der Erdoberfläche herumliegt und dementsprechend am ehesten mit Pferdeäpfeln, Eselsdung oder Kamelmist verglichen werden kann.  EGe 
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( 4 )   Widerspiegelung des Köhlerstandes und der Holzkohhle im Alten Testament 

Die Nichtbeachtung des Berufsstandes der Köhler gilt auch für das Alte Testament (AT) der Bibel. Das AT enthält zwar vereinzelte Angaben zum Abbau von Erzen und zu  metallurgischen Aktivitäten, Hinweise auf das Herstellen von Holzkohle für damalige  Produktionsprozesse mit hohem Energieverbrauch und auf die Arbeit der Kohlenbrenner fehlen jedoch völlig. An einigen Stellen des AT wird indirekt auf Kohle (Holzkohle) als Brennmaterial bezug genommen. Das gilt für die Anwendung von Wörtern wie Kohlenglut, Kohlenfeuer, Kohlenbecken und Kohlenpfannen (siehe Zweite Salomonische Spruchsammlung 26,21; Buch Jeremia 36,22-23 und 52,19; Johannes 18,18 und 21,9).. 
Zwei Bibelverse haben das Arbeiten eines Schmiedes mit Kohlenglut und Kohlenfeuer zum Gegenstand (siehe Buch Jesaja 44,12 und 54,16):
Jes 44,12
Der Schmied facht die Kohlenglut an, / er formt (das Götterbild) mit seinem Hammer / und bearbeitet es mit kräftigem Arm. Dabei wird er hungrig und hat keine Kraft mehr. / Trinkt er kein Wasser, so wird er ermatten.
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Jes 54,16
Ich habe den Schmied erschaffen, / der das Kohlenfeuer entfacht und Waffen erzeugt, / wie es seinem Handwerk entspricht. Ich habe auch den, der vernichtet, erschaffen, / damit er zerstört.
In zwölf Bibelversen kommt in Verbindung mit religiösen Motiven die Wortgruppe „glühende Kohlen“ vor (siehe Zweites Buch Samuel 22,9 und 22,13; Buch Ijob 41,13 und weitere neun Verse). Zu beachten ist die im Psalm 120,4 enthaltene Wortgruppe „glühende Ginsterkohlen“. Sie macht auf den zur Holzkohlenherstellung verwendeten Ginsterstrauch aufmerksam. Vermutlich geht es um Weißen Ginster (retama raetam), einen in den Wüsten Palästinas weiß blühenden, etwa zwei Meter hohen Strauch. Der Strauch ist zwar blattlos, aber dennoch soll unter ihm der Prophet Elia geschlafen haben (siehe 1 Könige 19, 4-5).   202 Altes Testament

Martin Luther übersetzte "Ginster" mit "Wacholder", jedoch wurde diese Übersetzung später wieder verworfen. Das harte Holz des Ginster einschließlich seiner Wurzeln soll  nach der Überlieferung eine "die Hitze lange bewahrende Holzkohle" ergeben.

Der sprachliche Bezug auf Holzkohle ist im AT stets eindeutig. Sowohl in den originalsprachigen Texten des Alten Testaments als auch in ihren deutschsprachigen Übersetzungen wird unter dem Wort „Kohle“ bzw. seinen anderssprachigen Äquivalenten immer  die Holzkohle verstanden.

Das Verwenden von Steinkohle zu biblischen Zeiten ist für Palästina  nicht nachgewiesen. Aus Mangel an festem Holz (Bäumen) wurden hauptsächlich Reiser und Gestrüpp für die Holzkohlengewinnung verwendet (siehe oben:  "Ginsterkohlen"). Holzkohle diente zum Wärmen, Zubereiten von Speisen, Entzünden von Räucherwerk und zum Verarbeiten von Metall (siehe Jes 44,12 und 54,16). Gewöhnliches Brennmaterial waren Reisig, Dornengestrüpp, trockene Pflanzen und Dung.    237 Lexikon
 

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( 5 )   Notwendige Voraussetzungen für das Produzieren von Holzkohle

Es wäre unrichtig, aus der relativ geringen Zahl der im Alten Testament zu findenden  Benutzungen des Wortes "Kohle" oder seiner Wortverbindungen den Schluss zu ziehen, daß es zu "biblischen Zeiten" und an den entsprechenden historischen Orten keinen sonderlich beachtenswerten Bedarf an Holzkohle gegeben habe. Das Gegenteil war der Fall, wie archäometallurgische Funde mittlerweile bezeugen. Der Bedarf an Holzkohle war beträchtlich, jedoch stand dieser Brennstoff zu keiner Zeit "wie von selbst“ zur Verfügung. Für eine ausreichende Holzkohleproduktion waren auch schon damals drei grundlegende Voraussetzungen nötig:
 1. 
zugängliche Flächen mit großen und nachwachsenden Beständen an Bäumen und Büschen, deren Holz für das Erzeugen von Holzkohle geeignet war;
 2. günstige Standorte für Kohlplätze zum Anlegen von Kohlenmeilern (Gruben- und Erdmeiler);
 3. erfahrene Kohlenbrenner (Köhler) zum Aufbauen und Betreiben der Meiler.
Zu den Arbeiten der Kohlenbrenner gehörten auch das Heranschaffen des für die Meiler ausgewählten Holzes  und das Transportieren der erzeugten Holzkohle an die Orte ihres Verbrauchs.
Die Qualität der Holzkohle war zusammen mit der Güte der verfügbaren Erze entscheidend für die Qualität der  Produkte von Verhüttung und Metallverarbeitung. EGe 2008
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( 6 )   Holzkohle im Alten Ägypten

"Charcoal, which may be dealt with conveniently in connexion with wood, was until comparatively recently, when it was largely displaced by paraffin oil (kerosene), the principal fuel of Egypt and it is still much used.
At one time charcoal-burning was extensively  carried out in the eastern desert and in Sinai, in both of which localities it still lingers on, though to a very  limited extent, and it is this industry that has been largely responsible for the destruction of trees in those districts.
Charcoal has often been found in connexion with ancient Egypt, for example in  Badarian graves; in First Dynasty tombs at Saqqara; in two of the store rooms of the pyramid temple of Menkaure (Fourth Dynasty) and in early dynastic tombs at Naga el Dair, and it is mentioned as being distributed to the masons who cut the corridors of one of the royal tombs  in the Valley of the Tombs of the Kings.
The making of charcoal was a natural outcome of the burning of wood, and the first deliberate making must have been very early in Egyptian history, though the date is unknown." 203  Lucas
==> “Holzkohle war bis in die jüngste Zeit,als sie vom Paraffinöl verdrängt wurde, der Hauptbrennstoff in Ägypten, wobei sie immer noch viel genutzt wird. In früherer Zeit wurde das Kohlenbrennen extensiv in der östlichen Wüste und im Sinai betrieben. In beiden Gegenden wird es in sehr begrenztem Umfang noch weitergeführt. Es war diese Industrie, die für das Zerstören der Baumbestände jener Distrikte im hohen Maße verantwortlich ist. 
Holzkohle wurde oft in Verbindung mit dem Alten Ägypten gefunden, z.B. in den Badari-Gräbern, in den Gräbern der ersten Dynastie in Saqqara (eine altägyptische Nekropole am linken Nilufer, ca. 20 km südlich von Kairo. Ebo), in zwei von den Lagerräumen des Pyramidentempels von Menkaure (vierte Dynastie) und in frühdynastischen Gräbern von Naga el Deir, und sie wird genannt als Verteilung an die Steinhauer, welche die Gänge eines der Königsgräber im Tal der Könige anlegen. Das Entstehen von Holzkohle war ein natürliches Ergebnis des Kohlenbrennens und die erste bewusste Herstellung muss sehr früh in der ägyptischen Geschichte gewesen sein, obwohl das Datum unbekannt ist."
"It (charcoal) was used extensively in the smelting of metal ores, since it enabled high temperatures , sometimes exceeding 1000°C, to be eached."  204 Gale
 ==> "Holzkohle wurde häufig zur Erzverhüttung verwendet, da sie hohe Temerperaturen erzeugte, die mitunter 1000°C überschritten."
Die Badari-Kultur (Badari-Periode) ist die älteste aus Oberägypten bekannte Kultur mit sesshafter Lebensweise (ca. 5000 - 4000 v. u.Z.). Aus ihr stammen erste Belege für das Erzeugen von Kupfer und das Bearbeiten von Fayence (Tonwaren mit gefärbten Blei- oder Zinnglasuren). 205 Prädynastic
  • Kohlholz in Ägypten
Gemessen am Mangel von Bäumen in Ägypten besaß die Akazie besonderen Wert, speziell  für die Verwendung als Bauholz und zum Erzeugen von Holzkohle. Akazien sind im allgemeinen kleine, schnellwüchsige Bäume oder Büsche mit kleinen fleischigen Blättern und sehr dornigen Zweigen. Ägyptische Akazienarten (Auswahl):
Acacia seyal Del.;
Acacia nilotica (siehe Holzkohlenfunde in Piramesse, Nildelta), Größe 2,5 bis 14 Meter;
Acacia arabica;
Acacia albida Del., Größe 3 bis 40 Meter;
Acacia tortilis;
Acacia tortilis  subsp. raddiana;
Acacia farnesiana   206 Adhesives
  • Baumbestand auf dem Sinai
Der Baumbestand auf dem Sinai und am Roten Meer insgesamt wird im auffälligen Maße geprägt von Akazien und Dattelpalmen. Zahlreich vorhanden sind auch Wacholder und Tamarisken.  Am Roten Meer gibt es außerdem Mangrovenwälder. 207 Sinai
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Holzkohlenanwendung bei der Glasproduktion in Ägypten

In verglastem Material wurden (größere) Mengen von Holzkohle gefunden. Analysen von entnommenen Proben ergaben, daß als Kohlholz die Akazien- oder Eselsfeige (Ficus sycomorus) verwendet wurde.
Einige Stücke dieser Holzkohle waren auffallend lang, was vermuten läßt, daß diese Holzkohlen während des Feuerns entstanden sind und nicht in einem separaten Prozess gezielt produziert wurden. Es wird angenommen, daß diese Holzkohlen irgendeinem anderen Herstellungsprozess zur Verwendung dienten. [Nicholson / Henderson]
Da nur wenige Brennöfen gefunden wurden und die meisten davon noch in alten Ausgrabungen, waren die Möglichkeiten zum Ermitteln des jeweils verwendeten Brennstoffs begrenzt. In Abydos und Amarna wurden jedoch holzkohlenähnliche Fragmente gefunden, wobei in Amarna die Strukturen, mit denen der Brennstoff im Zusammenhang steht, auf Glasproduktion hinweisen. Es ist nicht klar, ob es sich in Amarna um absichtlich produzierte Holzkohle handelt oder ob es einfach ein Nebenprodukt ist, entstanden beim unvollständigen Verbrennen von Holz als dem eigentlichen Brennstoff. Da in einigen Fällen ziemlich lange Stücke gefunden wurden (siehe oben), ist anzunehmen, daß es Produkte unvollständiger Verbrennung sind. Es müssen weitere Untersuchungen erfolgen.  208 Glas, 209 Fayence
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Geschichte des Glases in Ägypten

Das erste von Menschen geschaffene Glas wurde gegen Ende des 5. Jahrtausends in Mesopotamien und Ägypten erzeugt. Es handelte sich um Glasuren von Perlen. Das Herstellen von Glas-Schmelzen unter Verwendung von Sand, Kalk und Flussmitteln begann vermutlich im 16. Jahrhundert v.u.Z. im vorderasiatischen Raum. Beim Verfolgen von Fremdherrschern (Hyksos) bis nach Syrien und Palästina brachten ägyptische Truppen offenbar von dort erste kleine Glasprodukte in Form von Glasstäben und Glasstreifen mit nach Hause. Entsprechende Glasstäbe wurden zu Hunderten in den Glaswerkstätten von Malkatta und Amarna gefunden. 210 Pharao 
  • Technologie ägyptischer Glasherstellung 
Die Glasproduktion begann in der Antike vermutlich im 16. Jahrhundert v.u.Z. Zu dieser Zeit erschienen in Ägypten die ersten Hohlgläser

Glasierte Objekte, die als zufällige, durch hohe Temperaturen bewirkte  Veränderungen von keramischen Oberflächen entstanden sein können, kennt man bereits aus dem 5. Jahrtausend. Aus dem 4. Jahrtausend stammen in Ägypten und Mesopotamien gefundene Fayencen (amorphe Glasuren auf kieseligen Keramiken).

Glasierte Keramiken, bei denen die Glasur in einem eigenen Arbeitsgang aufgetragen wurde, traten erstmals im 4. bis 3. Jahrtausend v.u.Z. auf. Seit der 3. Dynastie (um 2600 v.u.Z.) wurde in großen Mengen das "Ägyptisch-Blau" hergestellt und in ganz Ägypten zur Wandmalerei sowie zum Bemalen von Holz- und Steinfiguren verwendet. Erzeugt wurde dieser blaue Farbstoff durch Verschmelzen von Quarzsand, Kalk und Kupfermineralien, wodurch ein intensiv blau gefärbtes Kupfer-Calcium-Silicat entstand. 

In der Mitte des 2. Jahrtausends waren dann mit der schon lange beherrschten Keramikherstellung, der nahezu industriemäßigen Farbstofferzeugung und der technologisch ausgereiften Erzverhüttung alle erforderlichen technischen Voraussetzungen für das Herstellen großer Mengen von Glas vorhanden.

Außer einzelnen vagen Hiweisen auf das Beschicken von Glasschmelzöfen mit Holz ist hingegen kaum etwas über den Brennstoff bekannt, mit dem die zum Erzeugen von Glasschmelzen notwendigen Temperaturen von weit über 1000°C erreicht wurden. EGe
Als Rohstoffe wurden bei den altägyptischen Gläsern Quarz, Kalk, Soda und färbende Metalloxide verwendet. Bestätigt wird diese Zusammensetzung durch das in Keilschrift erhaltene und in der Tontafelbibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal (Regierungszeit 669 - 631 oder 627 v.u.Z.) in Ninive gefundene älteste bekannte Glasrezept
 
"Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen, 5 Teile Kreide - und Du erhältst Glas."

In einer anderen Übersetzung des genannten Glasrezepts werden "60 Teile Meersand, 180 Teile Asche, 2 Teile Salz und 1 Teil Kreide" angegeben. 211 Glasgeschichte  ,  212 Wildglas

Im Vergleich mit dem aus den Wüsten stammenden Sand hatte Quarz, welches wahrscheinlich  den in den Wüsten beiderseits des Nils in großen Mengen vorkommenden Quarzgeröllen entnommen wurde, den Vorteil größerer Reinheit und geringeren Eisengehalts. 
Das Einbeziehen von Kalk in die Glasrezeptur beruhte auf Erkenntnissen beim Herstellen von Ägyptisch-Blau (siehe oben) und von Glasuren. 
Soda (ein Natriumcarbonat) diente als Flußmittel beim Erzeugen kieseliger Schmelzen. Gleichwertige alkalische Carbonate waren auch in Pflanzenaschen enthalten (siehe die Rezeptur aus dem Archiv des Assurbanipal). Vorkommen von Soda als natürliches Mineral existierten im  Wadi al-Natrun, gelegen an der Wüstenstraße von Alexandria nach Kairo.

Für das Färben von Gläsern kam eine große Zahl chemischer Verbindungen in Frage. Häufige Farbtöne waren hellblau, dunkelblau, gelb, weiß und rot. Blaue Farbe wurde in ihren Abstufungen durch Kupfer-, Kobalt- und Eisenionen, Gelb durch Bleiantimonat, Weiß durch Trübungsmittel wie Zinnoxid und Rot durch Kupferoxid erzeugt. Mit Kobaltzusatz wurde ein besonders intensives Blau erzielt.

Das Schmelzen der Glasmasse erfolgte in Keramiktiegeln, die im Brennofen aufgestellt wurden. Um den gewünschten Farbton zu erhalten, mußte nach dem Zusetzen des Färbungsmittels zur Glasmasse im Schmelzofen eine bestimmte Brenntemperatur und Ofenatmosphäre eingehalten werden. Zum Verschmelzen der Einzelbestandteile der Glasmasse war eine Brenntemperatur von ca. 1400°C  notwendig.

Neben Ägypten entwickelte sich zu gleicher Zeit die Glasherstellung auch in Mesopotamien (siehe die genannten Tontafeltexte mit den Glasrezepturen aus der Zeit von Assurbanipal im 7. Jahrhundert v.u.Z.). Von der Mitte des zweiten bis zum Ende des ersten  Jahrtausends v.u.Z. gab es im Vorderen Orient eine einheitliche Glastechnologie. 213 Riederer

Die um das Jahr 500 v.u.Z. (nach anderen Quellen um 150 v.u.Z.) an der östlichen Mittelmeerküste  erfolgte Erfindung der Glasmacherpfeife führte zu einer bedeutsamen Weiterentwicklung der Glasverarbeitungstechnologie. Ort der Erfindung war vermutlich die zwischen Beirut und Tyros gelegene Hafenstadt Sidon (arabisch Saida), damals ein Zentrum der Glasherstellung.
Mit der Glasmacherpfeife wurde es möglich, Gläser in großen Mengen und in nahezu unbegrenzter Formenvielfalt zu produzieren sowie erstmals durchsichtiges Glas herzustellen.Die flüssige Glasmasse ließ sich von jetzt an in Formen blasen, zu Fäden ziehen, durch mehrmaliges Erhitzen verformen, mit anderen Glasteilen verschmelzen und hauchdünn ausblasen. 211 Glasgeschichte
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( 7 )   Holzkohle in Jordanien und in Mesopotamien
  • Kohlholz in Fenan  (Wadi Arabah, Jordanien)
In der Kupfersteinzeit (Chalkolithikum), Bronzezeit, Eisenzeit sowie in den Perioden der Römer und der Mameluken gab es in der Region von Fenan (Feinan) am Fuß des Edom-Hochlands intensiven Bergbau und Kupferverhüttung im fast industriellen Maßstab.
In der Gegenwart wird mit "
" ( lat. industria: Betriebsamkeit, Fleiß ) derjenige Teil der Wirtschaft benannt, der gekennzeichnet ist durch die Produktion und Weiterverarbeitung von materiellen Gütern oder Waren in Fabriken und Anlagen, verbunden mit einem hohen Grad an Mechanisierung und Automatisierung – im Gegensatz zur handwerklichen Produktionsform. 214 Industrie
"Millennia of smelting activity left unique slag dumps in which large amounts of charcoal from all periods were well preserved under the arid climatic conditions."
==> "Tausende von Verhüttungsaktivitäten hinterließen einzigartige Schlackenhaufen, in denen aus allen Perioden dank des trockenen Klimas große Mengen von Holzkohle erhalten geblieben waren."
"The results of charcoal analyses so far available from Feinan show profound differences in the composition of fuel between different smelting periods.From the early Bronze Age to the Iron Age a change in the fuel composition is observed from tree species such as Juniperus phoenicea, Quercus calliprinos, Olea europaea, and pistacia atlantica to tree and shrup species like Tamarix, Retame raetam and Haloxylon persicum as well as Phoenix dactylifera. Out of these, in Roman times Tamarix is largely absent, and  Acacia increase.The tree species which were important in the Bronze Age were not used again as fuel until the Mameluk period."
==> "Die Ergebnisse von Holzkohlenanalysen, soweit sie für Fenan verfügbar sind, zeigen tief greifende Unterschiede in der Zusammensetzung des Brennstoffs  zwischen den verschiedenen Hüttenperioden ((die Autoren meinen hier mit Brennstoff das zur Holzkohlenerzeugung verwendete Holz).
Ab der frühen Bronzezeit bis zur Eisenzeit änderte sich die Brennstoffzusammensetzung  von Baumarten wie Juniperus phoenicea, Quercus calliprinos, Olea europaea und pistacia atlantica zu Baum- und Buscharten wie Tamarix, Retame raetam, Haloxylon persicum und Phoenix dactylifera. In der Römischen Periode fehlt Tamarix weitgehend, während die Nutzung von Akazie zunimmt. In der Bronzezeit wichtige Baumarten wurden bis zur Mameluken-Periode nicht wieder als Brennstoff verwendet."
Oben genannte Baumarten
lateinisch deutsch
Juniperus phoenicia Phönizischer Wacholder
Quercus calliprinos gewöhnliche Eiche
Olea europaea Olivenbaum (Ölbaum)
Pistacia atlantica Pistazie (Terebinthe)
Tamarix Tamariske
Retame raetam Weißer Ginster
Haloxylon persicum Weißer Saksaul
Phoenix dactylifera Dattelpalme
Acacia (rückübersetzt) Akazie
Deutsche Übersetzungen: E.Ge.
"For the use of wood or charcoal as fuel not only physical-chemical properties or the amount of wood per individual alone are of major importance, but also the ability of the vegetation units exploited to regenerate has to be considered."
==> "Für die Nutzung von Holz oder Holzkohle als Brennstoff sind nicht nur die physikalisch-chemischen Eigenschaften oder die pro Individuum verfügbare Menge an Holz von großer Bedeutung. Berücksichtigt werden muß auch die Fähigkeit der Vegetationseinheiten zu ihrer Regenerierung." 215  Fuel ressources
  • Ökologische Probleme im Kupferrevier Timna
Die wohl ältesten Stätten der Kupferverhüttung, in Südjordanien (dem “Ruhrgebiet der Frühantike"), mußten nach etwa 200 Jahren intensiver Kupferproduktion geschlossen werden, weil die Wälder und die sonstige Vegetation der näheren und weiteren Umgebung vernichtet waren. Erst zur Zeit der römischen Besetzung Palästinas im 2. und 3. Jahrhundert u.Z. (rund 500 Jahre später), rauchten dort wieder Schmelzöfen, weil offenbar Wälder als Brennstoffangebot mittlerweile nachgewachsen waren. 216 Feuers Macht
  • Holzkohle in Mesopotamien
Präzise Aussagen über das Herstellen und Anwenden von Holzkohle für die Erzverhüttung in Mesopotamien liefert eine auf Tontafel geschriebene Anweisung des Babylonierkönigs Hammurabi aus der Zeit um 1700 v.u.Z. :
 
„Zu Sin-idinnam sprich: also (sagt) Hammurabi: AB.BA-Hölzer zum Kohlen für die Metallarbeiter in Bad-tibira und da, wo sie sonst sind, soll man für dich auswählen. Dann soll man 7200 hohe AB.BA-Hölzer von 1/3 SÌLA, 1/2 SÌLA bis 1 SÌLA Holz (1 Sila = 0,83 Liter) und von 2 Ellen, 3 Ellen bis 4 Ellen Länge (1 Elle = ca. 50 cm) für dich schneiden. Je 300 Stück AB.BA-Hölzer soll man dann auf ein Frachtschiff laden (und dann) ... in (24) Partien nach Babylon bringen. Unter den AB.BA-Hölzern, die man schneiden wird, soll man kein Holz, das in seinem Walde (ab)gestorben ist, schneiden. Nur grünes Holz soll man schneiden. Eilends soll man jene AB.BA-Hölzer bringen, dass die Metallarbeiter nicht mit leeren Händen dasitzen."
Bemerkungen zur sumerisch-akkadischen Brennholz-Terminologie / Armas Salonen. – In:  Jaarbericht van het Vooraziatisch-Egyptisch Genootschap Ex Oriente Lux, Leiden 18 (1964), S.331-338 (S.330)
Aus dem Hammurabi-Text ist zu erkennen, daß mit den Hölzern oberirdische Kohlenmeiler aufgestellt werden sollten. Die Forderung, grünes Holz zu verwenden, läßt darauf schließen, daß das Holz nicht direkt zum Heizen der Schmelzöfen verwendet, sondern zuerst zu Holzkohle verarbeitet wird. Diese erzeugt die für die Metallgewinnung erforderlichen höheren Temperaturen. Eventuell reichte das Holz einer Schiffspartie für mehrere Meiler. Als Meilertyp käme ein aus drei Etagen bestehender Meiler in Frage, denn dem entsprächen die geforderten Stücklängen der Hölzer. 
 
Schlußfolgerungen aus dem Hammurabi-Text 
(1) Der von Hammurabi Angesprochene soll Hölzer zum Kohlen auswählen lassen. Wo – das bleibt offen, doch wahrscheinlich relativ weit entfernt von Babylon, denn das ausgewählte Holz soll per Frachtschiff nach Babylon transportiert werden. Für das Auswählen  der Bäume sind Fachleute erforderlich, die Kenntnisse vom Baumbestand haben und Erfahrungen im Kohlenbrennen besitzen.
(2) Die ausgewählten Bäume müssen gefällt werden.  Dafür werden Holzfäller und Äxte benötigt.
(3) Die Stämme der gefällten Bäume müssen zersägt und gespalten werden, so daß Holzstücke von der vorgegebenen Länge und Stärke entstehen. Gefordert sind insgesamt 7.200 Stücke von rund 1 m, 1,5 m und (bis zu) 2 m Länge und von 1/3, 1/2 bis 1 Sila Stärke. Die genaue Stückelung (wieviel Holzstücke von jeder Länge und von jeder Stärke) wird von Hammurabi nicht angegeben. Auch bleibt unklar, ob zwischen den 1,5- und 2-m-Stücken noch Zwischengrößen zugeschnitten werden sollen bzw. dürfen. Im folgenden wird hier davon ausgegangen, daß von jeder Länge (1, 1,5 und 2 m) je 2.400 Stück gleicher Stärke geliefert werden sollen.  Das Zersägen und Spalten der Stämme kann von den Holzfällern vorgenommen werden. Für das Baumfällen und Zuschneiden sind Schneidewerkzeuge (Sägen!) und Werkzeuge zum Spalten der Stämme (Hämmer oder Äxte sowie Keile) erforderlich.
(4) Die 7.200 Stück Holz werden in 24 Partien zu je 300 Stück aufgeteilt. Das kann durch die Holzfäller erfolgen.
(5) Die Partien werden einzeln per Frachtschiff nach Babylon transportiert. Diese Arbeiten erfordern Be- und Entladearbeiter sowie eine Schiffsmannschaft.
(6) Mit den Hölzern jeder Partie sollen vermutlich stehende Kohlenmeiler (keine Grubenmeiler) aufgestellt werden. Eventuell reicht das Holz einer Partie für mehrere Meiler. Möglicher Meilertyp: Erdmeiler mit drei Etagen (dem entsprächen die unterschiedlichen Stücklängen). Der Meileraufbau wird entweder von spezialisierten Köhlern oder von den Metallarbeitern  selbst durchgeführt. Gleiches gilt für den anschließenden Meilerbetrieb (Kohlenbrennen).
EGe

Der lange vor Beginn der Antike verfaßte Text weist auf ein arbeitsteiliges Zusammenwirken hin, in das Forstarbeiter und Transportarbeiter, Köhler und Hüttenarbeiter einbezogen waren. Im Text wird verdeutlicht, daß die Erzeugung von Holzkohle zu den wesentlichsten Voraussetzungen für das Tätigwerden der Hüttenarbeiter (Metallarbeiter) gehörte, die sonst „mit leeren Händen dasitzen."  EGe.
 


( 8 )   Kupfergewinnung und Holzkohle im Oman (Arabische Halbinsel)
~~~
Im Oman wurden urgeschichtliche Verhüttungsplätzen zur Kupfergewinnung nachgewiesen. Große Schlackenmengen weisen auf einen umfangreichen Verbrauch von Holzkohle hin. 
In mehreren seit 1977 stattgefundenen Expeditionen des Deutschen Bergbaumuseums Bochum wurden zahlreiche Siedlungsplätze mit Resten umfangreicher  früher Kupfergewinnung entdeckt. und archäologisch aufgearbeitet.
Untersucht wurden Umfang und Herkunft des damals zur Verhüttung benötigten Holzes (“Brennholzes”). Vergleiche der aus Holzkohlenresten rekonstruierten urgeschichtlichen Vegetation mit der gegenwärtigen Baum- und Strauchvegetation ergaben keine grundsätzlichen Unterschiede.
Unter klimatischen Aspekten analysierte geowissenschaftliche Befunde zeigen für die Zeit um 2000 v.u.Z einen zunehmend ariden Einfluß, der eine wesentliche Ursache für ökologische Veränderungen und damit auch für den Niedergang der Kupferverhüttung im Oman gewesen sein kann.
Die Untersuchungen konzentrierten sich auf die Verhüttungsplätze von Al-Maysar (etwa 130 km sw-lich der Hauptstadt Muscat). In einem breiten Wadi mit zahlreichen Zubringern liegen ca. 200 t Schlacke aus etwa 50 Jahren Verhüttungstätigkeit um 2000 v.u.Z. (nach einer Mitteilung von Gerd Weisgerber an die Autoren).
Pro Tonne Schlacke wurde nach bergbauarchäologischer Erfahrung der Energie-Inhalt von ca. 1,4 Tonnen Holzkohle benötigt. Dafür war ein Vielfaches an Holzmasse erforderlich.

Das untersuchte Gebiet ist kein Waldland. Die Bäume und Sträucher konzentrieren sich entlang der Wadi-Verläufe. Schätzungen des derzeitigen Holzvorrates erfolgten an zwei Standorten: in einem “Wald” von Prosopis-Bäumen und in einer Schirmakaziensavanne. 
217 Oman

  • Prosopis
Bäume und Sträucher der Gattung Prosopis (Familie Leguminosae) wachsen dank ihrer sehr tief reichenden Wurzeln an Orten, wo andere Bäume aus Wassermangel nicht existieren können. Viele Prosopis-Arten sind in der Lage, mit ihren tief und schnell wachsenden Pfahlwurzeln wasserführende Schichten zu erreichen, die normalerweise unerreichbar sind. Dadurch sind Prosopis-Pflanzen in der Lage, ihnen zusagende Standorte ganz zu übernehmen bzw. zu überwuchern. Ein Beispiel dafür ist die indische Thar-Wüste, wo die unkontrollierte Verbreitung angepflanzter Prosopis-Bäume einen Wechsel der gesamten Vegetation ausgelöst hat.
Von der Gattung Prosopis wurden bisher 44 Arten identifiziert. Vierzig davon stammen aus Lateinamerika. Als Ursprung dieser Pflanzengattung gilt jedoch Afrika, wo gegenwärtig südlich der Sahara nur die Art Prosopis africana einheimisch ist.
Prosopis-Bäume erreichen Höhen bis zu 30 m. Viele Arten sind mit über 6 cm langen Dornen bewehrt.Zahlreiche Prosopis-Arten spielten bzw. spielen in ihrem Verbreitungsgebiet eine wichtige wirtschaftliche Rolle.Das Holz von untersuchten Prosopis-Bäumen hat eine hohe Rohdichte (bei luftgetrocknetem Holz zwischen 710 und 910 kg/m³), große Härte sowie Beständigkeit in den Dimensionen. Die aus Prosopis-Bäumen gewonnene Holzkohle besitzt gute Brennwerte (genauere Angaben fehlen. E.Ge.).

In der Gegenwart stehen einer geregelten Nutzung der Prosopis-Wälder einige Hindernisse im Weg, die teilweise auch kultureller Art sind. Ein Beispiel hierfür ist der afrikanische Tschad, wo zwar alle Bevölkerungsgruppen an der Mitnutzung von Prosopis Ressourcen interessiert sind, zugleich aber nicht alle bereit sind, sich an der Holzfällerarbeit zu beteiligen, weil diese Tätigkeit als niedrig gesehen wird. 218 Prosopis

  • Relation zwischen Holz und Holzkohle  im Prosopis-Wald des Oman
Auf einer Gesamtfläche von ca. 45 ha. stehen Bäume mit 6-8 Metern Höhe im lockeren Bestand von 32 Bäumen pro Hektar. Der errechnete Holzvorrat beträgt 20 m³ pro Hektar. Daraus ergibt sich für den Hektar  ein  Holzgewicht 18 t (zum Vergleich: In der Sahel-Region des Senegal beträgt das entsprechende Holzgewicht nur 5,5 t.). Der vermutliche Jahreszuwachs an Holz beträgt im Prosopis-Wald des Oman 270 kg / ha.
Der Heizwert des untersuchten Holzes beträgt bei einer Holzfeuchte von 50% ca. 11.500 kJ/kg. Der Heizwert der Holzkohle liegt bei 29.000 kJ/kg. Um den Heizwert von 1 kg Holzkohle zu erreichen, müssen dem­zufolge rund 2,5 kg Holz aufgewendet werden. 
Bei einfachen Meilern geht ein Großteil des mit dem Holz eingesetzten Heizwertes verloren. Die Energieaus­beute liegt bei ca. 25 %. Für den ( tatsächlichen ) Energieinhalt von 1 kg Holzkohle wird deshalb das Vierfache  des o.g. Wertes, d.h. 29.000 x 4 = 116.000 kJ berechnet. das ist etwas mehr als der Heizwert von 10 kg Holz. mit 115.000 kJ.
In den Verhüttungsplätzen von Al-Maysar im Oman wurden in 50 Jahren rund 200 t Schlacke erzeugt. Das sind 4 t Schlacke/Jahr. Nach bergbauarchäologischen Erfahrungen wird pro Tonne Schlacke der Energie-Inhalt von 1,4 Tonnen Holzkohle benötigt. Bei 4 Tonnen Schlacke pro  Jahr  ergibt das einen Jahresverbrauch von 5,6 Tonnen Holzkohle. Wenn 1 kg Holzkohle den gleichen Heizwert hat wie 10  kg Holz, dann sind zum Herstellen von 5,6 Tonnen Holzkohle jährlich 56 Tonnen Holz erforderlich. 
Diese Rechnung enthält noch nicht den Holzbedarf der Menschen, welche Holzeinschlag, Köhlerei und Kohletransport ausführen. Ihr Holzbedarf bewirkt nahezu eine Verdoppelung der notwendigen Gewichtsmenge an Holz.
  • Jahresbedarf an Holz im Oman
Auf den omanischen Verhüttungsplätzen  aus der Zeit zwischen 2300 und 1800 v.u.Z  (gleich 500 Jahre)  liegen insgesamt mehr als 20.000 Tonnen Schlacke. ( Mitteilung von G. Weisgerber an D. Eckstein u.a.). Für eine Jahresproduktion von 20.000 / 500 (Jahre) = 40 Tonnen Schlacke werden 56 Tonnen Holzkohle bzw. 560 Tonnen Holz benötigt. Zusammen mit einem zusätzlichen Bedarf von ca. 500 Tonnen Holz füt allgemeine Siedlungszwecke ergibt sich ein Gesamtbedarf von mehr als 1000 Tonnen Holz pro Jahr.
219 Oman 

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( 9 )  Sekundärprodukte Teer und Pech bei der Holzkohlengewinnung in Ägypten

"The words for heated resin products, such as rosin, turpentine, tar, pitch and even the word resin itself have often been used interchangeably, which has led to much confusion. ... Tar and pitch are produced through destructive distillation, or pyrolysis.
Tar is the initial pyrolysate formed from the heating of softwood or resin. Because the tars and pitches obtai­ned from coniferous wood are largely formed from the resin trapped in the wood, the chemical compositions of these products bears some similarity to pyrolised resin.. 
Some of which are volatile and are contacted away, the more liquefiable portions being condensed by coo­ling. ... Tar is usually produced  by strongly heating softwood or resin at a temperature of 350 °C. Further heating or distillation of the tar produces a thicker pitch. These compounds, which are blackand viscous in consistency, are paricularly suited for caulking or waterproofing."
==> "Die Wörter für die mittels Hitze gewonnenen Harzprodukte wie Harz, Terpentin, Teer, Pech und sogar das Wort "Harz" selbst wurden oftmals untereinander ausgetauscht, was zu viel Verwirrung geführt hat. ... Teer und Pech werden durch zersetzende Destillation bzw. Pyrolyse produziert. Teer ist das initiale (das anfängliche) Pyrolysat, welches beim Erhitzen von Weichholz oder Harz entsteht. Weil Teer und Pech, wenn sie von Nadelholz stammen, im wesentlichen von dem im Holz eingefangenen Harz gebildet werden, haben die chemischen Strukturen dieser Produkte Ähnlichkeit mit pyrolysiertem Harz.
Einige von den (bei der Destillation entstehenden) Verbindungen sind flüchtig. Die anderen Bestandteile kondensieren bei Abkühlung. Teer entsteht normalerweise beim Erhitzen von Weichholz oder Harz auf eine Temperatur von 350° C. Bei stärkerem Erhitzen des Ausgangsmaterials (500 - 900 °C) bzw. beim Destillieren von Teer bildet sich Pech, ein schwarzes Produkt von viskoser Konsistenz, geeignet zum Abdichten bzw. Herstellen von Wasserundurchlässigkeit." 
220 Resins , siehe auch 221 Lucas
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Ägyptische Importe von Pech und Holzteer

"Although wood tar is a secondary product obtained during the process of making charcoal, which was one of the important minor industries in ancient Egypt, there is no evidence, that the tar produced was collected and utilized and, as the material found on, or in connexion with, mummies, is often fragrant and therefore almost certainly from coniferous woods (frequently probably juniper) which do not grow in Egypt, it seems highly probable that the wood tar or wood pitch used was imported and not produced locally."
==> "Obwohl Holzteer ein Sekundärprodukt der Holzkohlenherstellung ist, die im alten Ägypten eine der  wichtigen Kleinindustrien war, gibt es keine Beweise, dass man den (beim Kohlenbrennen) produzierten Teer  sammelte und nutzte. Wie in Verbindung mit Mumien aufgefundenes Material belegt, ist der Teer oft wohlriechend und stammt deshalb fast sicher von Nadelhölzern (wahrscheinlich häufig von Wacholder ), die in Ägypten nicht wachsen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurden Holzteer und Pech importiert und nicht am Ort produziert." 
222 Importe

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( 10 )   Harz im antiken Ägypten

"It is distinguish between a number of different types of resins, notably between coniferous resins, Burseraceous resins, labdanum, storax and pistacia resin."
==> "Es ist zu unterscheiden zwischen verschiedenen Arten von Harzen, besonders zwischen Harzen von Koniferen, Balsambaumgewächsen (Burseraceae), Zistrosen (Labdanum), vom Storax (Storaxbaum oder Amberbaum) und von Pistazien (Terebinthe bzw. Terpentinbaum)." 
223 Harze , 224 Infoblätter
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Bernstein im antiken Ägypten
  • Sources of amber
"In addition to the wide array of fresh resins and gum resins available to the ancient Egyptians, it has been suggested that they occasionally may have add access to imported amber.
Although often described as a fossilised resin or gemstone, amber is not a mineral but a wholly organic substance. It is derived from resin-bearing trees, once clustered in dense now-extinct forests.
Millions of years ago (mostly during the Middle Cretaceous in Tertiary periods), fallen trees from these forests, and their resins were carried via riverine routes to deltas or costal regions, where they were eventually buried by sediments."
==> "Herkunft des Bernsteins
Die  Ägypter konnten im Altertum über ein großes Eigenaufkommen an frischem und gummiartigem Bernstein verfügen. Zusätzlich wurde nach aller Wahrscheinlichkeit auch Bernstein importiert.
Obwohl oft als fossiles Harz oder fossiler Edelstein beschrieben, ist Bernstein kein Mineral sondern eine durchgängig organische Substanz. Es stammt von harzhaltigen Bäumen, die  vor Millionen Jahren (zumeist in der mittleren Kreidezeit des Tertiärs) in jetzt ausgestorbenen Wäldern wuchsen. Umgestürzte Bäume und ihre Harze gelangten über Wasserläufe bzw. Flüsse bis zu den Flußdeltas oder Küstenregionen, wo sie schließlich in Sedimentschichten begraben wurden."   225 Amber
  • Bernsteinfunde ausserhalb von Ägypten  (bis in die Gegenwart)
Am besten bekannt ist der baltische Bernstein, welcher in großen Mengen an der  östlichen Ostseeküste (Samland-Halbinsel) gefunden wird. Weitere verstreute Funde wurden im gesamten Gebiet zwischen Rußland und England gemacht. 
Funde von Bernsteinvariationen gibt es in Rumänien, Polen und Österreich. Im Nahen Osten existieren Bernsteinfundstätten im libanesisch-syrischen Gebiet (zwischen Beirut und Damaskus), in Israel und in Jordanien. 226 Fundorte
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( 11 )   Temperatur- und Verbrauchsangaben zu Holzkohle

Siehe Datei zu Produktionsdaten ==>


( 12 )  Produktionsprozesse mit hohem Energiebedarf

Arbeitsgebiet: Holzkohlenerzeugung und -anwendung
Spätester Beginn: Mittelsteinzeit (Mesolithikum)
~~~

Arbeitsprozess Hauptarbeitsmittel  Arbeits-
temperatur
Hauptenergiequellen
Pyrolyse von Holz zum Erzeugen von Holzkohle Kohlenmeiler hoch Holz (Primärenergieträger)
Pyrolyse von Holz zum Gewinnen von Pech und Teer Kohlenmeiler hoch Verschwelendes Holz
Verhütten von Kupfererz zum Gewinnen von Kupfer Verhüttungsofen sehr hoch Holzkohle
Legieren von Kupfer und Zinn zum  Herstellen von Zinnbronze Schmelzofen sehr hoch Holzkohle
Schmieden von Bronze zum Herstellen bronzener Waffen und Werkzeuge Schmiedefeuer sehr hoch Holzkohle

            EGe 2011



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( 13 )   Quellenverzeichnis 
zu Teil I, Kapitel 2  (Holzkohlenerzeugung und -anwendung)
~~~
Quellennachweis-
nummer
Quellennachweis Rücksprung
zum Text
201 Eberhardt Gering: Holzkohle in der Erd-, Ur- und Frühgeschichte. - In: Glückauf. Mitteilungsblatt des Sankt Andreasberger Vereins für Geschichte und Altertumskunde und des Förderverens Gewerkschaft Grube Roter Bär, Juni 2009, Heft 62, Seiten 8-13 (speziell S.10) und März 2010, Heft 63, Seiten 13-19. Siehe auch www.dataleum.de
202 Altes Testament der Bibel: Verse aus den Büchern Jeremia, Johannes, Jesaja, Samuel, Ijob, Könige  sowie aus den Psalmen und aus der Zweiten Salomonischen Spruchsammlung. Notationen der relevanten Verse siehe Abschnitt "Widerspiegelung des Köhlerstandes ..." im vorliegenden Text.
203 Alfred Lucas: Ancient Egyptian Materials and Industries. - London 1962, S.456, engl. (Übersetzung ins Deutsche: E. Gering)
204 Rowena Gale u.a.: Wood. - In: Paul T. Nicholson, Ancient Egyptian Materials and Technology, Cambridge 2000, S. 353-354, engl.  (Übersetzung: E. Gering)
205 Wikipedia, Prädynastic (Ägypten), Version vom 7.12.2010 
206 Richard Newman, Margaret Serpico: Adhesives and binders. - In Nicholson. - a.a.O,  S.475-476
207 Wikipedia, Sinai-Halbinsel, Version vom 22.12.2010
208 Paul T. Nicholson, Julian Henderson: Glas. - In: Nicholson, Ancient Egyptian Materials and Technology, Cambridge 2000 , S.201
209 Paul T. Nicholson, Edgar Peltenburg: Egyptian faience. - In: Nicholson, Ancient Egyptian Materials and Technology, Cambridge 2000 , S.192
210 Pharao siegt immer: Krieg und Frieden im Alten Ägypten, - Katalog zur Ausstellung im Gustav-Lübcke-Museum Hamm, März-Oktober 2004, 303 Seiten (großformatig), S.211]
211 www.glas-bernhardt.com/service/glasgeschichte .htm
212 www.wildglas.de/geschichte / 9.2.2011
213 Josef Riederer, Rathgen-Forschungslabor Berlin: Die Technik der Glasherstellung in der Antike. - In: Naturwissenchaften 70 (1983) S. 480-484
214 Wikipedia, Industrie, Version vom 28.1.2011
215 Ender, Thomas; Frey, Wolfgang: Fuel resources for copper smelting in antiquity in selected woodlands in the Edom highlands to the Wadi Arabah / Jordan. - In: Flora (1996) 191, S. 29-39.  Übersetzung: E.Ge..
216 Werner Müller: Des Feuers Macht. - Heitkamp 1986, S.159
217 Dieter Eckstein, Walter Liese, Josef  Stieber: Holzversorgung im prähistorischen Kupferbergbau in Oman. - In: Naturwissenschaftliche Rundschau 40 (1987) H.11, S.428-430]
218 Dieter Geesing: Prosopis am Tschadsee. - In: AFZ-Der Wald, 24 (2004), S. 1313-1316]
219 Dieter Eckstein u.a.:  a-a.O.
220 Margaret Serpico: Resins, amber and bitumen, S.450-451. - In: Ancient Egyptian Materials and Technology / Paul T. Nicholson and Ian Shaw, Cambridge 2000. Übersetzung: E.Ge.
221 Alfred Lucas: Wood Pitch and Wood Tar; Charcoal. - In: Ancient Egyptian Materials and Industries. - London 1962, S. 325-326; 456
222 Alfred Lucas: Ancient Egyptian Materials and Industries. - London 1962, S.326. Übersetzung: E.Ge.
223 Margaret Serpico: (Harze). - In: Paul T. Nicholson, Ancient Egyptian Materials and Technology, S.451. Übersetzung und Ergänzungen der Bezeichnungen: E.Ge.
224  WWW-Infoblätter der in QI223 genannten Bäume und Sträucher
225 Margaret Serpico: (Bernsteinherkunft). - In: Paul T. Nicholson, Ancient Egyptian Materials and Technology, S.451. Übersetzung: E.Ge.
226 Margaret Serpico. (Bernsteinfundorte). - In: Paul T. Nicholson, Ancient Egyptian Materials and Technology, S.451. Übersetzung: E.Ge.
227 Wikipedia, Flame, Version vom 20.9.2010
228 Der Kaminkehrer. Ihr Sicherheits-, Umwelt und Energieexperte. - (Wikipedia. 19.9.2010)
229 Dieter Hägermann: Technik im frühen Mittelalter zwischen 500 und 1000. - In: Propyläen Technikgeschichte, Wolfgang König (Hrsg.), Frankfurt a.M. u. Berlin 1991, S. 422 u.423]
230 Hellmuth Schneider: Die Gaben des Prometheus. Technik im antiken Mittelmeerraum zwischen 750 v.Chr. und 500 n.Chr.. - In: Propyläen Technikgeschichte, Wolfgang König (Hrsg.), Frankfurt a.M. u. Berlin 1991, S. 130]
231 http://de.wikipedia.org/wiki/Bronze / Dez. 2010
232 http://www.wikiweise.de/wiki/Zinnbronze / Dez.2010
233 Wikipedia, Zinn S.1, Version vom 10.11.2010
234 Dietrich Fengel, Gert Wegener: Wood: chemistry ultrastructure reactions. - 1984, 613 Seiten
235 Albert.Neuburger: Die Technik des Altertums. - Leipzig 1929 , S.251 (Reprint von 1987)
236 Alfred.Lucas: Ancient Egyptian Materials and Industries. - London 1962, S.456
237 Fritz Rienecker, Gerhard Maier: Lexikon zur Bibel. - Brockhaus 2010, Spalte 913
 
Erläuterungen zu den Quellennachweisnummern und zum Quellenverzeichnis ===>




(14)

Ende von Kapitel 2 (Holzkohle)

Aufruf des nächsten Kapitels über das nachstehende Kapitelverzeichnis Teil I, Spalte 1


Kapitelverzeichnis  Teil I
Kapitel Thema Kurzbezeichnung
0
Prolog Prolog
1
Anlegen und Beherrschen von ortsfesten Feuern Feuerbeherrschung
2
Holzkohle als Energiebasis der historischen Montanindustrie Holzkohle
3
Suchen, Finden und Abbauen von Erzen Erzabbau
4
Verhütten von Erzen zur Metallgewinnung Verhüttung
5
Bearbeiten und Weiterverarbeiten von Metallen Metallverarbeitung



 
 
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